Siemens Aktie: Doppelte Strategie
Siemens zieht gerade zwei wichtige Hebel gleichzeitig: Der Konzern kauft spürbar eigene Aktien zurück – und bereitet parallel die Entkonsolidierung von Siemens Healthineers vor. Beides zielt auf eine klarere Struktur und eine aktivere Kapitalsteuerung. Doch wie gut passt dieser Umbau zur operativen Stärke, die Siemens zuletzt gemeldet hat?
Rückkauf läuft – Einziehung folgt
Beim Aktienrückkauf bleibt Siemens im Tempo. Laut Pflichtmitteilung vom 23. Februar erwarb der Konzern zwischen dem 16. und 22. Februar 354.983 eigene Aktien. Das Rückkaufprogramm (angekündigt im November 2023) umfasst bis zu 6 Mrd. Euro über maximal fünf Jahre. Nach rund zwei Jahren sind bereits nahezu 4,4 Mrd. Euro des Volumens umgesetzt – also deutlich schneller als ursprünglich angelegt.
Zusätzlich will Siemens im März 18 Millionen Schatzaktien einziehen. Damit sinkt die Zahl der Aktien (Grundkapital) auf 782 Millionen. Für Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil weniger ausstehende Aktien – bei ansonsten gleichen Gewinnen – rechnerisch den Gewinn je Aktie stützen können.
Am Markt wirkt die Aktie zuletzt eher stabil als euphorisch: Am Freitag schloss sie bei 246,20 Euro (-1,18%). Damit liegt sie knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt und rund 5,9% unter dem 52‑Wochen-Hoch.
Healthineers: Abspaltung mit Ansage
Strategisch noch bedeutender ist die geplante Entkonsolidierung der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, die Mehrheitsbeteiligung abzugeben. Geplant ist, rund 30% der Anteile als Direktabspaltung an Siemens-Aktionäre zu übertragen.
Die Konsequenz: Siemens würde die Kontrollmehrheit verlieren und Healthineers künftig nur noch als signifikante Minderheitsbeteiligung führen. Mittelfristig soll daraus eine reine Finanzbeteiligung werden. Der Konzern begründet den Schritt mit dem Ziel, das Beteiligungsportfolio zu vereinfachen und sich stärker als fokussiertes Technologieunternehmen zu positionieren.
Fix ist das Paket aber noch nicht. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Hauptversammlungen beider Unternehmen sowie regulatorischer Klärungen. Weitere Details zu Zeitplan und Struktur will Siemens Anfang des zweiten Quartals 2026 liefern.
Operativ stark – KI als Prüfstein
Das Fundament für diese Schritte liefert der starke Jahresauftakt: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stiegen die Aufträge um rund 10% auf etwa 21,4 Mrd. Euro (vergleichbar), der Umsatz legte rund 8% zu. Im Industriegeschäft kletterte das Ergebnis um 15% auf 2,9 Mrd. Euro, die Marge lag bei 15,6%. Das Ergebnis je Aktie erreichte 2,80 Euro (nach bereinigten 2,22 Euro im Vorjahr). Der Auftragsbestand markierte mit 120 Mrd. Euro ein neues Rekordniveau (Book-to-Bill: 1,12).
Ein sichtbarer Treiber sind Rechenzentren: Allein aus diesem Bereich kamen Bestellungen von 1,8 Mrd. Euro. Siemens verweist darauf, dass Smart Infrastructure und Digital Industries vom Infrastrukturbedarf rund um KI profitieren – und hob vor diesem Hintergrund auch die Gewinnprognose an. Für 2026 erwartet Siemens beim Ergebnis je Aktie (vor PPA) 10,70 bis 11,10 Euro und bestätigt ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8%. Zudem ist eine Dividende von 5,35 Euro geplant; die progressive Dividendenpolitik soll auch nach der Healthineers-Entkonsolidierung gelten.
Gleichzeitig bleibt KI nicht nur Rückenwind, sondern auch ein Balanceakt: Siemens sieht Chancen als Infrastruktur- und Automatisierungsprofiteur – zugleich steht im Raum, wie stark generative KI langfristig auf das margenträchtige Softwaregeschäft wirkt. Die Kooperation mit NVIDIA soll KI-gesteuerte Industrielösungen voranbringen, ab 2026 unter anderem mit der Siemens Electronics Factory in Erlangen als erstem vollständig KI-gesteuerten Werk.
Am konkretesten werden die nächsten Schritte in zwei Punkten: Anfang Q2 2026 will Siemens die Details zur Healthineers-Transaktion nachreichen – und am 13. Mai 2026 stehen die nächsten Quartalszahlen an. Bis dahin bleibt die zentrale Messlatte, ob Siemens den operativen Rückenwind (Rekord-Auftragsbestand, Rechenzentren, angehobene Prognose) sauber mit der neuen Konzernstruktur und dem beschleunigten Rückkaufprogramm zusammenbringt.
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