Eutelsat Aktie: Milliarden-Refinanzierung abgeschlossen
Eutelsat Communications hat eine 1,5 Milliarden Euro schwere Anleiheemission erfolgreich platziert und damit die umfassendste Schuldenrestrukturierung der jüngeren Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Die Transaktion soll teure Altschulden ablösen und dem Satellitenbetreiber finanziellen Spielraum für den geplanten Ausbau im wachstumsstarken LEO-Segment verschaffen.
Zwei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten
Die Emission teilt sich in zwei Tranchen: 850 Millionen Euro mit Fälligkeit 2031 zu einem Kupon von 5,75 Prozent sowie 650 Millionen Euro mit Fälligkeit 2033 und einem Kupon von 6,25 Prozent. Beide wurden zum Nennwert ausgegeben und sind durch Eutelsat S.A. sowie OneWeb Holdings Limited garantiert.
Zusammen mit einer neuen 400-Millionen-Euro-Kreditfazilität dient die Platzierung dazu, bestehende höher verzinste Anleihen vollständig zu tilgen und die Liquiditätsposition zu stärken. Der Abschluss ist für den 5. März vorgesehen. Das Fälligkeitsprofil wird verlängert, die Kapitalstruktur vereinfacht.
LEO wächst stark, GEO und Broadcast schwächeln
Der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2025/26 belief sich auf 592 Millionen Euro – auf vergleichbarer Basis stabil, auf berichteter Basis ein Minus von 2,4 Prozent. Das bereinigte EBITDA lag bei 308 Millionen Euro, die EBITDA-Marge bei 52,1 Prozent.
Das LEO-Geschäft legte kräftig zu: Die Erlöse stiegen um knapp 60 Prozent auf 111 Millionen Euro und machen inzwischen rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Besonders dynamisch entwickelt sich das Inflight-Connectivity-Geschäft mit OneWeb: Ende Dezember waren fast 600 Bordantennen installiert, der Auftragsbestand umfasste mehr als 1.500 Flugzeuge – ein halbes Jahr zuvor waren es noch 100 Installationen und 1.000 Flugzeuge im Auftragsbestand.
Gegenläufig entwickelte sich das klassische GEO-Geschäft: Die GEO-Konnektivitätserlöse sanken um 4,5 Prozent, die Broadcast-Erlöse fielen auf 266,5 Millionen Euro – rund 45 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.
Ratings verbessert, aber weiterhin spekulativ
Moody's hat das Corporate-Family-Rating um zwei Stufen auf Ba3 angehoben, Fitch bewertet das Senior Unsecured Debt mit BB / Stable. Beide Agenturen stufen Eutelsat damit weiterhin im spekulativen Bereich ein.
Das Moody's-Upgrade reflektiert zwei Faktoren: die Anerkennung als staatsbezogener Emittent infolge der 29,65-prozentigen Beteiligung des französischen Staates sowie verbesserte Kreditkennzahlen nach der Kapitalerhöhung. Das Nettoverschuldungs-EBITDA-Verhältnis soll von 3,9x im Geschäftsjahr 2025 auf rund 2,5x im laufenden Geschäftsjahr sinken.
Im Halbjahr führte Eutelsat eine 1,5-Milliarden-Euro-Kapitalerhöhung durch, vollständig unterstützt von den Kernaktionären. Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen rund 990 Millionen Euro an Exportkreditfinanzierung, garantiert durch das französische Finanzministerium.
Satelliten-Expansion läuft, Asset-Verkauf gescheitert
Anfang Februar sicherte sich Eutelsat eine staatlich besicherte Finanzierung von 1 Milliarde Euro für OneWeb. Bei Airbus wurden zudem bis zu 440 LEO-Satelliten bestellt, deren Auslieferung Ende 2026 beginnen soll. Zwischen 2025 und 2029 will Eutelsat 2 Milliarden Euro in seine LEO-Konstellation investieren, ab 2028 folgen weitere 2 Milliarden Euro für das IRIS²-Programm.
Einen Rückschlag gab es im Januar: Die französische Regierung blockierte den geplanten Verkauf von Bodenantennensystemen für 550 Millionen Euro an EQT – mit Verweis auf die strategische Bedeutung für zivile und militärische Kommunikation.
Ausblick bekräftigt
Eutelsat hält an seiner Langzeitprognose fest: Der Gesamtumsatz soll bis zum Geschäftsjahr 2029 auf 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro steigen, was einer jährlichen Wachstumsrate von rund 6,6 Prozent entspricht. Die EBITDA-Marge soll mindestens 60 Prozent erreichen, nach 54,4 Prozent im Geschäftsjahr 2025.
Die Bruttoinvestitionen für das Gesamtjahr 2026 werden nun bei rund 900 Millionen Euro erwartet – nach ursprünglich 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro. Der Nettoverschuldungsgrad wird zum Jahresende auf etwa das 2,7-fache des EBITDA geschätzt.
Die Refinanzierung verschafft Eutelsat den finanziellen Spielraum für den Strukturwandel vom schrumpfenden Broadcast-Geschäft zum LEO-Wachstumsmarkt. LEO ist der einzige Teil des Konnektivitätsmarkts, der derzeit wirklich expandiert. Ob das Unternehmen diesen Übergang erfolgreich meistert, wird sich in den kommenden Geschäftsjahren zeigen.
Eutelsat-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eutelsat-Analyse vom 03. März liefert die Antwort:
Die neusten Eutelsat-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eutelsat-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Eutelsat: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








