Der chinesische Tech-Riese vollzieht derzeit einen kostspieligen Wandel vom E-Commerce-Platzhirsch zum integrierten KI-Infrastruktur-Anbieter. Während neue Produkteinführungen und Partnerschaften die technologische Ambition unterstreichen, belasten die enormen Investitionskosten die Bilanz massiv. Anleger stehen vor der Herausforderung, das starke Cloud-Wachstum gegen die schrumpfenden Margen abzuwägen.

Unabhängigkeit durch eigene Chips

Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist die Verringerung der Abhängigkeit von US-Technologie. Alibabas Halbleiter-Sparte T-Head hat mit dem "Zhenwu 810E" einen eigenen High-End-KI-Chip auf den Markt gebracht. Mit einer Leistung, die laut Branchenkreisen mit Nvidias H20 vergleichbar ist, zielt der Konzern auf technologische Eigenständigkeit.

Über 100.000 Einheiten wurden bereits ausgeliefert, unter anderem an XPeng Motors und staatliche Einrichtungen. Dieser Schritt ermöglicht es Alibaba, interne Cloud-Kapazitäten trotz US-Exportbeschränkungen auszubauen und das sogenannte "goldene Dreieck" aus Modellentwicklung, Cloud-Services und eigener Hardware zu schließen. Parallel dazu wurde eine erweiterte Partnerschaft mit BMW angekündigt, um KI-Anwendungen verstärkt in vernetzte Fahrzeuge zu bringen.

Cloud als Wachstumsmotor

Die operative Neuausrichtung zeigt auf der Einnahmeseite bereits Wirkung. Angetrieben durch die hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung stieg der Cloud-Umsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 34,5 Prozent. Besonders die KI-bezogenen Produkte verzeichneten ein dreistelliges Wachstum.

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Um diese Position zu festigen, lockt Alibaba Entwickler nun mit einem neuen Abo-Modell, das Zugriff auf mehrere Open-Source-Modelle bündelt. Diese aggressive Preisstrategie zielt darauf ab, Marktanteile im Cloud-Ökosystem schnell auszubauen und Nutzer langfristig an die eigene Plattform zu binden.

Profitabilität unter Druck

Die Kehrseite dieser Expansion ist eine erhebliche Belastung der Profitabilität. Um die Skalierung voranzutreiben, nimmt das Management bewusst sinkende Margen in Kauf. Der bereinigte Gewinn (EBITDA) fiel deutlich, und der Free Cash Flow rutschte ins Negative (minus 21,8 Milliarden RMB), da Kapital in die Infrastruktur fließt.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Das Papier steht unter Druck und verzeichnete am Freitag einen Rückgang von 2,87 Prozent auf 122,00 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 8 Prozent, was die Skepsis der Marktteilnehmer bezüglich der hohen Kostenbasis verdeutlicht.

Ausblick: Monetarisierung muss greifen

Das Management hat angekündigt, in den nächsten drei Jahren mehr als 50 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur zu investieren. Im Jahr 2026 liegt die Beweislast nun beim Unternehmen: Alibaba muss zeigen, dass sich das massive Umsatzwachstum in der Cloud auch in nachhaltige Erträge ummünzen lässt. Die erfolgreiche Masseneinführung des Zhenwu-Chips ist ein technischer Meilenstein, doch erst eine Stabilisierung der Margen in der zweiten Jahreshälfte dürfte das Vertrauen der Investoren nachhaltig zurückgewinnen.

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