Stadler Rail Aktie: Großauftrag im Fokus
Stadler Rail rückt mit möglichen Millionenaufträgen in Osteuropa und Skandinavien stärker ins Rampenlicht. Besonders die laufenden Verhandlungen mit der Metro in Baku über bis zu 300 neue Waggons sorgen für Fantasie im Orderbuch. Gleichzeitig ist die Bewertung der Aktie hoch – kann der Zugbauer die Erwartungen mit neuen Aufträgen rechtfertigen?
Möglicher Großauftrag aus Baku
Am Freitag trafen sich Vusal Aslanov, der Vorsitzende der Baku Metro CJSC, und Stadler-Hauptaktionär Peter Spuhler zu konkreten Gesprächen über die Lieferung moderner U-Bahn-Waggons. Diskutiert wird ein Paket von bis zu 300 Fahrzeugen, die im Rahmen eines staatlichen Programms für die Jahre 2025 bis 2030 zum Einsatz kommen sollen.
Für Stadler hätte ein solcher Vertrag gleich mehrere strategische Effekte:
- Stärkung der Präsenz in der Kaukasus-Region
- Aufbau langfristiger Wartungs- und Serviceumsätze
- Signalwirkung für weitere Infrastrukturprojekte in Osteuropa
Die Börse reagierte prompt: Die Aktie legte am Freitag in der Schweiz zu, an deutschen Handelsplätzen schloss der Titel bei 21,40 Euro, was einem Tagesplus von rund 1,4 % entspricht. Angesichts einer Marktkapitalisierung von gut 2,1 Mrd. Euro wirken Großaufträge dieser Größenordnung spürbar auf die Stimmung im Papier.
Volle Pipeline: Wien, Dänemark, Ungarn
Die Baku-Gespräche stehen nicht isoliert, sondern fügen sich in eine Serie positiver Projektmeldungen ein. Der Januar zeigt, dass Stadler seine Auftragsbasis in mehreren Regionen breiter aufstellt:
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Wiener City Airport Train (CAT):
Ab 2027 setzt der Betreiber der Flughafenverbindung auf neue Doppelstockzüge von Stadler. Die Bestellung stärkt die Position im Premium-Personenverkehr und im wichtigen Markt Österreich. -
Konsortium mit Siemens in Dänemark:
Gemeinsam mit Siemens Mobility ist Stadler an der Lieferung vollautomatischer S-Bahnen für die dänische Staatsbahn DSB beteiligt. Das Projekt unterstreicht die technologische Kompetenz in automatisierten Systemen. -
Refurbishment und Weiterverkauf nach Ungarn:
Stadler übernimmt 93 Gelenktriebzüge von Thurbo, bereitet sie auf und verkauft sie anschließend nach Ungarn weiter. Damit zeigt das Unternehmen Flexibilität im Sekundärmarkt und erschließt zusätzliche Erlösquellen neben dem klassischen Neufahrzeuggeschäft.
Diese Kombination aus Neufahrzeugen, Konsortialprojekten und Zweitmarktaktivitäten unterstützt die Story eines wachsenden Orderbuchs. Sie lenkt zugleich den Blick weg von der aktuell hohen Bewertung: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 52 ist die Aktie fundamental nicht günstig. Anleger konzentrieren sich daher stark auf die Frage, ob die neuen Projekte profitabel genug sind, um das Niveau zu rechtfertigen.
Bewertung, Sektorumfeld und Kursbild
Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Alstom, die mit Rekordauftragsbeständen im dreistelligen Milliardenbereich glänzen, setzt Stadler stärker auf regionale Nischen, maßgeschneiderte Lösungen und Partnerschaften. Diese Strategie scheint zu tragen: Der Markt honoriert derzeit vor allem den wachsenden Auftragszufluss.
Wesentliche Rahmendaten zum Kursbild:
- Schlusskurs Freitag: 21,40 Euro
- Veränderung 30 Tage / YTD: rund -18 %
- 52-Wochen-Hoch: 26,10 Euro (Abstand etwa -18 %)
Nach dem schwächeren Verlauf der vergangenen Wochen notiert die Aktie damit klar unter ihrem Jahreshoch. Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 36,9 und signalisiert ein eher neutrales bis leicht angeschlagenes Momentum, aber noch keine klare Überverkauft-Situation. Charttechnisch wäre ein nachhaltiger Anstieg über die Zone um 20 CHF beziehungsweise den Bereich der mittleren gleitenden Durchschnitte ein positives Signal für eine Stabilisierung.
Dass der Kurs trotz der Rücksetzer noch über dem 52-Wochen-Tief liegt und nur moderat unter den 100- und 200-Tage-Durchschnitten notiert, passt zu einem Bild: Die Fantasie aus dem Orderbuch ist intakt, aber Rückschläge bleiben möglich, falls sich Projekte verzögern oder Margen enttäuschen.
Ausblick: Newsflow entscheidet
In den kommenden Wochen steht vor allem eine Frage im Raum: Wird aus den intensiven Gesprächen in Baku ein verbindlicher Großauftrag? Ein unterschriebener Vertrag über bis zu 300 Waggons hätte spürbare Auswirkungen auf das Orderbuch und könnte als weiterer Kurstreiber wirken, zumal er die regionale Expansion im Kaukasus untermauern würde.
Ein klarer nächster Fixpunkt ist zudem der 18. März 2026. An diesem Tag will Stadler den Geschäftsbericht und die geprüften Jahreszahlen vorlegen. Dann wird sichtbarer, wie sich die zahlreichen Projekte auf Umsatz, Profitabilität und Auftragsbestand auswirken. Bis dahin dürfte vor allem der Nachrichtenfluss zu neuen Verträgen in Osteuropa und Skandinavien bestimmen, ob die Aktie ihren jüngsten Anstieg verteidigen und im Idealfall den deutlichen Abstand zum 52-Wochen-Hoch weiter verringern kann.
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