Die Bundesnetzagentur plant einen Paradigmenwechsel: In vier deutschen Großstädten soll die Deutsche Telekom künftig nicht mehr als marktbeherrschend gelten. Konkret geht es um Köln, München, Wolfsburg und Ingolstadt. Das wäre ein Novum in der Regulierung des Breitbandmarktes.

Bislang musste der Bonner Konzern bundesweit Wettbewerber auf sein Netz lassen – zu staatlich festgelegten Mietpreisen. Diese Pflicht sollte verhindern, dass der ehemalige Monopolist die Konkurrenz klein hält. Nun aber sieht die Behörde erstmals einen wirksamen Wettbewerb im Breitband-Massenmarkt.

Glasfaser-Ausbau verändert Marktstruktur

Der Grund für diesen Kurswechsel liegt im Glasfaser-Ausbau. In den vier Städten ist der Marktanteil der Telekom-Konkurrenten am lokalen Festnetz-Markt deutlich gestiegen. Die Behörde geht davon aus, dass keine negativen Folgen für Verbraucher mehr zu befürchten sind, wenn die Telekom von ihren Pflichten entbunden wird.

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Konkurrenten können zwar weiterhin auf das Telekom-Netz zugreifen, um ihren Kunden Internetverbindungen anzubieten. Die Miete wäre dann aber frei verhandelbar und nicht mehr staatlich vorgegeben. "Wo ein wirksamer Wettbewerb fehlt, wird die Bundesnetzagentur diese Teilmärkte auch weiterhin regulieren", erklärte Behördenchef Klaus Müller.

Geteilte Reaktionen aus der Branche

Die Telekom wertet das Eckpunktepapier als Schritt in die richtige Richtung – allerdings nicht weit genug. Schließlich geht es nur um vier Städte. Beim Breitbandverband Breko, der die Telekom-Konkurrenten vertritt, sieht man das völlig anders. Die Teil-Entlassung aus der Regulierung komme zum völlig falschen Zeitpunkt, moniert Sven Knapp, Hauptstadtbüroleiter beim Breko.

"In einer Phase, in der die Telekom so aggressiv auftritt wie nie zuvor, würde eine Deregulierung die Marktmacht des Ex-Monopolisten weiter stärken, Investitionssicherheit gefährden und den Glasfaserausbau spürbar ausbremsen", so Knapp. Das Eckpunktepapier soll nun mit der Branche diskutiert werden.

Die Aktie reagierte am gestrigen Handelstag positiv auf die Nachricht und notierte im XETRA-Handel zeitweise 0,78 Prozent höher bei 33,58 Euro.

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