The Trade Desk Aktie: Führungslücke belastet
Ein plötzlicher Wechsel auf dem Chefposten der Finanzen trifft The Trade Desk in einer ohnehin angespannten Phase. Nach Analystenabstufungen und zunehmenden Sorgen um die Konkurrenz kommt nun die abrupte Trennung vom CFO hinzu. Die Folge: Der Titel setzt seine deutliche Talfahrt der vergangenen Monate fort und notiert nahe dem Jahrestief.
Plötzliche CFO-Entlassung verunsichert
Am Montag, 26. Januar 2026, hat The Trade Desk die fristlose Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Finanzchef Alexander Kayyal bekanntgegeben – rückwirkend zum 24. Januar. Kayyal war nicht einmal ein halbes Jahr im Amt. Er bleibt lediglich bis zur Hauptversammlung 2026 im Verwaltungsrat, um den Übergang zu begleiten.
Zur Überbrückung rückt mit sofortiger Wirkung Tahnil Davis zum Interim-CFO auf. Davis ist seit elf Jahren im Unternehmen und war bisher Chief Accounting Officer. Gründe für die Entlassung nannte The Trade Desk nicht. Gerade diese Intransparenz kombiniert mit dem schnellen Wechsel im Top-Management hat Anleger spürbar verunsichert: Direkt nach der Meldung verlor die Aktie rund 8 % und rutschte in den Bereich um 34 US‑Dollar.
Aktuell steht der Kurs bei 33,81 US‑Dollar und damit gut 70 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 118,90 US‑Dollar – ein klares Signal, wie stark die Bewertung innerhalb eines Jahres unter Druck geraten ist.
Guidance bestätigt – operativ stabil?
Parallel zum Führungswechsel versuchte das Management, die Wogen zu glätten, und bestätigte die Prognose für das vierte Quartal 2025. Demnach erwartet The Trade Desk:
- Umsatz: mindestens 840 Mio. US‑Dollar (rund 13 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr)
- Bereinigtes EBITDA: etwa 375 Mio. US‑Dollar
Damit sendet das Unternehmen die Botschaft, dass der Rauswurf des CFO aus Sicht des Managements nichts mit unmittelbaren operativen Problemen oder Unregelmäßigkeiten im abgelaufenen Quartal zu tun hat. Die vollständigen Zahlen zum Schlussquartal 2025 sollen am 25. Februar 2026 vorgelegt werden.
Für Investoren ist diese Einordnung wichtig: Die kurzfristige Unsicherheit kommt vor allem von der Personalentscheidung an der Spitze der Finanzabteilung – nicht von einer akuten Ergebniswarnung.
Analystendruck und Wettbewerbssorgen
Die Nervosität rund um die Aktie ist allerdings älter als der CFO-Schock. Bereits in der Woche vor der Personalie hatten mehrere Häuser ihre Einschätzung deutlich eingetrübt – vor allem mit Blick auf den Wettbewerb im Werbetechnologie-Markt.
Reaktionen direkt nach der CFO-Meldung
Nach der Entlassung von Kayyal passten Analysten kurzfristig ihre Kursziele an, um das höhere Unsicherheitsniveau abzubilden:
- Truist Securities blieb zwar bei der Empfehlung „Buy“, senkte das Kursziel aber kräftig von 85 auf 60 US‑Dollar.
- Stifel reduzierte das Kursziel von 90 auf 74 US‑Dollar und verwies auf das Risiko einer „enttäuschenden“ Prognose für das erste Quartal 2026.
Beide Häuser sehen also noch Potenzial, rechnen aber mit einer Phase erhöhter Unsicherheit und möglichem Gegenwind bei der kurzfristigen Guidance.
Bereits laufender Gegenwind vor der Personalie
Noch schwerer wiegen die Einschätzungen, die schon vor der CFO-Entlassung veröffentlicht wurden:
- Citizens JMP (23. Januar) stufte die Aktie von „Market Outperform“ auf „Market Perform“ ab. Die Analysten verweisen auf den wachsenden Druck durch Amazons Ausbau der eigenen Demand-Side-Plattform (DSP). Zudem könnte generative KI die Wechselkosten für Werbekunden senken – sprich: Es wird einfacher, von The Trade Desk zu alternativen Anbietern zu wechseln.
- Bank of America (20. Januar) senkte das Kursziel von 49 auf 40 US‑Dollar und bestätigt ein „Underperform“-Rating. Begründung: Das Umsatzwachstum verliere an Dynamik, und die Visibilität beim weiteren Marktanteilsgewinn sei begrenzt.
Damit treffen zwei Themen zusammen: strukturelle Sorgen um Wettbewerb und Margen – und nun zusätzlich eine Unsicherheit in der Finanzführung.
Technisches Bild und Bewertung
Am Markt spiegelt sich dieser Druck inzwischen klar wider. Die Aktie notiert nur noch knapp über dem 52‑Wochen-Tief von 30,80 US‑Dollar und deutlich unter den gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich der Rückgang auf über 70 %.
Trotz dieses Kurssturzes bleibt die Bewertung anspruchsvoll: Im Quelltext wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 40 genannt. Für eher wertorientierte Anleger ist das angesichts nachlassender Wachstumsdynamik und steigender Konkurrenz ein Streitpunkt. Der Kursrückgang hat die Prämie also reduziert, aber nicht vollständig abgebaut.
Was in den nächsten Wochen zählt
Der Fokus richtet sich nun klar auf den 25. Februar 2026, wenn The Trade Desk die Q4-Zahlen präsentiert und über den Ausblick für 2026 spricht. Drei Punkte werden dabei im Mittelpunkt stehen:
- Dauerhafte CFO-Lösung: Wie schnell findet das Unternehmen eine permanente Besetzung, und welchen Hintergrund hat die abrupte Trennung wirklich?
- Jahresausblick 2026: Kann das Management mit seiner Prognose die Sorgen vor einer weiteren Wachstumsabkühlung entkräften?
- Wettbewerbsfähigkeit: Liefert The Trade Desk Argumente, wie man sich gegen Amazon, Google und andere DSP-Anbieter behaupten und Marktanteile sichern oder ausbauen will?
Solange der Vorstandsposten Finanzen nur interimistisch besetzt ist und die Konkurrenzsorgen im Raum stehen, bleibt das technische Bild laut Quelltext klar negativ. Die anstehende Zahlenvorlage und der Ausblick Ende Februar werden deshalb zur zentralen Bewährungsprobe für die Aktie im laufenden Jahr.
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