Nach einem Kursrückgang von rund 40 Prozent auf Jahressicht steht ServiceNow unter massivem Beweisdruck. Mit der Vorstellung zwei neuer KI-Produkte will das Unternehmen nun den Übergang von bloßen Chatbots zu vollautonomen Arbeitskräften vollziehen. Doch reicht dieser technologische Schritt, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und die Talfahrt der Aktie zu beenden?

Vom Assistenten zum autonomen Mitarbeiter

ServiceNow präsentierte Ende letzter Woche mit "Autonomous Workforce" und "EmployeeWorks" die bedeutendste Plattformerweiterung der jüngeren Unternehmensgeschichte. Kern der Neuerung ist ein Paradigmenwechsel: Die KI soll nicht mehr nur als assistierendes Feature fungieren, sondern als eigenständiger Akteur innerhalb der Workflows agieren.

Das Produkt "Autonomous Workforce" setzt spezialisierte KI-Agenten ein, die Aufgaben mit der nötigen Autorisierung und Governance selbstständig erledigen sollen. Parallel dazu integriert "EmployeeWorks" die Technologie des vor zwei Monaten für 2,85 Milliarden US-Dollar übernommenen Startups Moveworks. Diese Kombination aus konversationeller KI und Unternehmenssuche zielt darauf ab, Probleme für fast 200 Millionen Angestellte autonom zu lösen. Während "EmployeeWorks" bereits verfügbar ist, plant das Unternehmen die breite Markteinführung der autonomen Agenten für das zweite Quartal 2026.

Konkurrenzkampf mit Microsoft und Salesforce

Der strategische Vorstoß zielt direkt auf die Dominanz im Enterprise-KI-Sektor ab. Im Gegensatz zu Lösungen wie Microsoft Copilot, bei denen Nutzer oft wissen müssen, welches Tool für welches Problem zuständig ist, setzt ServiceNow auf einen zentralen Einstiegspunkt. Die Plattform soll als "Control Tower" fungieren, der Anfragen interpretiert und Aktionen über verschiedene Systeme hinweg steuert.

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Intern liefert das Unternehmen bereits erste Belege für die Effizienz der Technologie. Nach der Integration von Moveworks verdoppelte sich das Ticketvolumen im eigenen IT-Helpdesk, ohne dass die Servicezeiten litten. ServiceNow gibt an, mittlerweile 90 Prozent der eigenen IT-Anfragen autonom zu bearbeiten, wobei die Lösungen 99 Prozent schneller erfolgen als durch menschliche Agenten. Dieser Effizienzgewinn ist auch eine Kampfansage an Salesforce, da beide Konzerne zunehmend in die Kerngebiete des jeweils anderen vordringen.

Diskrepanz zwischen Zahlen und Aktienkurs

Trotz solider operativer Kennzahlen spiegelt der Aktienkurs eine tiefe Skepsis wider. Während der Umsatz im vierten Quartal 2025 um gut 20 Prozent auf 3,57 Milliarden US-Dollar stieg und die Abo-Erlöse um 21 Prozent zulegten, verlor die Aktie seit Jahresbeginn 26,8 Prozent an Wert.

Analysten verweisen jedoch auf den Auftragsbestand von 13 Milliarden US-Dollar als Indikator für künftige Einnahmen. Das Management erwartet, dass allein die KI-basierten Angebote in diesem Jahr über eine Milliarde US-Dollar Umsatz generieren werden. Die Diskrepanz zwischen dem operativen Wachstum und der negativen Kursentwicklung verdeutlicht die hohen Erwartungen des Marktes an die tatsächliche Monetarisierung der KI-Investitionen.

Die breite Markteinführung der "Autonomous Workforce" im zweiten Quartal 2026 wird der entscheidende Test für die neue Strategie sein. ServiceNow muss beweisen, dass die intern gemessenen Effizienzgewinne auch bei den Kunden skalierbar sind und sich direkt in Margenverbesserungen niederschlagen. Nur wenn die Technologie greifbaren geschäftlichen Mehrwert liefert, dürfte sich die Lücke zwischen Unternehmenswachstum und Aktienkurs schließen.

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