Siemens investiert rund 200 Millionen Euro in eine KI-gesteuerte Fabrik am Standort Amberg – und liefert damit ein Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland. Doch während der Konzern operativ auf Rekordkurs läuft und die Gewinnprognose anhebt, belastet die angekündigte Healthineers-Abspaltung den Kurs. Nach dem Allzeithoch Mitte Februar hat die Aktie die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen.

Amberg wird zur digitalen Vorzeigestätte

Bis 2030 entsteht in Amberg eine volldigitalisierte Fabrik für den Geschäftsbereich Smart Infrastructure. Selbstlernende Fertigungsabläufe, teilweise durch Künstliche Intelligenz gesteuert, sollen Flexibilität und Effizienz steigern. Die rund 2.400 Beschäftigten werden für die neue Arbeitswelt qualifiziert, parallel modernisiert Siemens den gesamten Standort.

Das Projekt steht nicht isoliert: Gemeinsam mit Nvidia plant Siemens die weltweit erste vollständig KI-gesteuerte, adaptive Fabrik – beginnend mit einem Pilotprojekt in Erlangen. Besonders lukrativ entwickelt sich das Geschäft mit KI-Infrastruktur: Während Smart Infrastructure insgesamt um 10 Prozent zulegte, explodierte das Teilsegment Rechenzentren um 35 Prozent. US-Großaufträge für Cloud- und KI-Infrastruktur brachten allein 1,8 Milliarden Euro.

Starke Quartalszahlen als Fundament

Die operative Basis stimmt: Im ersten Fiskalquartal 2026 stiegen die Konzernaufträge um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 8 Prozent zu. Das Industriegeschäft erzielte einen Gewinnanstieg von 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro bei einer Marge von 15,6 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 2,80 Euro nach 2,22 Euro im Vorjahr.

Der Auftragsbestand markierte mit 120 Milliarden Euro ein Allzeithoch. Auf dieser Basis hob das Management die Gewinnprognose für 2026 auf 10,70 bis 11,10 Euro an. Beim Umsatzwachstum peilt Siemens nun Werte im oberen Bereich der Zielspanne von 6 bis 8 Prozent an.

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Konzernumbau schreitet voran

Parallel vollzieht Siemens einen tiefgreifenden Umbau: Rund 30 Prozent der Healthineers-Anteile sollen direkt an die Siemens-Aktionäre abgespalten werden. Details zum Zeitplan will der Konzern Anfang des zweiten Quartals vorlegen. Die geplante Dividende von 5,35 Euro soll auch nach der Entkonsolidierung Bestand haben.

Beim Aktienrückkaufprogramm zeigt sich hohes Tempo: Von der Gesamtgenehmigung über 6 Milliarden Euro wurden seit Februar 2024 bereits knapp 4,4 Milliarden Euro eingesetzt. Im März sollen 18 Millionen eigene Aktien eingezogen werden, was den Gewinn je Aktie mechanisch stützt.

Technischer Rückschlag nach Rekord

Nach dem Allzeithoch von 275,75 Euro am 13. Februar korrigierte die Aktie deutlich. Am 3. März durchbrach der Kurs die 200-Tage-Linie nach unten. Die bevorstehende Healthineers-Abspaltung bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die Bewertung, während der Rekord-Auftragsbestand die operative Stärke untermauert.

Am 13. Mai folgen die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Dann zeigt sich, ob die starke Auftragsdynamik – insbesondere im Rechenzentrumsgeschäft – nachhaltig trägt.

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