Broadcom Aktie: Rüstungsvertrag trifft EU-Gegenwind
Knapp eine Milliarde Dollar vom US-Verteidigungsministerium — und gleichzeitig eine kartellrechtliche Beschwerde in Brüssel. Broadcom steht dieser Tage vor einem ungewöhnlichen Kontrast: Während das Unternehmen seinen Einfluss im Regierungsgeschäft ausbaut, gerät dieselbe Softwaresparte in Europa unter Druck.
Fast eine Milliarde für die US-Verteidigung
Am 24. März 2026 gaben Broadcom und der Vertriebspartner Carahsoft Technology Corp. bekannt, dass die Defense Information Systems Agency (DISA) ihnen einen Rahmenvertrag über 970 Millionen US-Dollar erteilt hat. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre.
Der Vertrag bündelt Softwarebeschaffung für mehrere Behörden des Verteidigungsministeriums — darunter die US Air Force, die Space Force und verschiedene Combatant Commands. Im Mittelpunkt steht die VMware Cloud Foundation, ergänzt um Sicherheitslösungen wie VMware vDefend sowie Broadcom-Produkte für Projektmanagement. Das Modell mit vorverhandelten Konditionen soll Beschaffungsprozesse deutlich beschleunigen.
Broadcom-Manager Regan McGrath bezeichnete den Deal als Beitrag zur „sicheren digitalen Transformation" der beteiligten Behörden. Der Vertrag ist Teil einer gezielten Expansion im Regierungssegment, die Broadcom seit der VMware-Übernahme vorantreibt.
Gleichzeitig: Kartellbeschwerde in Brüssel
Während Washington kauft, klagt Europa. Der Branchenverband CISPE, der europäische Cloud-Anbieter vertritt, hat bei der EU-Kommission Beschwerde eingereicht. Der Vorwurf: Broadcom missbrauche seine Marktmacht, indem es das bisherige VMware-Partnerprogramm für Cloud-Dienstleister abwickle. Kleinere Anbieter seien dadurch aus dem VMware-Ökosystem gedrängt worden.
Die EU-Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde und prüft sie nach Standardverfahren. CISPE fordert eine einstweilige Verfügung, die das Programm bis zum Ablauf bestehender Verträge am 31. März offenhält.
Broadcom weist die Vorwürfe zurück. Ein Unternehmenssprecher erklärte, CISPE werde von Hyperscalern finanziert und stelle die Marktlage falsch dar.
Was das für die Softwareumsätze bedeutet
Für Investoren ist die EU-Entwicklung nicht nur wegen möglicher Bußgelder relevant. Entscheidender wäre ein erzwungener Eingriff in laufende Partnerverträge — das könnte Broadcoms Strategie bremsen, VMware-Kunden auf neuere Abonnementmodelle umzustellen und damit wiederkehrende Softwareumsätze in Europa zu sichern.
Im ersten Geschäftsquartal erzielte Broadcom einen Umsatz von 19,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das zweite Quartal stellt das Management KI-Halbleiterumsätze von 10,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Aktie notiert aktuell rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 353,15 Euro.
Der DISA-Vertrag stärkt Broadcoms Position im US-Staatssektor spürbar. Ob die EU-Kommission jedoch mit einer Zwangsmaßnahme eingreift, bevor die bestehenden CSP-Verträge Ende März auslaufen, entscheidet darüber, wie schnell Broadcom sein europäisches VMware-Geschäft nach eigenen Vorstellungen umbauen kann.
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