Der Risikohebel auf Bitcoin bekommt eine Verschnaufpause: Nach einer wichtigen Entscheidung von MSCI bleibt Strategy vorerst in den großen Indizes vertreten – und entgeht damit einem potenziellen Abverkauf in Milliardenhöhe. Parallel treibt das Unternehmen seine aggressive Bitcoin-Strategie zum Jahresauftakt weiter voran. Wie stabil ist dieses Konstrukt, wenn die Index-Frage nur aufgeschoben ist?

MSCI-Entscheidung nimmt Druck vom Kessel

Auslöser der aktuellen Entspannung ist ein Schritt des Indexanbieters MSCI. Ursprünglich stand zur Diskussion, sogenannte „Digital Asset Treasury“-Gesellschaften – also Firmen mit sehr hohen Kryptowährungs-Beständen und wenig operativem Geschäft – aus wichtigen Benchmarks zu entfernen.

Marktstudien hatten nahegelegt: Ein Ausschluss von Strategy aus diesen Indizes hätte indexgebundene Fonds zu zwangsweisen Verkäufen im Volumen von rund 2,8 bis 10 Milliarden US‑Dollar gezwungen. Entsprechend hoch war die potenzielle Belastung für den Aktienkurs.

Statt einer schnellen Streichung wählt MSCI nun einen Zwischenschritt:

  • Strategy bleibt mindestens bis zur nächsten Indexüberprüfung im Februar 2026 in zentralen globalen Indizes enthalten.
  • Parallel startet MSCI eine umfassendere Konsultation zur künftigen Einstufung von nicht-operativen Gesellschaften.
  • Die Indexgewichte dieser Unternehmen werden eingefroren – neue Aktienemissionen führen also nicht automatisch zu zusätzlicher Nachfrage durch Indexfonds.

Damit nimmt MSCI den unmittelbaren Verkaufsdruck aus dem Markt, begrenzt aber zugleich den positiven Effekt weiterer Kapitalerhöhungen über den Indexkanal. Für Strategy bedeutet das: kurzfristige Entlastung, aber weniger Rückenwind bei künftigen Aktienplatzierungen.

Bitcoin-Offensive zu Jahresbeginn

Operativ – beziehungsweise in der Bilanzstruktur – bleibt die Strategie unverändert: Strategy setzt weiter konsequent auf den Ausbau seiner Bitcoin-Reserven.

In den ersten vier Handelstagen des Jahres 2026 kaufte die Gesellschaft weitere 1.283 Bitcoin für rund 116 Millionen US‑Dollar hinzu. Der Bestand in der Unternehmens-Treasury steigt damit auf 673.783 Bitcoin – mehr als 3 % des umlaufenden Angebots.

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Die Kennzahlen zu dieser Position sind bemerkenswert:

  • Durchschnittlicher Einstandskurs: rund 75.026 US‑Dollar je Bitcoin
  • Aktueller Marktbereich: etwa 91.000 bis 95.000 US‑Dollar je Coin
  • Daraus resultiert ein unrealisiertes Plus von insgesamt über 12 Milliarden US‑Dollar

Gleichzeitig zeigt sich die Kehrseite der hohen Volatilität: Für das vierte Quartal 2025 weist Strategy einen ausgewiesenen unrealiserten Verlust von 17,44 Milliarden US‑Dollar aus – rein bilanztechnisch, aber mit spürbaren Effekten auf Ergebniskennzahlen und Stimmung.

Die Aktie bleibt damit im Kern ein gehebelt wirkender Stellvertreter für Bitcoin: Steigt der Coin, profitiert die Bilanz überproportional – fällt er, schlagen Wertberichtigungen entsprechend hart durch.

Marktbild: Hohe Schwankungen, überhitzter RSI

Nach dem massiven Absturz der vergangenen zwölf Monate erholt sich der Kurs aktuell nur zögerlich. Gestern schloss die Aktie bei 161,83 US‑Dollar, was zwar leicht über dem 50‑Tage‑Durchschnitt liegt, aber weiterhin rund 59 % unter dem 52‑Wochen-Hoch.

Die technischen Daten unterstreichen das Spannungsfeld:

  • Der Abstand zum 200‑Tage‑Durchschnitt ist mit gut 40 % deutlich negativ – ein Zeichen für den tiefen Rückgang seit dem Sommerhoch.
  • Der RSI auf 14‑Tage‑Basis liegt mit 84,2 klar im überkauften Bereich. Kurzfristig ist die Aktie damit anfällig für Rücksetzer, auch wenn sie mittelfristig noch weit von früheren Höchstständen entfernt ist.
  • Die annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von knapp 60 % spiegelt ein weiterhin sehr nervöses Handelsumfeld wider.

Fundamental bleibt die Bewertung stark vom Bitcoin-Preis abhängig. Zwar signalisiert ein niedriger Kurs-Gewinn-Faktor von 7,35 auf den ersten Blick eine günstige Bewertung, gleichzeitig weist das Unternehmen auf Zwölfmonatssicht ein negatives EBITDA von rund 7,24 Millionen US‑Dollar aus. Klassische Ertragskennzahlen liefern daher nur eingeschränkte Orientierung; im Fokus steht vor allem der Marktwert der Bitcoin-Reserven.

Kapitalplan 42/42 und der Blick nach vorn

Parallel zur Indexdebatte hält das Management an seinem „42/42 Plan“ fest. Ziel ist es, insgesamt 84 Milliarden US‑Dollar an frischem Kapital einzuwerben, um weitere Bitcoin-Käufe zu finanzieren. In der Vergangenheit spielte dabei die Platzierung neuer Aktien eine zentrale Rolle.

Genau hier könnte die MSCI-Entscheidung mittelfristig Gewicht bekommen: Durch das Einfrieren der Indexgewichte entfällt ein Teil der automatischen Nachfrage durch indexnahe Anleger bei künftigen Kapitalerhöhungen. Das kann die Konditionen für neues Eigenkapital beeinflussen und macht die Umsetzung des ambitionierten Kapitalplans stärker von der Risikobereitschaft aktiver Investoren abhängig.

Wichtige Klarheit über den aktuellen Stand dieser Kapitalströme und die weitere Ausrichtung dürfte das nächste Zahlenwerk bringen: Am 4. Februar 2026 legt Strategy seinen nächsten Quartalsbericht vor – inklusive neuer Details zur Finanzierung des Bitcoin-Ausbaus und möglichen Signalen, wie stark die begrenzte Indexunterstützung tatsächlich ins Gewicht fällt.

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