Siemens Energy meldet sich eindrucksvoll zurück. Auf der heutigen Hauptversammlung in Berlin beschlossen die Aktionäre nicht nur die erste Gewinnausschüttung seit drei Jahren, sondern debattierten gleichzeitig hitzig über die Zukunft der Windkraft-Sparte Gamesa. Während die operativen Rekorde für Euphorie sorgen, stellt sich für Investoren die zentrale Frage: Bleibt der Energieriese als Einheit bestehen oder erzwingen Aktivisten die Aufspaltung?

Ende der Durststrecke

Für die rund 800 Aktionäre in der Berliner STATION markiert der heutige Tag das offizielle Ende der Krise. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 99,99 Prozent stimmten sie der Dividende von 0,70 Euro je Aktie zu. Dies ist die erste Ausschüttung seit 2022, nachdem staatliche Garantien Dividendenzahlungen zuvor blockiert hatten.

Der Schritt unterstreicht die finanzielle Gesundung des Konzerns. Das Geschäftsjahr 2025 schloss Siemens Energy mit einem Nettogewinn von 1,685 Milliarden Euro ab. Aufsichtsratschef Joe Kaeser bezeichnete das Jahr als das erfolgreichste in der noch jungen Unternehmensgeschichte. Dass die Aktie heute dennoch um 2,63 Prozent auf 164,75 Euro nachgab, werten Marktbeobachter als klassische Gewinnmitnahme nach einer Rally von über 34 Prozent seit Jahresanfang.

Tauziehen um die Strategie

Trotz der Feierstimmung dominierte ein Thema die Flure: Was passiert mit Siemens Gamesa? Der US-Aktivist Ananym Capital fordert seit Dezember eine Abspaltung der Windkraft-Tochter. Auf der Versammlung hielt Großaktionär Deka Investment dagegen. Ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt käme einem "Verschleudern" gleich, warnte Deka-Experte Ingo Speich.

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Das Management um CEO Christian Bruch versucht, den Ball flach zu halten. Zwar bestätigte Ananym "konstruktive Gespräche", doch Bruch beharrt auf seinem Sanierungsplan. Bis 2028 soll Gamesa zweistellige Renditen liefern. Erst wenn die Sanierung greift – im ersten Quartal konnte der Verlust bereits massiv eingedämmt werden –, dürfte eine strategische Neubewertung auf der Agenda stehen.

Operative Rekorde und KI-Fantasie

Der Rückenwind für den Vorstand kommt aus dem operativen Geschäft. Der Auftragsbestand kletterte zuletzt auf ein Rekordhoch von 146 Milliarden Euro. Besonders das Netzgeschäft und Gasturbinen boomen, getrieben durch den massiven Energiehunger neuer KI-Rechenzentren. Um diese Nachfrage zu bedienen, investiert der Konzern aktuell eine Milliarde US-Dollar in den Ausbau der US-Standorte.

Dieser fundamentale Aufwärtstrend spiegelt sich im Aktienkurs wider, der auf Sicht von 12 Monaten um fast 200 Prozent zulegte. Allerdings mahnt der RSI von 85,4 zur Vorsicht – der Wert deutet auf eine technisch überkaufte Situation hin.

Fazit

Siemens Energy hat den Turnaround geschafft und belohnt die Geduld der Anleger mit einer Dividende. Der Konflikt um die Abspaltung von Gamesa dürfte jedoch weiter schwelen und die strategische Diskussion bestimmen. Ob der Sanierungskurs bei der Windkraft-Tochter schnell genug greift, werden die nächsten Quartalszahlen am 12. Mai 2026 zeigen.

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