Die CES 2026 in Las Vegas lieferte Anlegern eine klare Botschaft: Siemens wandelt sich konsequent vom Industriekonglomerat zum Tech-Giganten. Die vertiefte Allianz mit dem Chip-Schwergewicht NVIDIA verspricht nicht weniger als ein Betriebssystem für industrielle künstliche Intelligenz. Doch rechtfertigt die Zukunftsfantasie das aktuelle Bewertungsniveau, während der Kurs nur knapp unter dem Rekordhoch notiert?

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  • NVIDIA-Kooperation: Entwicklung eines gemeinsamen "Industrial AI Operating System" für die gesamte Wertschöpfungskette.
  • Technologie-Rollout: Neun neue "Industrial Copilots" und ein "Digital Twin Composer" ab Mitte 2026 verfügbar.
  • Aktienrückkauf: Bereits über 20 Millionen eigene Anteile seit Programmstart erworben.

Strategische Weichenstellung in Las Vegas

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die signifikante Erweiterung der Partnerschaft mit NVIDIA. Beide Konzerne arbeiten an einer Plattform, die KI-beschleunigte Industrielösungen von der Designphase bis zur Fertigung integriert. Ziel ist es, den Produktlebenszyklus durchgängig digital abzubilden.

Konkrete Anwendungsfälle lieferte der Konzern gleich mit: Das Elektronikwerk in Erlangen soll noch in diesem Jahr als erste vollständig KI-gesteuerte Fabrik als Pilotprojekt dienen. Dass die Technologie in der Praxis funktioniert, zeigt der Referenzkunde PepsiCo, der durch den Einsatz digitaler Zwillinge den Durchsatz bereits um 20 Prozent steigern konnte. Zudem wird das Life-Sciences-Geschäft durch die Integration der Dotmatics-Übernahme gestärkt, was die Medikamentenentwicklung laut Unternehmensangaben drastisch beschleunigen soll.

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Kursentwicklung und Kapitalmaßnahmen

Der Markt honoriert den technologischen Umbau. Mit einem aktuellen Kurs von 258,85 Euro notiert die Aktie in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch bei 287,96 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 33,63 Prozent zu Buche. Trotz dieser Rallye deutet der RSI mit einem Wert von 48,7 noch nicht auf eine überhitzte Situation hin, was charttechnisch Raum für weitere Impulse lässt.

Unterstützt wird der Kurs durch das fortlaufende Aktienrückkaufprogramm. Der jüngst veröffentlichte 100. Zwischenbericht belegt die Kontinuität dieser Maßnahme: Allein in der Woche vom 5. bis 11. Januar 2026 kaufte Siemens knapp 288.000 Aktien zurück. Seit dem Start im Februar 2024 flossen so erhebliche Mittel an die Aktionäre zurück, was das Vertrauen des Managements in die eigene Substanz unterstreicht.

Bewertung und Ausblick

Anleger zahlen für diese Qualität mittlerweile einen Aufpreis. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt mit 27 deutlich über dem breiten Industriedurchschnitt von 12,4, bleibt aber noch unter dem Durchschnitt der direkten Peer-Group.

Der nächste Realitätscheck für die ambitionierte Bewertung steht unmittelbar bevor: Am 12. Februar 2026 legt Siemens die Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten und Investoren werden genau prüfen, ob die prognostizierten Wachstumsraten – insbesondere die 5 bis 10 Prozent Umsatzsteigerung in der Digital Industries-Sparte – erreicht werden. Bestätigen die Zahlen den Wachstumskurs, könnte der Weg zum Allzeithoch charttechnisch frei sein.

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