ServiceNow treibt seine KI-Strategie deutlich nach vorn. Mit dem neuen Rahmenwerk „Autonomous Workforce“ will der Konzern Software nicht nur assistieren lassen, sondern Arbeitsschritte komplett ausführen. An der Börse kam die Nachricht zunächst gut an, die anschließende Gegenbewegung zeigt aber: Der Markt will jetzt vor allem Belege in Form von Umsatz und Nachfrage sehen.

„Autonomous Workforce“: Von Assistenz zu Ausführung

Die Ankündigung besteht aus drei Bausteinen. Erstens führt ServiceNow mit EmployeeWorks ein neues, an Mitarbeiter gerichtetes Produkt ein, das auf der im Dezember übernommenen Lösung von Moveworks aufbaut. Beschäftigte sollen Probleme in Alltagssprache beschreiben können, ohne ein klassisches IT-Ticket zu erstellen – und die Lösung wird angestoßen.

Zweitens soll Autonomous Workforce Arbeit Ende-zu-Ende ausführen. Drittens beschreibt „Role Automation“ die Architektur, die regelt, wie diese KI-„Spezialisten“ innerhalb bestehender Berechtigungen im Unternehmen agieren. Laut John Aisien (SVP Product Management) soll das Modell funktionsübergreifend greifen – von Mitarbeiter-Services über Security und Operations bis hin zu Finance und Legal.

KI-Spezialisten mit Rollen und Kontrollen

ServiceNow positioniert die „AI Specialists“ als digitale Arbeitskräfte, die ähnlich wie Menschen „eingestellt“ werden: mit Skills, Rollen und Gruppenzuordnung neben menschlichen Teams. Entscheidend ist dabei das Rollen- und Rechtekonzept. Die Spezialisten arbeiten mit rollenbasierten Berechtigungen, können auf Transaktions- und Analysedaten zugreifen und Kontext aus anderen Unternehmenssystemen nutzen. Gleichzeitig sollen Menschen Aktionen prüfen und nachverfolgen können.

Der erste vorgefertigte Spezialist – ein Level-1-Service-Desk-Assistent – soll im zweiten Quartal allgemein verfügbar werden.

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Eigene Kennzahlen als Referenz – und Kursreaktion

ServiceNow nennt die eigene Nutzung als Machbarkeitsnachweis: 90% der internen IT-Anfragen von Mitarbeitenden würden bereits autonom bearbeitet, Fälle löse das System 99% schneller als menschliche Agents. Beim Launch-Event trat zudem CVS Health als Referenzkunde auf, das KI-Lösungen des Anbieters einsetzt.

An der Börse blieb die Reaktion gemischt. Am Freitag gab die Aktie 1,18% nach und schloss bei 108,01 US-Dollar, nachdem sie am Vortag um knapp 5% gestiegen war. Die starke Handelsspanne der letzten 52 Wochen (hoch 211,48, tief 98,00 US-Dollar) unterstreicht die hohe Volatilität im Enterprise-Software-Sektor. Als Belastungsfaktor nennt der Text die Sorge, dass „agentische“ KI – also Systeme, die innerhalb von Anwendungen handeln und nicht nur Antworten generieren – Kräfteverhältnisse bei Budgets und Preissetzung verschieben könnte.

Zahlen, Cashflow, Rückkäufe – und ein großer Zukauf

Operativ zeigte ServiceNow zum Jahresende 2025 weiter Wachstum. Im 4. Quartal 2025 meldete das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von 0,92 US-Dollar je Aktie (laut Quelle +26% zum Vorjahr) sowie Erlöse von 3,57 Mrd. US-Dollar (+20,7%). Der Free Cashflow lag bei 2,03 Mrd. US-Dollar, die Marge bei 57% (nach 47,5% im Vorjahresquartal).

Zusätzlich kündigte ServiceNow eine neue Aktienrückkauf-Ermächtigung über 5 Mrd. US-Dollar an und will ein beschleunigtes Rückkaufprogramm über 2 Mrd. US-Dollar starten. Für 2026 erwartet der Konzern Abo-Umsätze von 15,53 bis 15,57 Mrd. US-Dollar (GAAP; +20,5% bis +21%). Für das 1. Quartal 2026 werden 3,65 bis 3,67 Mrd. US-Dollar Abo-Umsatz in Aussicht gestellt (GAAP; +21,5%).

Auf der M&A-Seite baut ServiceNow sein Portfolio weiter um: Genannt werden Zukäufe wie Logik.io, data.world und Moveworks. Zudem will ServiceNow Armis für 7,75 Mrd. US-Dollar in bar übernehmen. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

Der nächste kurzfristige Stimmungstest kommt zum Wochenstart, wenn die US-Börsen wieder öffnen. Konkreter Termin mit Markteinfluss im Text: am Freitag folgt der US-Arbeitsmarktbericht für Februar (08:30 Uhr ET), der laut Quelle ausreichen kann, Zinserwartungen zu bewegen – und damit auch zinssensitive Softwarewerte wie ServiceNow.

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