TeamViewer Aktie: Neustart Amerika
TeamViewer greift im schwächelnden Americas-Geschäft durch – und setzt ausgerechnet jetzt auf einen Führungswechsel. Während das Enterprise-Segment liefert, ziehen KMU-Probleme und die Integration von 1E weiter am Gesamtbild. Kann die neue Vertriebsführung die Trendwende in Nord- und Südamerika anschieben?
Neuer Chef, klares Ziel
Seit dem 24. Februar führt Tim Koubek als President of TeamViewer Americas die Region. Die Botschaft dahinter ist eindeutig: TeamViewer will das Geschäft in Nord- und Südamerika stabilisieren – dort, wo zuletzt auch die 1E-Integration hakte.
Koubek kommt aus dem Enterprise-Vertrieb. TeamViewer hebt besonders seine Erfahrung als Chief Revenue Officer und beim Aufbau von Go-to-Market-Teams hervor. Stationen waren unter anderem LogicMonitor (Ausbau Richtung Observability-Plattform) und BMC Software (mehr Vertriebsproduktivität über strukturierte „Playbooks“).
2025: Marge stark, Wachstum zweigeteilt
Operativ lieferte das Geschäftsjahr 2025 unterm Strich solide Ergebnisse. Der Pro-forma-Umsatz stieg währungsbereinigt um 5% auf 767,5 Mio. Euro und traf damit die eigene Prognose. Auf der Ertragsseite zeigte sich TeamViewer sogar noch stärker: Das bereinigte EBITDA legte um 8% auf 340 Mio. Euro zu, die EBITDA-Marge erreichte 44,3%.
Der Haken: Die Dynamik kommt vor allem aus dem Enterprise-Bereich. Dort wuchs der annualisierte wiederkehrende Umsatz währungsbereinigt um 19%. Im KMU-Segment dagegen verschlechterte sich die Lage spürbar. Die Abwanderungsrate stieg im vierten Quartal auf 16,4%, und das ARR-Wachstum lag erneut bei -1%.
Als Belastungsfaktor nennt das Unternehmen vor allem 1E: Die Tochter kämpft mit Transformationsaufgaben und Gegenwind in den USA, ihrem wichtigsten Markt. Für 2026 erwartet TeamViewer im KMU-Bereich weiter Schwäche – besonders in der ersten Jahreshälfte. Das erste Quartal soll zusätzlich durch einige große Kundenverluste bei 1E beeinträchtigt werden.
2026: Vorsichtiger Ausblick, Aktie am Tief
Der Ausblick fällt entsprechend defensiv aus: Für 2026 stellt TeamViewer 0 bis 3% Umsatzwachstum (währungsbereinigt) in Aussicht und eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 43% – also unter dem Vorjahreswert. Als Gründe nennt das Management ein volatiles Marktumfeld und die anhaltende Schwäche im KMU-Geschäft.
Am Markt spiegelt sich das in der Kursentwicklung deutlich wider. Die Aktie fällt heute um 4,43% auf 4,35 Euro und markiert damit zugleich ihr 52‑Wochen-Tief. Auf 30 Tage summiert sich das Minus auf -24,08%, seit Jahresbeginn auf -27,25%. Auch technisch ist das Bild angeschlagen: Der Kurs liegt rund 21% unter dem 50‑Tage-Durchschnitt, der RSI (14 Tage) bei 27,6 deutet auf stark überverkaufte Bedingungen hin.
Konkrete Kritik kam zudem von Bernstein: Die Analysten stuften TeamViewer im Februar herab, senkten die bereinigten Gewinn-je-Aktie-Prognosen für 2026–2027 um rund 11% und reduzierten das Kursziel von 11 auf 7,60 Euro. Als Risiko nannten sie, dass KI-getriebene Lösungen Teile des Nutzens replizieren könnten, den TeamViewers Remote-Konnektivität liefert.
Am 18. März 2026 legt TeamViewer den Jahres- und Konzernfinanzbericht vor. Der nächste operative Lackmustest folgt mit den Q1-Zahlen am 6. Mai 2026 – dort dürfte sich erstmals zeigen, ob der neue Americas-Fokus und die Arbeit an 1E die erwarteten Belastungen zumindest abfedern können.
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