Ein dreistelliger Millionenauftrag wäre für viele Hersteller schon ein großer Erfolg. Stadler Rail meldet nun ein Paket im Milliardenbereich – inklusive jahrzehntelanger Wartung. Doch an der Börse blieb die Reaktion auffallend nüchtern. Wie passt dieser Widerspruch aus starkem Auftragszuwachs und schwacher Kursentwicklung zusammen?

Dänemark-Deal stärkt die Pipeline

Stadler Rail und Siemens Mobility haben von den Dänischen Staatsbahnen (DSB) den Zuschlag für den Aufbau einer neuen vollautomatischen S-Bahn-Flotte für Kopenhagen erhalten. Der Auftrag umfasst Lieferung und Wartung und summiert sich auf rund 3 Milliarden Euro, also etwa 23 Milliarden Dänische Kronen.

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Kernpunkte des Deals:

  • Umfang: Mindestens 226 vollautomatische Züge nach GoA4-Standard (fahrerloser Betrieb)
  • Service: Wartungs- und Servicevertrag über 30 Jahre mit planbaren, wiederkehrenden Erlösen
  • Zeitplan: Erste Züge ab 2032 im Einsatz, vollständige Automatisierung des Netzes bis 2040

Für Stadler bedeutet das eine langfristig gesicherte Auslastung der Werke sowie eine stärkere Positionierung im Segment des autonomen Schienenverkehrs. Der Vertrag verbindet einmalige Liefererlöse mit einem sehr langen Service-Horizont – ein Mix, der grundsätzlich Stabilität in die Ergebnisplanung bringt.

Kurs reagiert kaum auf Großauftrag

Trotz dieser Meldung schloss die Aktie am Freitag schwächer. In Europa gaben die Kurse leicht nach, der Schlusskurs im deutschen Handel lag bei 21,20 Euro, ein Minus von 1,17 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein leichter Rückgang von knapp 1 Prozent.

Im größeren Bild bleibt der Titel belastet:
- Seit Jahresbeginn liegt die Performance bei rund -18,8 %.
- Der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 26,10 Euro beträgt ebenfalls gut -18,8 %.
- Vom 52‑Wochen-Tief bei 20,12 Euro ist der Kurs dagegen nur etwa 5 % entfernt.

Charttechnisch notiert die Aktie unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 22,18 Euro und leicht unter dem 100‑Tage-Durchschnitt von 21,79 Euro. Der 14‑Tage‑RSI von 36,9 signalisiert eine schwache, aber noch nicht überverkaufte Marktlage. Die hohe annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von gut 73 % unterstreicht, dass der Titel zuletzt deutlich schwankungsanfälliger war.

Die verhaltene Reaktion auf den Dänemark-Deal deutet darauf hin, dass ein Teil der positiven Erwartungen bereits im Kurs berücksichtigt war oder von einer allgemein trüben Marktstimmung im Sektor überlagert wurde. Operativ verbessert der Auftrag aber klar die Visibilität der kommenden Jahre.

Langfristiger Rückenwind, kurzfristige Skepsis

Unterm Strich stehen zwei Ebenen nebeneinander: Auf Unternehmensebene sichert der dänische Großauftrag Stadler über viele Jahre Auslastung und wiederkehrende Serviceumsätze. Gleichzeitig signalisiert der aktuelle Kursverlauf mit deutlichem Abstand zum Jahreshoch und einer schwachen YTD-Entwicklung anhaltende Zurückhaltung der Investoren.

Entscheidend wird nun sein, wie Stadler diesen und andere Aufträge in den kommenden Quartalen in Umsatz- und Ergebniswachstum übersetzen kann. Gelingt es, die starke Auftragslage in stabil steigende Margen zu überführen, hätte der aktuelle Bewertungsabschlag gegenüber den jüngsten Hochs eine klare Grundlage für eine Neubewertung.

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