Siemens Aktie: Umbau läuft
Siemens drückt gleichzeitig auf mehrere Knöpfe: Das Aktienrückkaufprogramm läuft schneller als geplant, das operative Geschäft liefert starke Q1-Zahlen – und mit der geplanten Abgabe der Healthineers-Mehrheit steht ein spürbarer Konzernumbau an. Genau diese Mischung aus Rückenwind und Strukturarbeit macht die nächsten Wochen so interessant. Wie gut passt das alles zusammen?
Rückkauf beschleunigt – Aktienzahl sinkt
Beim Rückkaufprogramm geht Siemens weiter aufs Tempo. Laut Pflichtmitteilung vom 23. Februar kaufte der Konzern zwischen dem 16. und 22. Februar 354.983 eigene Aktien zurück. Das Programm wurde im November 2023 angekündigt und umfasst bis zu 6 Milliarden Euro über maximal fünf Jahre. Nach rund zwei Jahren sind bereits nahezu 4,4 Milliarden Euro umgesetzt – damit deutlich schneller als ursprünglich angelegt.
Zusätzlich will Siemens im März 18 Millionen Schatzaktien einziehen. Damit sinkt die Zahl der Aktien im Grundkapital auf 782 Millionen. Für Aktionäre ist das vor allem deshalb relevant, weil weniger ausstehende Aktien – bei sonst gleichen Gewinnen – rechnerisch den Gewinn je Aktie stützen.
An der Börse zeigte sich zuletzt dennoch wenig Euphorie: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 246,20 Euro (-1,18%). Auf 30 Tage steht ein Minus von 2,01%, seit Jahresanfang ein Plus von 2,20%.
Starke Q1-Zahlen – Prognose angehoben
Am 12. Februar legte Siemens die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor – und lieferte breit solide Werte. Der Auftragseingang stieg um 10% auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz um 8% auf 19,1 Milliarden Euro. Im Industriegeschäft kletterte das Ergebnis um 15% auf 2,9 Milliarden Euro, die Marge lag bei 15,6%.
Besonders auffällig: Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro ein Rekordniveau, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,12. Auf dieser Basis hob das Management die Gewinnprognose (EPS vor PPA) für 2026 auf 10,70 bis 11,10 Euro an (zuvor 10,40 bis 11,00 Euro). Beim vergleichbaren Umsatzwachstum erwartet Siemens nun Werte im oberen Bereich der Zielspanne von 6 bis 8%.
Als Bremsfaktor nennt der Konzern weiterhin Wechselkurseffekte, insbesondere den schwächeren Dollar.
Datencenter-Wachstum und Healthineers-Abspaltung als nächste Baustellen
Ein klarer Wachstumstreiber im Quartal waren Datencenter: In diesem Segment stieg der Umsatz um 35%, getragen von mehreren Großaufträgen aus den USA für Cloud- und KI-Infrastruktur. Im Bereich Smart Infrastructure kletterten die US-Aufträge laut Unternehmen um 54% im Jahresvergleich, der Umsatz in dem Segment stieg ebenfalls um 35%. Parallel dazu wuchs die Annual Recurring Revenue (ARR) im Software-Bereich von Digital Industries organisch um 10%.
Strategisch verweist Siemens außerdem auf die Partnerschaft mit NVIDIA: Gemeinsam sollen KI-beschleunigte Industrielösungen entlang des Produkt- und Produktionslebenszyklus entwickelt werden. Als erstes Blaupausen-Projekt ist ab 2026 die Siemens Electronics Factory in Erlangen genannt.
Neben dem operativen Geschäft rückt der Konzernumbau in den Vordergrund. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers abzugeben. Geplant ist eine Direktabspaltung von rund 30% der Anteile an Siemens-Aktionäre. Siemens würde damit die Kontrollmehrheit verlieren und Healthineers künftig als signifikante Minderheitsbeteiligung führen, mittelfristig als reine Finanzbeteiligung. Zustimmung der Hauptversammlungen beider Unternehmen sowie regulatorische Klärungen stehen noch aus; Details zu Zeitplan und Struktur will Siemens Anfang des zweiten Quartals 2026 liefern.
Auch im Finanzressort steht ein Wechsel an: Veronika Bienert übernimmt den CFO-Posten am 1. April 2026.
Zum Fahrplan: Anfang Q2 2026 sollen die Details zur Healthineers-Transaktion folgen, die nächsten Quartalszahlen legt Siemens am 13. Mai 2026 vor. Bis dahin bleibt die Messlatte klar: den operativen Rückenwind aus Rekord-Auftragsbestand und Datencenter-Dynamik mit Rückkauf, Einzug von Aktien und dem Healthineers-Schritt sauber zusammenzubringen.
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