Shell Aktie: Portfolio im Umbau
Shell stellt sein Energiegeschäft an mehreren Fronten neu auf. Während der Konzern in Kanada einen Teil eines Milliardenprojekts prüfen lässt, stoppt er parallel einen geplanten Verkauf in der Nordsee. Für Anleger stellt sich damit weniger die Frage nach kurzfristigen Kursausschlägen, sondern nach den strategischen Prioritäten des Managements.
Zwei große Baustellen im Portfolio
Im Mittelpunkt steht der mögliche Teilverkauf beim Großprojekt LNG Canada. Shell hält dort derzeit 40 % an einer Anlage mit einem Projektvolumen von rund 40 Milliarden kanadischen Dollar. Nun lotet das Unternehmen aus, bis zu 30 % dieses Anteils abzugeben.
Für diesen Prozess hat Shell Rothschild & Co als Finanzberater mandatiert. Der Schritt passt in den branchenweiten Trend zu mehr Kapitaldisziplin und einer stärkeren Fokussierung auf renditestarke Projekte. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Die erste Projektphase hat erst im Juni 2025 die Produktion aufgenommen – dennoch prüft Shell bereits eine deutliche Reduzierung seines Engagements.
Parallel dazu kommt es in der britischen Nordsee zu einer Kehrtwende. Am 14. Januar 2026 gaben Shell und Partner Exxon Mobil bekannt, dass der geplante Verkauf ihrer Gasfelder im südlichen Teil der Nordsee an Viaro Energy nicht vollzogen wird. Die Parteien beendeten die Vereinbarung, weil die zuvor definierten Abschlussbedingungen vor dem Hintergrund veränderter kommerzieller und Marktbedingungen nicht erfüllt wurden.
Damit verbleiben die entsprechenden Gas-Assets zunächst im Konzernverbund. Für Shell bedeutet das eine erneute Überprüfung des Zeitplans, wie und wann die in die Jahre gekommene Nordsee-Infrastruktur veräußert oder weiterbetrieben werden soll.
Analystenblick und Marktumfeld
Trotz dieser deutlichen Portfolio-Verschiebungen bleibt die Einschätzung der Investmentbank Barclays unverändert positiv. Die Analysten bestätigten am 8. Januar 2026 ihr „Buy“-Rating und ein Kursziel von 4.000 GBp. Das signalisiert aus ihrer Sicht Vertrauen in die grundlegende Ertragskraft des Unternehmens – auch vor dem Hintergrund der laufenden Umbauten.
An der Börse spiegelt sich die Gemengelage bislang eher in moderaten Bewegungen als in starken Ausschlägen wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 31,94 Euro, was auf Wochensicht einem Plus von knapp 5 % entspricht, während sie seit Jahresbeginn nahezu unverändert notiert.
Zur Einordnung der aktuellen Lage helfen die bestätigten Eckpunkte:
- LNG Canada: Prüfung eines Verkaufs von bis zu 30 % des 40-%-Anteils am 40-Milliarden-CAD-Projekt
- Beratermandat: Rothschild & Co unterstützt den möglichen Anteilsverkauf in Kanada
- UK Nordsee: Abbruch des geplanten Verkaufs der Southern-North-Sea-Gas-Assets an Viaro Energy am 14. Januar 2026
- Analysten: Barclays bestätigt „Buy“ mit Kursziel 4.000 GBp am 8. Januar 2026
- Quartalszahlen: Veröffentlichung der Q4-Ergebnisse für den 5. Februar 2026 angekündigt
Blick auf die kommenden Zahlen
Der nächste klare Termin ist die Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal am 5. Februar 2026. Nach einem Gewinn je Aktie von 1,86 US-Dollar im dritten Quartal rechnen Analysten aktuell mit 1,40 US-Dollar für das Schlussquartal. Im Fokus der Investoren dürfte dann stehen, wie Shell die finanziellen Effekte der möglichen Anteilsveräußerung in Kanada und des geplatzten Deals in der Nordsee einordnet und welche Prioritäten das Management für weitere Portfolioanpassungen setzt.
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