SoftBank muss diese Woche gleich mehrere Baustellen gleichzeitig managen. S&P Global hat den Ausblick gesenkt, weil der Konzern seine OpenAI-Position nochmals deutlich ausbauen will. Gleichzeitig verzögert sich der seit Langem geplante US-Börsengang der Zahlungs-Tochter PayPay – ausgerechnet in einem Moment, in dem SoftBank frische Liquidität gut gebrauchen könnte.

S&P senkt Ausblick wegen OpenAI-Risiko

S&P Global hat den Ausblick für SoftBank von „stabil“ auf „negativ“ herabgesetzt. Als Grund nennt die Ratingagentur die Pläne für ein zusätzliches Investment von 30 Mrd. US-Dollar in OpenAI, das die Liquidität belasten und die Kreditqualität der Vermögenswerte verschlechtern könnte. Das Langfrist-Rating selbst bestätigte S&P mit „BB+“.

SoftBank hatte zuletzt angekündigt, dieses Jahr weitere 30 Mrd. US-Dollar in OpenAI zu investieren. Damit würde das gesamte Engagement auf 64,6 Mrd. US-Dollar steigen. Nach Abschluss der zusätzlichen Investition erwartet S&P eine Beteiligung von rund 13% an OpenAI. Den möglichen finanziellen Gegenwind könnte SoftBank laut S&P zumindest teilweise abfedern, wenn der Konzern Vermögenswerte verkauft.

S&P hebt zudem das Konzentrationsrisiko hervor: Nach der Aufstockung dürfte OpenAI rund 30% der Investment-Assets ausmachen – ähnlich viel wie Arm. Gleichzeitig stuft S&P OpenAI als eines der Investments mit der „schwächsten“ Kreditqualität im Portfolio ein. Zudem verwies die Agentur darauf, dass SoftBanks KI-Engagement stark von Start-ups und privaten Unternehmen geprägt ist, darunter SambaNova, Wayve und ABB Robotics. Das erhöhe das Risiko, dass sich Innovationen anders entwickeln als erhofft.

S&P sieht zusätzlichen Druck auf die Bonität, falls SoftBank nicht zügig gegensteuert – etwa durch Verkäufe. Außerdem deutete die Agentur an, dass ein OpenAI-Börsengang helfen müsste, die Liquidität im Portfolio zu verbessern.

PayPay verschiebt Nasdaq-Roadshow

Der zweite Liquiditätsbaustein wackelt: PayPay hat die IPO-Roadshow verschoben, die am Montag starten sollte. Hintergrund sind die nervösen Märkte nach den Wochenend-Ereignissen rund um Iran. Nach US- und israelischen Angriffen, bei denen Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet wurde, gerieten die Finanzmärkte weltweit unter Druck – und PayPay trat bei den Börsenplänen auf die Bremse.

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Für den Börsengang plante PayPay den Verkauf von knapp 55 Mio. American Depositary Shares in einer Preisspanne von 17 bis 20 US-Dollar. Daraus sollte ein Emissionserlös von rund 1,1 Mrd. US-Dollar entstehen, bei einer angepeilten Bewertung von bis zu 13,4 Mrd. US-Dollar. Als Konsortialführer sind Goldman Sachs, J.P. Morgan, Mizuho und Morgan Stanley genannt.

Bei den sogenannten Anchor-Investoren gab es Interesse an Käufen von bis zu 220 Mio. US-Dollar, darunter eine Tochter der Qatar Investment Authority, ein Visa-nahe stehendes Investmentvehikel sowie die Abu Dhabi Investment Authority. Zwei dieser Investoren – Qatar Investment Authority und Abu Dhabi Investment Authority – sitzen in Ländern, die zuletzt von iranischen Raketenangriffen betroffen waren.

PayPay zählte Ende 2025 rund 72 Mio. registrierte Nutzer. Die Preisfindung für den Börsengang ist laut Planung weiterhin für den 11. März angesetzt. Allerdings ist es nicht der erste Rückschlag: Schon im vergangenen Jahr hatte PayPay den IPO verschoben, damals wegen des US-Government-Shutdowns, der Prozesse bei der SEC ausbremste.

Das knappe Liquiditäts-Gleichgewicht

Die Vorgänge hängen eng zusammen. SoftBank erhöht parallel seine KI-Investitionen und hat 30 Mrd. US-Dollar für OpenAI zugesagt – aufbauend auf einem Investment von rund 41 Mrd. US-Dollar, das im Dezember abgeschlossen wurde und damals auf etwa 11% Beteiligung taxiert wurde. Mittel aus Monetarisierungen, darunter der PayPay-Börsengang, sollen diese Kapitalzusagen mittragen.

Genau darin sieht S&P das Kernrisiko: SoftBank investiert sehr konzentriert große Summen in KI und versucht gleichzeitig, über IPOs und Verkäufe Liquidität zu schaffen. Nach der zusätzlichen OpenAI-Investition dürfte das Investmentportfolio laut S&P auf mehr als 320 Mrd. US-Dollar anwachsen.

In den nächsten Tagen dürfte sich vor allem an zwei Punkten entscheiden, wie groß der Druck bleibt: ob PayPay den Zeitplan Richtung Preisfindung am 11. März stabilisieren kann – und ob SoftBank mit Verkäufen oder anderen Maßnahmen rasch genug Liquidität schafft, um die zusätzlichen 30 Mrd. US-Dollar für OpenAI ohne weitere Verschlechterung der finanziellen Flexibilität zu stemmen.

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