The Trade Desk Aktie: Zerrissene Erwartungen
Die Trade-Desk-Aktie steht an einem kritischen Punkt. Nach einem heftigen Absturz im Jahr 2025 prallen nun zwei Lager aufeinander: Shortseller, die weiter auf fallende Kurse setzen, und Value-Investoren, die gerade jetzt eine Chance sehen. Im Zentrum steht die Frage, ob die Bewertung inzwischen übertrieben nach unten geschraubt wurde – oder ob die fundamentalen Risiken überwiegen.
Neues Jahrestief und hohe Short-Quote
Am Freitag schloss The Trade Desk bei 35,48 US-Dollar und markierte damit ein neues 52‑Wochen-Tief. Auf Sicht der letzten zwölf Monate summiert sich der Verlust auf knapp 70 % – der Kurs liegt rund 70 % unter dem Hoch von Mitte Januar 2025.
Parallel dazu sorgt eine neue Studie der Bank of America für zusätzlichen Druck. Demnach zählt The Trade Desk derzeit zu den am stärksten leerverkauften Werten am Markt, mit einer Short-Quote von rund 11 %. Diese Größenordnung signalisiert, dass ein signifikanter Teil des Marktes weiter auf sinkende Kurse wettet.
Bewertung rutscht deutlich ab
Spannend ist der Kontrast zwischen Stimmung und Kennzahlen. Mehrere Analysen, die am Wochenende erschienen sind – unter anderem von The Motley Fool und AInvest –, stufen The Trade Desk als „Top-Billigaktie“ beziehungsweise als Kandidaten für die „Value-Checkliste“ 2026 ein.
Der Kern des bullischen Arguments: Nach dem Kurssturz wird das Unternehmen nur noch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 18 bewertet. Damit notiert die Aktie deutlich unter dem S&P‑500-Durchschnitt von rund 22,4. Auch im Vergleich zu großen Tech-Titeln wie Meta Platforms, die mit etwa 21‑fachem erwarteten Gewinn bewertet werden, wirkt The Trade Desk deutlich abgezinst.
Fundamental ist das Geschäft bislang nicht eingebrochen, sondern „nur“ langsamer geworden. Im dritten Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um 18 % zu. Die Kundenbindung blieb mit einer Quote von 95 % stabil, was darauf hindeutet, dass die Plattform weiterhin stark in den Mediaplänen der Werbekunden verankert ist.
Wettbewerbsdruck und Technologierisiken
Der Hauptgrund für den Kursverfall liegt weniger in den aktuellen Zahlen, sondern in den Sorgen um die Zukunft des Geschäftsmodells. 2025 brach der Kurs um rund 68 % ein. Marktbeobachter machen dafür vor allem zwei Faktoren verantwortlich:
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Wachsende Konkurrenz durch Amazon Ads
Amazon hat sein Werbegeschäft deutlich ausgeweitet und sich über Partnerschaften mit Streaming-Anbietern wie Netflix zusätzliche Reichweite gesichert. Das verschärft den Wettbewerb im digitalen Werbemarkt – genau in dem Segment, in dem The Trade Desk aktiv ist. -
Unsicherheit durch Künstliche Intelligenz
An den Märkten wächst die Sorge, dass neue KI-Modelle etablierte Ad-Tech-Strukturen durcheinanderbringen könnten. Die Frage ist, ob Player wie The Trade Desk von diesen Entwicklungen profitieren oder an den Rand gedrängt werden.
Gleichzeitig gibt es Signale, die dieses Pessimismus-Narrativ relativieren. Eine Analyse von AInvest vom 17. Januar hebt hervor, dass die mögliche Integration von Googles Gemini-KI in Apple-iPhones positive Impulse für das gesamte Ökosystem digitaler Werbung liefern könnte. In einem solchen Umfeld könnte auch The Trade Desk profitieren, sofern das Unternehmen seine Technologie sinnvoll anpasst und einbindet.
Hinzu kommt: Auf dem aktuellen Bewertungsniveau ist die Aktie historisch betrachtet so günstig wie selten und notiert deutlich unter den Multiples vieler Branchenkollegen.
Analystenziele und technische Marke im Fokus
Die Diskrepanz zwischen Marktpreis und Analystenerwartungen ist derzeit erheblich. Laut Daten von wallstreet-online liegt das durchschnittliche Kursziel von 41 Analysten bei 60,70 US‑Dollar – mehr als 70 % über dem Schlusskurs vom Freitag. Die Konsensmeinung bleibt klar positiv: Rund 70 % der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, 27 % stufen sie mit „Halten“ ein, nur etwa 5 % raten zum Verkauf.
Kurzfristig richtet sich der Blick nun auf die Zone um 35,50 US‑Dollar. Hier verläuft nicht nur das frische 52‑Wochen-Tief, der Kurs liegt mit 35,48 US‑Dollar auch nur geringfügig über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 35,08 US‑Dollar. In den kommenden Handelstagen wird sich zeigen, ob dieses Niveau als tragfähige Unterstützung dienen kann oder ob die hohe Short-Quote von 11 % zu weiteren Abwärtsbewegungen führt.
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