Bei Stadler Rail prallen gerade zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite gelingen wichtige Auslieferungen und neue Projekte. Auf der anderen Seite belasten ein tödlicher Tramunfall in Mailand und technische Nacharbeiten bei einer neuen Straßenbahn-Generation das Bild. Genau diese Gemengelage dürfte am 18. März, wenn der Geschäftsbericht für 2025 ansteht, zur Bewährungsprobe werden.

Die Börse spiegelt die Unsicherheit bereits wider. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 20,46 Euro – und damit nahe am 52‑Wochen‑Tief (20,12 Euro). In den vergangenen 30 Tagen gab die Aktie um 11,58% nach und notiert klar unter dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 21,97 Euro.

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Mailand-Unfall rückt Sicherheit in den Fokus

Das schwerwiegendste Ereignis der letzten Tage: In Mailand entgleiste eine Straßenbahn und prallte gegen ein Gebäude. Zwei Menschen kamen ums Leben, rund 50 wurden verletzt. Die Ursache ist noch unklar, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Im Raum steht auch der Verdacht, dass ein Sicherheitssystem nicht wie vorgesehen funktionierte.

Laut Stadler handelt es sich um ein Tramlink‑Milano‑Fahrzeug, das erst am 20. Februar in Betrieb genommen worden war. Das Unternehmen steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit dem Betreiber ATM und unterstützt die Analyse zur Ursachenklärung.

TINA: Nachrüstungen bis Ende 2026

Unabhängig vom Unfall kämpft Stadler im Straßenbahnsegment mit weiteren Anlaufschwierigkeiten. Beim fünfteiligen Modell TINA wurde die Abnahme in Darmstadt und Basel wegen Lärm- und Vibrationsbeschwerden gestoppt. Eine unabhängige Untersuchung Anfang 2025 bestätigte, dass die Vibrationen 25% über denen älterer Modelle liegen. Als Ursache identifizierte Stadler neu konstruierte Drehgestelle.

Die Konsequenz: Alle 25 Fahrzeuge werden mit zusätzlichen Gierdämpfern und neuen Radprofilen nachgerüstet. Die Umrüstung läuft bis Ende 2026 – auf Kosten des Herstellers. Gleichzeitig zeigt die Nachfrage trotz der Probleme weiter nach oben: Sechs Städte haben TINA-Fahrzeuge bestellt.

Operative Lichtblicke – und ein Termin, der zählt

Auf der positiven Seite steht ein Meilenstein aus Österreich: Drei SMILE‑Hochgeschwindigkeitszüge wurden für die WESTbahn termingerecht in Betrieb genommen, knapp zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung – deutlich schneller als der häufig genannte Branchenschnitt von vier bis fünf Jahren. Zusätzlich kommt im Güterverkehr Bewegung auf: Alpha Trains und Lineas leasen zwei EURO9000‑Lokomotiven, die erste Einheit soll noch im März 2026 ausgeliefert werden.

Auch strategisch setzt Stadler auf neue Impulse. Zusammen mit Critical Software entstand in Portugal das Joint Venture „Stadler Digital Labs“ (51:49), das Software, Cybersicherheit und digitale Produkte für die Bahnindustrie entwickeln soll. Zum Start arbeiten dort 100 Mitarbeiter, innerhalb von drei Jahren soll das Team auf 300 wachsen.

Was bedeutet das konkret für den Geschäftsbericht am 18. März? Der Termin wird zeigen müssen, ob die operative Ausführungskraft – sichtbar etwa an der SMILE-Inbetriebnahme – die Reibungsverluste aus den Straßenbahn-Themen in der Wahrnehmung überlagern kann. Ein weiterer Fixpunkt im Kalender: Am 5. Mai 2026 steht die Hauptversammlung an, bei der zwei langjährige Verwaltungsräte zurücktreten; als Nachfolger sind Sabrina Soussan und Michael Schöllhorn nominiert.

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