Heute gerät die ServiceNow-Aktie erneut unter Druck. Auslöser ist eine Kurszielreduktion durch Rothschild & Co. Redburn – von 230 auf 215 US-Dollar. Die Kaufempfehlung bleibt zwar bestehen, doch das reicht nervösen Anlegern offenbar nicht.

Im Vormittagshandel verlor die Aktie zeitweise bis zu 6 Prozent, zuletzt notierte sie rund 3,5 Prozent im Minus. Der eigentliche Treiber dahinter ist weniger die Kurszielanpassung selbst, sondern eine grundsätzliche Verunsicherung: Wie stark wird künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell des Unternehmens unter Druck setzen?

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Starke Zahlen, schwaches Sentiment

Das Paradoxe an der aktuellen Lage: Die Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache. Im vierten Quartal 2025 übertraf ServiceNow die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Die Abonnementerlöse stiegen um 19,5 Prozent auf 3,47 Milliarden US-Dollar, der freie Cashflow legte um 34 Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar zu. Für 2026 erwartet das Management Abonnementerlöse zwischen 15,53 und 15,57 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von rund 20 Prozent – bei einer operativen Marge von 32 Prozent.

Auch das KI-Geschäft wächst konkret: Die Now Assist-Suite erreichte Ende 2025 einen jährlichen Vertragswert von 600 Millionen US-Dollar und übertraf damit das eigene Ziel. Für dieses Jahr peilt das Management die Milliarden-Marke an. Das AI Control Tower-Geschäft verdreifachte sich im Quartalsvergleich.

Dennoch bleibt die Aktie seit Oktober 2025 belastet – als ein breiter Ausverkauf im Softwaresektor einsetzte. Die jüngste Erholung seit Ende Februar steht nun wieder auf dem Prüfstand.

Produktoffensive im öffentlichen Sektor

Auf der Produktseite hat ServiceNow zuletzt mehrere Initiativen vorgestellt. Auf dem jährlichen Government Forum präsentierte das Unternehmen „EmployeeWorks", ein KI-gestütztes Tool für Behördenmitarbeiter, sowie „Autonomous Workforce", eine Lösung für sichere Regierungs-Cloud-Umgebungen. Forrester stufte ServiceNow als führenden Anbieter für Public-Sector-Lösungen ein und verwies auf die „aggressive KI-Strategie" des Unternehmens.

Hinzu kommen neue Partnerschaften: mit Autonomize AI im Gesundheitsbereich sowie mit dem IT-Dienstleister FPT, der zum Premier Partner aufgestiegen ist. Gemeinsam mit NTT DOCOMO und StarHub startete ServiceNow zudem eine Initiative zur automatisierten Lösung von Roaming-Fehlern in Echtzeit.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Die Bewertung reflektiert die Unsicherheit: Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 29 auf Basis der Gewinnschätzungen und einem Trailing-Umsatz von 13,3 Milliarden US-Dollar liegt die Aktie deutlich unter früheren Höchstständen. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen haben sich seit 2021 auf 12,9 Milliarden US-Dollar verdreifacht – institutionelle Investoren halten rund 88 Prozent der Aktien.

Ob die aktuelle Schwäche eine vorübergehende Delle bleibt oder eine tiefere Neubewertung einleitet, dürfte sich am 29. April zeigen, wenn ServiceNow die nächsten Quartalszahlen vorlegt. Dann wird das Unternehmen zeigen müssen, ob die KI-Monetarisierung weiter Fahrt aufnimmt.

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