Die 1E-Übernahme sollte TeamViewer ins nächste Wachstumslevel heben. Stattdessen entwickelt sie sich zum Belastungsfaktor — und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Aktie seit Jahresbeginn rund 27 Prozent verloren hat.

DOGE als unkalkuliertes Risiko

Ende Januar 2025 schloss TeamViewer die bis dahin größte Akquisition der Unternehmensgeschichte ab: 720 Millionen US-Dollar für das britische IT-Automatisierungsunternehmen 1E. Das Problem: 80 Prozent von 1Es Geschäft stammen aus den USA — und genau dort schlug ein unvorhergesehener Faktor ein.

Die DOGE-Initiative der Trump-Administration, die auf Ausgabenkürzungen bei US-Bundesbehörden abzielt, traf 1E direkt ins Kerngeschäft. Ein ursprünglich geplanter Auftrag mit dem US-Kriegsveteranenministerium — dem mit Abstand größten 1E-Kunden — sollte eigentlich ausgebaut werden. Stattdessen erzwang DOGE erhebliche Preisnachlässe, die Erweiterung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Zweigeteiltes Bild in den Zahlen

Das Geschäftsjahr 2025 lieferte auf den ersten Blick solide Ergebnisse: Der Pro-forma-Umsatz stieg währungsbereinigt um fünf Prozent auf 767,5 Millionen Euro, die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 44,3 Prozent. Das Enterprise-Segment wuchs mit einem ARR-Plus von 19 Prozent klar am stärksten, unterstützt durch den größten Frontline-Deal der Unternehmensgeschichte in den USA.

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Unter der Oberfläche zeigt sich jedoch eine andere Realität. Im KMU-Segment kletterte die Abwanderungsrate im vierten Quartal auf 16,4 Prozent, das Wachstum der jährlichen wiederkehrenden Umsätze rutschte erneut auf minus ein Prozent. Das Management erwartet, dass diese Schwäche aufgrund einer überarbeiteten Preisstruktur bis mindestens Mitte 2026 anhält.

Prognose und Neubewertung

Für 2026 plant TeamViewer ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von lediglich null bis drei Prozent — eine deutliche Verlangsamung gegenüber den fünf Prozent des Vorjahres. JPMorgan-Analyst Toby Ogg wies zudem auf einen negativen Währungseffekt von 2,8 Prozentpunkten hin, der die Konsensschätzungen weiter nach unten drücken dürfte. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 43 Prozent liegen, nach 44,3 Prozent im Vorjahr.

Morningstar reagierte und senkte die Fair-Value-Schätzung von 9,90 auf 6,90 Euro. Trotzdem stufen die Analysten die Aktie als leicht unterbewertet ein — und konstatieren, dass der aktuelle Marktpreis noch pessimistischer sei als die eigene, bereits gesenkten Wachstumserwartungen.

Operativ setzt TeamViewer auf personelle Verstärkung: Im Februar ernannte das Unternehmen Tim Koubek zum President of TeamViewer Americas, um Vertrieb und Skalierung in der schwächelnden Region voranzutreiben. Das Management bezeichnet 2026 als Basisjahr, von dem aus mittelfristig wieder mittel- bis hocheinstelliges Umsatzwachstum erreicht werden soll. Ob diese Einschätzung trägt, werden die Q1-Zahlen am 6. Mai zeigen.

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