Ein gigantisches Infrastrukturprojekt in den USA sollte SoftBank eigentlich lukrative Einnahmen bescheren. Stattdessen hat die japanische Regierung nun interveniert und die geplanten Vergütungen für den Technologiekonzern um mehr als 90 Prozent zusammengestrichen. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die wachsenden Hürden bei staatlich finanzierten Mega-Investitionen.

Streit um das Ohio-Projekt

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht ein geplantes Gaskraftwerk im US-Bundesstaat Ohio mit einem Volumen von 33 Milliarden US-Dollar. Ursprünglich sollte SoftBank für die Entwicklung und den Betrieb der Anlage rund 6,3 Milliarden US-Dollar kassieren. Auf Druck japanischer Regierungsvertreter schrumpft diese Summe nun auf einen Bruchteil zusammen.

Der Grund für den Unmut der Beamten liegt in der Finanzierungsstruktur. SoftBank bringt kein eigenes Kapital in das Projekt ein. Die Anlage wird vollständig von Japan finanziert und gehört über eine Zweckgesellschaft zu gleichen Teilen den USA und Japan. Die nun stark reduzierte Vergütung für den Bau und den Betrieb des 9,2-Gigawatt-Kraftwerks wird SoftBank nicht auf einen Schlag erhalten, sondern über eine Laufzeit von 15 bis 20 Jahren gestreckt.

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Teil eines gigantischen Deals

Das Energieprojekt in Ohio markiert lediglich die erste Phase eines 550 Milliarden US-Dollar schweren Investitionsabkommens zwischen beiden Nationen. Japan sichert sich durch den Deal Zollerleichterungen und pumpt im Gegenzug massiv Kapital in die amerikanische Infrastruktur. Ein wesentlicher Treiber für diese Investitionen ist der rasant steigende Strombedarf durch neue KI-Rechenzentren.

Das Management von SoftBank nutzte seine weitreichenden Netzwerke, um dieses diplomatische Großprojekt von Beginn an mitzugestalten. Die finanziellen Spielregeln sind dabei klar definiert: Die Gewinne aus den ersten Investitionen werden hälftig geteilt, bis Tokio sein eingesetztes Kapital zurückerhalten hat. Danach fließen 90 Prozent der laufenden Erträge an die Vereinigten Staaten.

Staatliche Kontrolle nimmt zu

Das direkte Eingreifen der Behörden zeigt, dass staatliche Fonds bei Partnerschaften mit dem Privatsektor deutlich strengere Maßstäbe anlegen. Die Auszahlung enormer Gebühren aus öffentlichen Mitteln an ein Unternehmen ohne eigenes finanzielles Risiko sorgte in Tokio für Alarmbereitschaft. Der drastische Honorar-Schnitt demonstriert die Grenzen von Dienstleistungsmodellen bei staatlich geförderten Infrastrukturprojekten.

Dieser striktere Kurs dürfte auch die zweite, rund 10 Billionen Yen schwere Investitionsrunde prägen, die kleine modulare Atomreaktoren und weitere Gaskraftwerke umfasst. Die genauen Rahmenbedingungen dieser künftigen Projekte stehen bereits heute, am 19. März 2026, auf der Agenda, wenn sich der japanische Premierminister und der US-Präsident zum Gipfeltreffen in Washington austauschen.

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