MSCI hat eine potenziell gefährliche Index-Entscheidung vorerst entschärft, doch für die Strategy Aktie ist damit längst nicht alles geklärt. Statt der Angst vor einem technischen Abverkauf rückt nun das Geschäftsmodell selbst in den Fokus – insbesondere die aggressive Bitcoin-Strategie und deren Finanzierung. Die Bewertung hängt damit wieder stärker an Fundamentaldaten als an Index-Regeln.

MSCI-Entscheidung nimmt Verkaufsdruck raus

Wochenlang stand im Raum, dass MSCI Firmen wie Strategy neu klassifizieren und aus wichtigen Indizes werfen könnte. Hintergrund: Ein Großteil der Bilanz besteht aus digitalen Assets statt aus klassischen operativen Vermögenswerten. Ein Ausschluss hätte Indexfonds und ETFs gezwungen, ihre Positionen zügig zu reduzieren – Schätzungen zufolge mit Abflüssen in Milliardenhöhe.

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Diese Gefahr ist zunächst gebannt. MSCI hat entschieden, sogenannte „Digital Asset Treasury Companies“ vorerst nicht aus den Indizes zu entfernen. Für die Aktie bedeutet das: Kein erzwungener technischer Verkaufsdruck, die Kursbildung orientiert sich wieder stärker an den Unternehmensperspektiven. Ganz vom Tisch ist das Thema aber nicht. MSCI hat gleichzeitig angekündigt, die Behandlung von Gesellschaften mit überwiegend gehaltenen, nicht-operativen Vermögenswerten in einem umfassenderen Konsultationsprozess erneut zu überprüfen.

Analysten nehmen Fantasie zurück

Parallel zur strukturellen Entlastung durch MSCI wächst jedoch der Druck von anderer Seite. Die Analysten von TD Cowen haben ihr Kursziel für die Strategy Aktie von 500 auf 440 US‑Dollar gesenkt. Begründet wird dieser Schritt mit einer reduzierten Prognose für die Bitcoin-Erträge im Geschäftsjahr 2026.

Im Zentrum steht dabei die Finanzierung der Bitcoin-Strategie: Strategy emittiert kontinuierlich neue Aktien, um zusätzliche digitale Assets zu kaufen. Diese Verwässerung der bestehenden Aktionäre drückt nach Einschätzung von TD Cowen auf die erwartete Bitcoin-Rendite je Aktie. Kurz gesagt: Je mehr neue Aktien ausgegeben werden, desto dünner verteilt sich der potenzielle Ertrag aus dem Bitcoin-Bestand.

Die entscheidenden Faktoren im Überblick:

  • MSCI-Entscheidung: Kein Indexausschluss, akuter Zwangsverkauf durch passive Fonds ist vorerst vom Tisch.
  • Langfristige Unsicherheit: Eine geplante MSCI-Konsultation hält die Frage der künftigen Indexzugehörigkeit im Hintergrund lebendig.
  • Verwässerungseffekt: Die fortlaufende Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe belastet die erwartete Rendite pro Aktie.
  • Reduziertes Kursziel: TD Cowen reagiert auf diese Effekte mit einem gesenkten 12-Monats-Kursziel und schwächerer Bitcoin-Yield-Prognose.

Bitcoin-Treasury-Modell auf dem Prüfstand

Die Umwandlung in eine „Bitcoin Treasury Company“ ist der Kern der Equity Story von Strategy. Die Bilanz ähnelt zunehmend einem börsennotierten Bitcoin-Vehikel, bei dem operative Aktivitäten in den Hintergrund rücken. Der positive MSCI-Beschluss verhindert zwar eine unmittelbare strukturelle Schieflage durch Indexabflüsse, macht aber gleichzeitig deutlich, dass der Markt die Finanzmechanik dahinter genauer seziert.

Genau diese Mechanik – der Aufbau eines großen Bitcoin-Bestands über Aktien- und Schuldenemissionen – schlägt nun in den Bewertungsmodellen der Analysten durch. Der Titel zeigt sich dabei nervös: Nach starken Verlusten in den vergangenen zwölf Monaten liegt der Kurs mit gut 25 % Plus auf 30-Tage-Sicht deutlich über seinem 50‑Tage-Durchschnitt, bleibt aber mehr als 50 % unter dem 52‑Wochen-Hoch zurück. Der erhöhte RSI unterstreicht die zuletzt aufgeheizte Stimmung.

Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, wie überzeugend Strategy die Balance zwischen weiterem Bitcoin-Aufbau, Verwässerungseffekten und der eigenen operativen Leistungsfähigkeit gestaltet und wie MSCI seine angekündigte Neubewertung von Asset-Holding-Gesellschaften konkret ausgestaltet.

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