SoftBank Aktie: Rating-Warnung
SoftBank steht vor einer Zerreißprobe. Während die Rating-Agentur S&P den Kreditausblick auf negativ senkt, startet gleichzeitig die Bezahltochter PayPay ihre milliardenschwere US-Börsenoffensive. Der japanische Technologiekonzern muss zeigen, dass seine aggressive KI-Strategie aufgeht – die Geduld der Kreditmärkte schwindet.
S&P warnt vor OpenAI-Klumpenrisiko
S&P Global senkte den Kreditausblick für SoftBank von stabil auf negativ. Der Grund: die geplante Aufstockung der OpenAI-Beteiligung um weitere 30 Milliarden Dollar. Die Ratingagentur sieht Liquidität und Portfolioqualität des Konzerns gefährdet.
Die zusätzliche Investition erfolgt in drei Tranchen zu je 10 Milliarden Dollar über das laufende Jahr verteilt. Damit steigt SoftBanks Anteil an OpenAI von rund 11 auf etwa 13 Prozent. Brisant: OpenAI wird dann 30 Prozent der gesamten Investmentbasis von SoftBank ausmachen – exakt so viel wie die Chipdesign-Tochter Arm Holdings.
S&P rechnet vor, dass SoftBanks Gesamtportfolio nach der Transaktion auf über 320 Milliarden Dollar anschwillt. Der Anteil nicht börsennotierter Assets dürfte von geschätzten 42 Prozent im Dezember auf deutlich über 50 Prozent steigen. Die Agentur stellt klar: "Die Investitionen in KI, einschließlich OpenAI, betreffen größtenteils junge Startups und private Unternehmen", die erheblichen Innovations- und Wettbewerbsrisiken ausgesetzt seien.
Das langfristige Issuer-Rating von "BB+" bestätigte S&P allerdings. Die Begründung: SoftBank könne negative finanzielle Auswirkungen durch Vermögensverkäufe begrenzen.
PayPay-Börsengang soll Druck nehmen
Zeitgleich zur Rating-Warnung treibt SoftBank eine wichtige Liquiditätsmaßnahme voran. Am 2. März startete PayPay die Roadshow für den US-Börsengang. Die Bezahltochter strebt eine Bewertung von bis zu 13,4 Milliarden Dollar an – einer der größten US-Listings eines japanischen Unternehmens.
PayPay und ein Arm des SoftBank Vision Fund II wollen bis zu 1,1 Milliarden Dollar erlösen. Angeboten werden 31,1 Millionen American Depositary Receipts durch PayPay selbst sowie 23,9 Millionen ADRs durch den Vision Fund. Unter den Cornerstone-Investoren finden sich Qatar Investment Authority, Visa und Abu Dhabi Investment Authority mit einem gemeinsamen Volumen von bis zu 220 Millionen Dollar.
Die 2018 gegründete Plattform zählt über 72 Millionen Nutzer in Japan und profitierte vom QR-basierten Zahlungsboom. In den neun Monaten bis Dezember 2025 erwirtschaftete PayPay einen Gewinn von 103,3 Milliarden Yen bei einem Umsatz von 278,5 Milliarden Yen. Durch Zukäufe von PayPay Bank und PayPay Securities im April 2025 bietet das Unternehmen mittlerweile auch Banking-, Kredit- und Brokerage-Dienste an. Im Oktober folgte eine strategische Allianz mit Binance Japan, bei der PayPay 40 Prozent an der Krypto-Börse übernahm.
Vision Fund schreibt schwarze Zahlen
Die KI-Wette zeigt sich derweil in den Geschäftszahlen. Der Nettogewinn von SoftBank erreichte in den neun Monaten bis Dezember 2025 rund 3,17 Billionen Yen (etwa 20,7 Milliarden Dollar). Der Vision Fund schwenkte nach Verlusten im Vorjahr auf einen Gewinn von 3,6 Billionen Yen.
Auch die Telekom-Sparte liefert solide Ergebnisse. SoftBank Corp steigerte Umsatz und Betriebsgewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 jeweils um 8 Prozent auf 5,2 Billionen Yen beziehungsweise 884 Milliarden Yen. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde von 6,7 auf 6,95 Billionen Yen Umsatz und von zuvor erwarteten auf 1,02 Billionen Yen Betriebsgewinn angehoben.
Illiquide Assets als Achillesferse
S&P formuliert die Herausforderung deutlich: "Der negative Ausblick spiegelt unsere Einschätzung wider, dass die große Folgeinvestition in OpenAI bedeutet, dass es länger dauern wird als angenommen, bis SoftBank Liquidität und Qualität seiner Investmentbasis wiederhergestellt hat."
Die Rating-Agentur geht davon aus, dass SoftBank Vermögenswerte verkaufen muss, um das Loan-to-Value-Verhältnis zu verbessern. Zeitpunkt und Umfang solcher Schritte bleiben unklar. Ein Börsengang von OpenAI würde dem Portfolio laut S&P "dringend benötigten Auftrieb" geben.
Mit der OpenAI-Aufstockung beläuft sich SoftBanks Gesamtinvestment in das KI-Unternehmen auf 64,6 Milliarden Dollar. Die 110 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde von OpenAI, an der SoftBank mit 30 Milliarden Dollar beteiligt ist, erfolgt über einen Gruppenfonds bis Oktober.
Der PayPay-Börsengang unter dem Ticker "PAYP" an der Nasdaq wird von Goldman Sachs, JP Morgan, Mizuho und Morgan Stanley begleitet. Ob die Emission erfolgreich verläuft, dürfte richtungsweisend dafür sein, wie der Markt SoftBanks Fähigkeit zur Portfolio-Monetarisierung bewertet.
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