Ende März läuft eine selbst gesetzte Frist ab — und die Uhr tickt. Die Handelssparte Materials Services muss operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit nachweisen. Verfehlt die Einheit die internen Vorgaben, drohen Verzögerungen beim gesamten Konzernumbau. Für Anleger ist das der unmittelbarste Stresstest.

Dabei kämpft Thyssenkrupp gleich an mehreren Fronten. Die Aktie notiert rund 37 Prozent unterhalb ihres Oktober-Hochs — und hat damit zuletzt ein neues 52-Wochen-Tief markiert.

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Materials Services: Vier Optionen, eine Frist

Die Handelseinheit mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 15.000 Beschäftigten hat mehrere Szenarien auf dem Tisch: Börsengang im Herbst 2026, Abspaltung an die Aktionäre, Verkauf oder Umwandlung in eine KGaA. Welchen Weg das Management wählt, hängt maßgeblich vom Ergebnis der laufenden Prüfung ab.

Parallel stockt die Abspaltung der Stahlsparte. Eine Einigung mit der indischen Jindal Steel International rückt offenbar in weite Ferne — Streitpunkt ist die finanzielle Ausstattung der Sparte während der anhaltenden Flaute auf dem europäischen Stahlmarkt.

Den stärksten Kursimpuls der vergangenen Wochen löste allerdings keine operative Meldung aus. Als Amundi seinen Stimmrechtsanteil am 13. März unter die Meldeschwelle von 5 Prozent senkte — technisch eine Verschiebung um 0,3 Prozentpunkte —, brach die Aktie an einem einzigen Handelstag um bis zu 10 Prozent ein. Kein Wunder, dass das den Nerven der Anleger wenig zuträglich war.

Operativ besser, unterm Strich tiefrote Zahlen

Die Q1-Zahlen liefern ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte jedoch um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro — verursacht vor allem durch Restrukturierungskosten in der Stahlsparte von 401 Millionen Euro.

Einen Lichtblick liefert die Rüstungstochter TKMS. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro, einer verbesserten Bruttomarge von 17 Prozent und einem positiven Cashflow hob das Management den Umsatzausblick für die Sparte an. Laufende Projekte wie das Fregatten-Programm F127 der Bundeswehr und eine Bewerbung um bis zu zwölf U-Boote in Kanada unterstreichen die Stabilität des Segments.

Nucera: Gewinnwarnung und Auftrag binnen 24 Stunden

Die Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera lieferte zuletzt ein besonders widersprüchliches Bild. Erst kappte das Unternehmen seine Jahresziele — das erwartete EBIT im Segment Grüner Wasserstoff verschlechterte sich auf minus 90 bis minus 125 Millionen Euro. Binnen 24 Stunden folgte eine deutliche Anhebung der Auftragseingangs-Prognose auf 550 bis 850 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr, gestützt durch einen Großauftrag für eine 300-Megawatt-Elektrolyseanlage in Andalusien. Die Nucera-Aktie verlor zur Wochenmitte zunächst fast elf Prozent.

Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Dann dürfte klarer sein, ob der Jindal-Deal noch zu retten ist, welchen Weg Materials Services einschlägt und wie weit der geplante HKM-Transfer an Salzgitter zum 1. Juni vorangeschritten ist. Solange alle drei Fragen offen bleiben, fehlt der Aktie der Katalysator für eine nachhaltige Erholung.

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