Siemens Energy setzt voll auf den amerikanischen Markt und den dortigen Energiehunger durch Künstliche Intelligenz. Mit einer Investition von einer Milliarde US-Dollar will der Konzern die Produktionskapazitäten massiv ausweiten, um von der steigenden Stromnachfrage zu profitieren. Doch kurz vor den Quartalszahlen und angesichts einer heißgelaufenen Bewertung fragen sich Marktteilnehmer, ob die fundamentalen Aussichten den steilen Kursanstieg weiterhin rechtfertigen.

  • US-Expansion: 1 Milliarde US-Dollar Investitionsvolumen für Netztechnologie und Turbinen.
  • Kurstreiber: Steigender Strombedarf durch KI-Rechenzentren in Nordamerika.
  • Überhitzungssignale: RSI bei 85,4 deutet auf eine technisch angespannte Lage hin.
  • Wichtiger Termin: Quartalszahlen folgen am 11. Februar 2026.

Comeback der US-Fertigung

Der Konzern plant, seine Präsenz in den Vereinigten Staaten deutlich auszubauen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Bundesstaat North Carolina, wo Projekte im Volumen von 421 Millionen US-Dollar finalisiert werden. Besonders symbolträchtig ist dabei die Wiederbelebung des Standorts Charlotte: Die dortige Gasturbinenfertigung, die 2018 eingestellt worden war, soll wieder hochgefahren werden. Die Auslieferung der ersten Turbinen aus diesem reaktivierten Werk wird in zwei bis drei Jahren erwartet.

Insgesamt sollen durch die Maßnahmen rund 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen, verteilt auf Standorte in North Carolina, Alabama, New York, Texas, Mississippi und Florida. CEO Christian Bruch spricht in diesem Zusammenhang von einem „Revival der US-Fertigung“.

KI und Rechenzentren als Wachstumsmotor

Hinter dieser strategischen Entscheidung steht ein fundamentaler Wandel im Energiebedarf. Marktbeobachter identifizieren das exponentielle Wachstum von Künstlicher Intelligenz und den damit verbundenen Ausbau von Rechenzentren als zentralen Treiber. Prognosen gehen davon aus, dass die US-Stromnachfrage im Jahr 2026 um 1,7 % steigen wird. Siemens Energy positioniert sich hier als entscheidender Zulieferer für die notwendige Infrastruktur, sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei der Netztechnologie.

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Charttechnik und Bewertung

Die Aktie spiegelt die hohen Erwartungen bereits deutlich wider. Mit einem Schlusskurs von 148,40 Euro notiert das Papier nur knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch von 154,90 Euro. Die Performance der letzten 12 Monate ist mit einem Plus von 173,50 % beeindruckend.

Allerdings mahnen technische Indikatoren zur Vorsicht: Der Relative Strength Index (RSI) notiert mit einem Wert von 85,4 im stark überkauften Bereich. Auch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen über 41 %, was die Gefahr kurzfristiger Konsolidierungen erhöht.

Ausblick: Zahlenwerk entscheidet

Die langfristige Strategie scheint klar, doch kurzfristig liegt die Aufmerksamkeit auf dem 11. Februar 2026. An diesem Tag präsentiert Siemens Energy die Bilanz für das erste Quartal. Der Marktkonsens rechnet für das Gesamtjahr 2026 aktuell mit einem Gewinn je Aktie von etwa 3,78 Euro. Ob der Aktienkurs das hohe Niveau halten kann, wird maßgeblich davon abhängen, ob das Management die ambitionierten Wachstumserwartungen mit konkreten Zahlen untermauern kann.

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