Der Schweizer Zughersteller feiert eine historische Premiere auf dem Heimatmarkt: Seit gestern läuft der erste teilautomatisierte Bahnbetrieb der Schweiz. Während Stadler Rail technologisch liefert und die Auftragsbücher füllt, zeigt sich der Aktienkurs von diesen Erfolgen bisher unbeeindruckt. Ignoriert der Markt das Potenzial der wachstumsstarken Signalling-Sparte?

  • Premiere: Start des teilautomatisierten Betriebs (GoA2) auf der Waldenburgerbahn.
  • Technologie: Eigenes Zugsicherungssystem NOVA Pro erfolgreich im Einsatz.
  • Auftragslage: Neue Projekte in Dänemark, Ungarn und den Niederlanden gesichert.
  • Börsenlage: Aktie notiert mit knapp 21 Euro nahe dem Jahrestief.

Premiere im Heimatmarkt

Am gestrigen Montag nahm die Waldenburgerbahn als erste Strecke der Schweiz den kommerziellen Betrieb im Automatisierungsgrad 2 (GoA2) auf. Möglich macht dies das von Stadler entwickelte Zugbeeinflussungssystem CBTC (Communication-Based Train Control) namens NOVA Pro. Bei diesem Standard übernehmen die Systeme das Beschleunigen, Bremsen und präzise Halten an den Stationen vollautomatisch. Das Fahrpersonal verbleibt zwar zur Überwachung im Führerstand, der operative Eingriff ist jedoch minimiert.

Für Stadler ist dies weit mehr als ein lokales Infrastrukturprojekt. Die erfolgreiche Implementierung dient als wichtige Referenz im globalen Wettbewerb um digitale Mobilitätslösungen. Bis Ende 2026 soll im Depotbereich sogar der vollautomatische Betrieb ohne Personal (GoA4) realisiert werden.

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Volle Auftragsbücher zum Jahresstart

Der technologische Meilenstein reiht sich in einen operativ starken Jahresauftakt ein. Im Januar konnte der Konzern bereits signifikante Erfolge verbuchen:
* Ein Konsortium mit Siemens Mobility liefert vollautomatische S-Bahnen nach Kopenhagen.
* Durch einen komplexen Flottentausch werden modernisierte Züge an die ungarische Staatsbahn MÁV verkauft.
* Der niederländische Betreiber Arriva bestellte weitere Züge der FLIRT-Baureihe.

Börsenampel noch auf Rot

Trotz dieser operativen Fortschritte spiegelt sich die gute Nachrichtenlage nicht im Aktienkurs wider. Das Papier beendete den gestrigen Handel bei 20,98 Euro und liegt damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 21,96 Euro. Seit Jahresanfang summieren sich die Verluste auf 19,62 Prozent.

Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 20,12 Euro ist auf gut 4 Prozent zusammengeschmolzen. Mit einem RSI von 36,9 nähert sich der Titel dem überverkauften Bereich, ohne jedoch bisher eine technische Gegenbewegung einzuleiten.

Die Diskrepanz zwischen technologischer Innovationskraft und der aktuellen Börsenbewertung ist offensichtlich. Ob die erfolgreiche Premiere der Signalling-Technologie langfristig als Katalysator für den Kurs wirken kann, wird davon abhängen, wie schnell Stadler diese Referenzen in weitere margenstarke Aufträge ummünzen kann. Vorerst bleibt die Stimmung der Anleger trotz der operativen Erfolge abwartend.

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