Stadler Rail liefert operativ mehrere Erfolgsmeldungen – und wird gleichzeitig von einem schweren Tramunfall in Mailand sowie Anlaufschwierigkeiten im Straßenbahnsegment überschattet. Das sorgt kurz vor den Jahreszahlen am 18. März für ein unruhiges Gesamtbild. Wie stark die negativen Schlagzeilen wirklich auf das operative Geschäft durchschlagen, dürfte sich schon bald konkreter zeigen.

Auch am Markt spiegelt sich die Zurückhaltung: Mit 20,34 Euro notiert die Aktie heute 1,17% leichter. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 9,44% zu Buche – und der Kurs liegt damit klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt (21,97 Euro).

SMILE-Export und Güterverkehr: Operative Pluspunkte

Ein wichtiges Signal kommt aus Österreich: Stadler hat am 1. März drei SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge für die WESTbahn in den Regelbetrieb überführt – termingerecht und weniger als zwei Jahre nach Vertragsunterzeichnung. Für Stadler ist es der erste SMILE-Export im regulären Betrieb. WESTbahn wird damit nach den SBB zum zweiten Kunden dieses Modells.

Die Züge sollen auf der Strecke Wien–Kärnten über die neue Koralmbahn eingesetzt werden und erreichen bis zu 250 km/h. Für WESTbahn spielt dabei auch die Streckencharakteristik eine Rolle: Auf Teilen der Route verhindern Profilbeschränkungen (Semmeringbahn) den Einsatz von Doppelstockzügen. Der Betreiber entschied sich daher für einen sechsjährigen Direktleasingvertrag.

Auch im Güterverkehr kommt Bewegung auf: Alpha Trains und Lineas haben ein Leasing über zwei EURO9000-Lokomotiven unterzeichnet. Die erste Einheit soll noch im März 2026 ausgeliefert werden. Beide Loks gehören zu einem Rahmenauftrag über zwölf Einheiten, den Alpha Trains bereits 2023 vergeben hatte. Das Modell ist als Full-Service-Lease inklusive Wartung und technischem Support durch Stadler strukturiert.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Stadler Rail?

Digital Labs in Portugal: Ausbau der Software-Kompetenz

Parallel treibt Stadler den Digitalbereich voran. Gemeinsam mit Critical Software wurde das Joint Venture Stadler Digital Labs (STADL) gegründet, spezialisiert auf Softwareentwicklung für den Bahnsektor. Die Beteiligung liegt bei 51% Stadler und 49% Critical Software.

STADL startet mit rund 100 Mitarbeitenden und plant, innerhalb von drei Jahren auf 300 Spezialisten zu wachsen. Standorte sind Coimbra und Lissabon. Der Fokus liegt laut Beschreibung auf Softwareengineering, sicherheitskritischen Systemen und Cybersecurity – also Feldern, die bei modernen Schienenfahrzeugen immer stärker mitentscheiden.

Mailand-Unfall und TINA-Inbetriebnahmen: Belastung im Tram-Segment

Auf der Negativseite steht der Tramunfall in Mailand: Stadler bestätigte, dass das beteiligte Fahrzeug ein Tramlink-Milano war, der seit rund einem Jahr in der Stadt im Einsatz ist. Am 27. Februar entgleiste eine Tram der Linie 9 und prallte in ein Gebäude. Laut Feuerwehr gab es zwei Tote und 38 Verletzte.

Erste Ermittlungen deuteten darauf hin, dass der Fahrer eine Weiche nicht aktiviert habe und zudem die letzte Haltestelle vor dem Unfall überfahren habe. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung – laut Bericht in Italien ein Standardverfahren bei tödlichen Verkehrsunfällen.

Zusätzlich meldet das Unternehmen technische Anlaufschwierigkeiten bei der Inbetriebnahme von fünfteiligen TINA-Straßenbahnen in Darmstadt und Basel. Damit bleibt das Tram-Segment ein Bereich, der aktuell nicht nur operativ, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung unter Druck steht.

Termine: Jahreszahlen am 18. März, GV am 5. Mai

Der nächste harte Prüfpunkt folgt am 18. März 2026 mit den Jahresergebnissen. Im Mittelpunkt dürften laut Ausgangslage vor allem Margenentwicklung und die Frage stehen, wie effizient der Auftragsbestand in Umsatz umgesetzt wird.

Der zweite Fixtermin ist die Generalversammlung am 5. Mai 2026. Dort steht eine Erneuerung im Verwaltungsrat an, inklusive Rücktritten langjähriger Mitglieder und vorgeschlagenen Nachfolgern.

Stadler Rail-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Stadler Rail-Analyse vom 06. März liefert die Antwort:

Die neusten Stadler Rail-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Stadler Rail-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Stadler Rail: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...