Solana erlebt einen ungewöhnlichen Spagat: Während die Aktivität im Netzwerk neue Rekorde markiert und immer mehr institutionelle Projekte auf der Blockchain starten, tritt der Kurs weitgehend auf der Stelle. Im Fokus stehen dabei ein frischer Sicherheitspatch, ein deutlicher Nutzungsanstieg durch KI-Token und ein kritischer Zinsentscheid der US-Notenbank. Kann sich diese Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Preisentwicklung halten?

Ruhiger Kurs, lebhafte Bühne

Solana notiert aktuell bei rund 126,72 US‑Dollar und bewegt sich damit nach einer schwankungsreichen Woche wieder in einer engen Handelsspanne. Nach einem Rücksetzer unter 118 US‑Dollar am Wochenende, ausgelöst durch neue Sicherheitsmeldungen, hat sich der Kurs stabilisiert, bleibt aber deutlich von früheren Hochs entfernt. Der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch beträgt fast 46 %, während die Marke um 120 US‑Dollar zuletzt mehrfach als Unterstützung gehalten hat.

Das geschieht vor dem Hintergrund eines insgesamt abwartenden Kryptomarkts. Viele Anleger schauen heute auf die anstehende Zinsentscheidung der US‑Notenbank Fed. Ein schwächerer US‑Dollar stützt zwar generell Risikoassets, doch Kryptowährungen hinken der jüngsten Rallye bei Gold deutlich hinterher.

Netzwerk legt kräftig zu

Rekordwerte bei On-Chain-Daten

Während der Kurs seitwärts läuft, zieht die Aktivität auf der Blockchain deutlich an. Daten von Nansen zeigen für Januar neue Höchststände bei mehreren Kennzahlen:

  • Wöchentlich aktive Adressen: 27,1 Millionen, ein Plus von 56 % gegenüber der Vorwoche
  • Wöchentliche Transaktionen: 515 Millionen – Spitzenwert im Vergleich großer Blockchains
  • Rund 2 Milliarden Transaktionen innerhalb von 30 Tagen
  • Total Value Locked (TVL) in DeFi-Protokollen: rund 8,4 bis 10 Milliarden US‑Dollar

BNB Chain und Tron liegen bei diesen Metriken zwar in Schlagdistanz, Solana setzt sich aber bei der reinen Netzwerkauslastung klar an die Spitze. Aus Marktsicht ist das ein Hinweis darauf, dass die Blockchain trotz kurzfristiger Kursunsicherheit intensiv genutzt wird.

KI-Token sorgen für zusätzlichen Schub

Ein wesentlicher Treiber dieses Anstiegs ist die Spekulation rund um KI-bezogene Token. Besonders im Fokus: Projekte, die mit „Claude Code“, einem von Anthropic entwickelten AI-Toolkit, verknüpft sind. Laut CoinDesk stieg die Zahl der aktiven Adressen in nur einer Woche von 14,7 auf 18,9 Millionen – vor allem getrieben durch Handel und Interaktion mit solchen Tokens.

Entwickler nutzen dabei „Bags“, eine Launchpad-Plattform auf Solana, um neue Token an den Start zu bringen. Das führt zu einem Kreislauf aus ständig neuen Listings, Handelsaktivität und weiter steigender Netzwerknutzung.

Sicherheitspatch nach kritischer Schwachstelle

Lücke geschlossen, Koordination bleibt Problem

Am 26. Januar sorgte eine Meldung von Anza, dem Team hinter dem wichtigsten Solana-Client, kurz für Nervosität. Bekannt wurden zwei kritische Sicherheitslücken, über die Angreifer das Netzwerk hätten ausbremsen oder sogar zum Stillstand bringen können.

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  • Eine Schwachstelle hätte Validatoren über das Nachrichtensystem zum Absturz bringen können.
  • Eine zweite hätte es ermöglicht, mit Spam-Voting-Nachrichten den Konsens zu blockieren.

Die Solana Foundation reagierte mit einem dringenden Update (v3.0.14) und verschärfte die Regeln für Validatoren: Wer sicherheitsrelevante Updates ignoriert, riskiert künftig delegierte Stakes. Entscheidend: Es kam zu keinem Angriff, und die Blockchain verzeichnet seit dem 6. Februar 2024 ununterbrochene Betriebszeit.

Allerdings zeigte sich erneut ein strukturelles Thema: In der Frühphase hatten nur etwa 18 % der gestakten SOL schnell auf die neue Version aktualisiert. Das verweist auf Abstimmungsprobleme im Validatoren-Netzwerk, wenn es um schnelle Notfall-Patches geht – ein Punkt, den institutionelle Nutzer genau beobachten.

Wachsende Nutzung durch Institutionen

Mehr Real-World-Assets und Finanzprodukte

Parallel dazu weitet sich das Ökosystem klar in Richtung institutioneller Anwendungen aus. Zu den jüngsten Projekten zählen:

  • Ondo Global Markets: Einführung von über 200 tokenisierten US‑Aktien und ETFs auf Solana, aktuell größter Real-World-Asset-Anbieter (RWA) im Netzwerk.
  • R3: Das Enterprise-Blockchain-Unternehmen baut auf Solana eine Plattform für institutionelle On-Chain-Yield-Produkte.
  • Digitap: Plant direkten Wallet-Top-up mit USDC, USDT und SOL.
  • Jupiter: Entwickelt sich von einem reinen DEX-Aggregator hin zu einer umfassenden „DeFi Super App“.

Diese Initiativen erhöhen den potenziellen Anwendungsbereich von Solana deutlich – weg von reiner Spekulation, hin zu strukturierten Finanzprodukten und tokenisierten Real-World-Assets.

Alpenglow-Upgrade im Blick

Mit dem angekündigten „Alpenglow“-Upgrade zielt Solana zusätzlich auf die technische Basis. Die Aktualisierung soll Performance und Skalierbarkeit weiter verbessern und damit Bedenken adressieren, ob das Netzwerk dauerhaft hohe Datenlasten verkraften kann. Angesichts der jüngsten Transaktionsrekorde dürfte dieses Upgrade für Entwickler und große Nutzergruppen besonders relevant sein.

Regulierung und Rahmenbedingungen

Der Solana Policy Institute nutzt die aktuelle Phase, um politischen Druck aufzubauen. Die Organisation fordert von der US-Regierung klarere rechtliche Leitplanken für Blockchain-Entwickler. Hintergrund sind jüngste Verfahren gegen Entwickler anderer Projekte, die aus Sicht des Instituts ein Klima der Unsicherheit erzeugen. Die Warnung: Unklare Regeln könnten Innovation bremsen und Talente ins Ausland treiben.

Gleichzeitig bleibt das Makroumfeld entscheidend. Die Kombination aus Fed-Entscheid, schwachem Dollar und der jüngsten Flucht in „sichere Häfen“ wie Gold beeinflusst auch das Sentiment gegenüber Kryptoassets – selbst wenn deren Fundamentaldaten sich verbessern.

Technischer Blick auf den Kurs

Aus charttechnischer Sicht bildet der Bereich zwischen 120 und 122 US‑Dollar eine kurzfristig wichtige Unterstützungszone, die im Januar mehrfach gehalten hat. Fällt Solana darunter, wäre laut Marktbeobachtern Raum für eine Korrektur in Richtung 112 bis 115 US‑Dollar.

Auf der Oberseite rückt vor allem der Bereich zwischen 127 und 130 US‑Dollar in den Fokus. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 130 US‑Dollar würde das Bild spürbar aufhellen und den Weg in Richtung 135 und 145 US‑Dollar öffnen. Mit einem aktuellen Kurs nahe 126 US‑Dollar und einer 30‑Tage-Volatilität von rund 45 % bleibt der Spielraum für schnellere Bewegungen in beide Richtungen hoch.

Fazit: Starke Nutzung, abwartender Markt

Ende Januar 2026 zeigt Solana ein klares Muster: Fundamentale Kennzahlen wie aktive Adressen, Transaktionen, DeFi-Volumen und institutionelle Integrationen ziehen deutlich an, während der Kurs im Vergleich dazu zurückhaltend reagiert. Die erfolgreiche Schließung der Sicherheitslücke, fast zwei Jahre ununterbrochene Betriebszeit und das anstehende Alpenglow-Upgrade liefern eine konstruktive Basis. Kurzfristig dürften jedoch vor allem Makrofaktoren wie die heutige Fed-Entscheidung und die Entwicklung des US‑Dollar darüber entscheiden, ob Solana die Widerstandszone um 130 US‑Dollar hinter sich lassen und näher an seine gestärkte Fundamentallage heranrücken kann.

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