Der AdTech-Spezialist The Trade Desk hat ein hartes Jahr an der Börse hinter sich. Während die Einführung der neuen KI-Plattform bei Kunden für Frust sorgte und Tech-Giganten den Wettbewerb verschärfen, stürzte die Bewertung ab. Ein genauerer Blick auf die operativen Zahlen offenbart allerdings ein überraschendes Bild abseits der schlechten Stimmung.

Mit einem Minus von knapp 55 Prozent auf 12-Monats-Sicht und einem aktuellen Kursniveau von 23,43 Euro spiegelt die Aktie eine tiefe Skepsis wider. Verantwortlich für den Abverkauf waren primär hausgemachte Probleme bei der Einführung der KI-gesteuerten Werbeplattform Kokai. Kunden bemängelten fehlende manuelle Kontrollmöglichkeiten und eine unübersichtliche Bedienung durch den hohen Automatisierungsgrad. Gleichzeitig schotten große Player wie Alphabet und Amazon ihre eigenen Werbe-Ökosysteme zunehmend ab, was unabhängigen Anbietern das Leben schwer macht.

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Starkes Kerngeschäft

Trotz dieser operativen Reibungsverluste ist das zugrunde liegende Geschäftsmodell intakt. Im abgelaufenen Jahr 2025 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,9 Milliarden US-Dollar, was einem soliden Wachstum von 18 Prozent entspricht. Auch wenn sich die Dynamik gegenüber den Vorjahren leicht abgeschwächt hat, bleibt der Konzern mit einem Nettogewinn von gut 443 Millionen US-Dollar hochprofitabel. Eine bemerkenswerte Kundenbindungsrate von über 95 Prozent im zwölften Jahr in Folge unterstreicht die starke Marktposition.

Durch den massiven Kursverlust hat sich die fundamentale Bewertung deutlich verbilligt. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E) von 13 notiert das Papier auf einem Niveau, das zuletzt während des kurzen Bärenmarktes Anfang 2020 zu beobachten war. Der Markt bewertet das Unternehmen aktuell eher wie einen reifen Konzern und weniger wie einen hochpreisigen Wachstumswert.

Neues KI-Werkzeug soll liefern

Um die Wachstumskurve wieder steiler zu gestalten, rollt The Trade Desk im laufenden Jahr 2026 das Update "Audience Unlimited" aus. Diese neue Plattform nutzt künstliche Intelligenz, um Drittanbieter-Daten für Werbetreibende kosteneffizienter und zielgenauer aufzubereiten. Flankiert wird dies durch adaptive Trading-Modelle, die den Kunden die vermisste Flexibilität bei der Kampagnensteuerung zurückgeben. Werbetreibende können nun die Leitplanken selbst definieren, während die KI innerhalb dieser Grenzen nach dem besten Wert sucht.

Die kommenden Monate stehen im Zeichen der operativen Umsetzung. Das anhaltend starke Wachstum im Bereich Connected TV (CTV) und die überproportionale Expansion außerhalb Nordamerikas bilden ein robustes Fundament für das laufende Jahr. Zudem schützt der etablierte Industriestandard Unified ID 2.0 (UID2) das Geschäftsmodell vor strengeren Datenschutzregeln in Europa und Kalifornien. Gelingt es dem Management, die anfänglichen Hürden der Kokai-Plattform durch die neuen KI-Werkzeuge endgültig auszuräumen, bietet die historisch niedrige Bewertung eine klare Ausgangslage für eine fundamentale Neubewertung des AdTech-Spezialisten.

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