Starke Quartalszahlen und ein boomendes KI-Geschäft reichen den Anlegern offenbar nicht mehr. Obwohl der Software-Konzern die Erwartungen übertraf, gerät das Papier unter Druck und nähert sich wichtigen Tiefstständen. Im Zentrum der Skepsis stehen eine teure Übernahme und ein verhaltener Ausblick, der Zweifel an der künftigen Wachstumsdynamik weckt.

Die operativen Kennzahlen für das vierte Quartal 2025 fielen eigentlich positiv aus. Mit einem Umsatz von 3,57 Milliarden Dollar – ein Plus von 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – übertraf ServiceNow die Konsensschätzungen. Auch der Gewinn je Aktie lag mit 0,92 Dollar über den erwarteten 0,88 Dollar. Ein wesentlicher Treiber war die beschleunigte Akzeptanz der KI-Plattform „Now Assist“, deren jährliches Vertragsvolumen bereits die Marke von 600 Millionen Dollar durchbrochen hat.

Wachstumssorgen und teurer Zukauf

Doch die Börse handelt die Zukunft, und hier trübt sich das Bild ein. Der Aktienkurs gab in den Tagen nach der Veröffentlichung um gut 10 bis 12 Prozent nach. Verantwortlich dafür ist primär die Prognose für 2026: Das Management stellt ein Wachstum der Abo-Erlöse von 18,5 bis 19 Prozent in Aussicht. Für Investoren, die Wachstumsraten von über 20 Prozent gewohnt waren, signalisiert dies eine unerwünschte Verlangsamung. Es mehren sich Befürchtungen, dass generative KI langfristig die Anzahl der benötigten Software-Lizenzen („Seats“) drücken könnte.

Zusätzlich belastet die geplante Übernahme des Cybersecurity-Unternehmens Armis die Stimmung. Der Ende Dezember angekündigte Deal mit einem Volumen von 7,75 Milliarden Dollar in bar wird am Markt kontrovers diskutiert. Zwar erweitert ServiceNow damit seine Reichweite im Sicherheitsbereich, doch die hohe Bewertung und potenzielle Integrationsrisiken sorgen für Unsicherheit bezüglich der Kapitalallokation.

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Analysten tief gespalten

Die Bewertung der Lage durch Finanzexperten offenbart nach den Zahlen und dem im Dezember vollzogenen 5-für-1 Aktiensplit eine deutliche Kluft:

  • Citigroup bewertet den Rücksetzer als Kaufgelegenheit und hebt das Kursziel auf 237 Dollar an, gestützt auf die Führungsrolle des Konzerns im KI-Sektor.
  • RBC Capital und Stifel senkten ihre Kursziele auf 185 Dollar beziehungsweise 180 Dollar. Sie erkennen die kurzfristige Volatilität an, bleiben aber langfristig optimistisch.
  • KeyBanc hingegen warnt vor Risiken und senkte das Ziel drastisch auf 115 Dollar. Die Analysten verweisen auf Bewertungsbedenken angesichts der niedrigeren Wachstumsprognosen.

Mit einem aktuellen Kurs im Bereich von 117 Dollar notiert die Aktie gefährlich nahe an ihren jüngsten 52-Wochen-Tiefs. Der Markt verlangt zunehmend Beweise, dass sich die massiven KI-Investitionen zeitnah rentieren. Für eine nachhaltige Stabilisierung muss das Management in den kommenden Quartalen aufzeigen, wie die Armis-Integration gelingt und ob die Wachstumsschwäche nur temporärer Natur ist.

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