Sartorius- vs. Evotec-Aktie: Labor-König gegen Wirkstoff-Jäger
In der deutschen Life-Science-Branche könnten die Vorzeichen an diesem Donnerstag, dem 5. Februar 2026, kaum unterschiedlicher sein. Hier der etablierte Laborausrüster Sartorius, der nach einem verhaltenen Ausblick auf das laufende Jahr Federn lassen musste. Dort der volatile Wirkstoffforscher Evotec, der plötzlich wieder Morgenluft wittert. Beide Unternehmen profitieren von Megatrends wie der alternden Gesellschaft und neuen Therapien, doch für Anleger stellt sich die Gretchenfrage: Setzt man auf die vermeintliche Sicherheit des Ausrüsters oder den Nervenkitzel der Forschungswette?
Das Geschäftsmodell: Schaufelverkäufer gegen Goldsucher
Um das Potenzial beider Aktien zu verstehen, muss man die fundamentale Kluft in ihren Geschäftsmodellen betrachten.
Sartorius ist der klassische "Schaufelverkäufer" im Goldrausch der Pharmaindustrie. Egal, welches Medikament am Ende das Rennen macht – produziert werden muss es fast immer. Die Göttinger liefern mit ihren Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products die unverzichtbare Infrastruktur: Filter, Nährmedien und Bioreaktoren. Da diese Produkte fest in den regulierten Herstellungsprozessen der Pharmakonzerne verankert sind, generiert Sartorius wiederkehrende, prognostizierbare Umsätze.
Evotec hingegen sucht selbst nach dem Gold – oder hilft anderen dabei. Als Auftragsforscher und Entwicklungspartner übernimmt das Hamburger Unternehmen die risikoreiche Arbeit der Wirkstofffindung. Das Modell ist zweigeteilt: Sichere Service-Umsätze stehen der Chance auf massive Meilensteinzahlungen gegenüber, wenn ein mitentwickeltes Medikament klinische Hürden nimmt. Das macht das Geschäft explosiver, aber auch anfälliger für Rückschläge.
David gegen Goliath: Die Finanzkennzahlen
Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht, dass hier zwei völlig unterschiedliche Gewichtsklassen im Ring stehen. Sartorius spielt in der Liga der profitablen Großkonzerne, während Evotec um die Rückkehr in die schwarzen Zahlen kämpft.
| Kennzahl | Sartorius AG Vz. | Evotec SE | Der direkte Vergleich |
|---|---|---|---|
| Marktkapitalisierung | ca. 15,3 Mrd. EUR | ca. 1,1 Mrd. EUR | Sartorius ist an der Börse ein Vielfaches wert. |
| Umsatz (2025) | ca. 3,5 Mrd. EUR | ca. 797 Mio. EUR | Der Laborausrüster setzt das Vierfache um. |
| EBITDA-Marge (2025) | ca. 29,7 % | Negativ | Sartorius verdient Geld, Evotec investiert aggressiv. |
| Dividende (2026e) | Ja (ca. 0,38%) | Nein | Nur Sartorius beteiligt Anleger am Gewinn. |
Stand: Februar 2026. e = erwartet.
Momentum: Wer hat aktuell den Lauf?
Die Stimmung an der Börse hat sich in dieser Woche gedreht. Während Sartorius nach der Vorlage der 2025er-Zahlen und einem als konservativ empfundenen Ausblick für 2026 (5-9 % Umsatzplus erwartet) unter Abgabedruck geriet, zeigt Evotec relative Stärke.
Der Grund für die Divergenz liegt in der Erwartungshaltung. Bei Sartorius ist Perfektion eingepreist – liefert das Unternehmen "nur" solide ab, reagieren Anleger enttäuscht. Bei Evotec hingegen war die Stimmung lange am Boden. Eine frische Kaufempfehlung mit einem ambitionierten Kursziel von 10 Euro reichte Anfang Februar aus, um die Aktie zweistellig nach oben zu katapultieren. Hier wird deutlich: Bei Evotec wird derzeit die Fantasie gehandelt, bei Sartorius die harte Realität.
Performance im Kopf-an-Kopf-Rennen
| Zeitraum | Sartorius Vz. | Evotec SE |
|---|---|---|
| 1 Woche | -9,69 % | +4,10 % |
| 1 Monat | -5,25 % | +15,69 % |
| YTD (2026) | +2,29 % | +17,22 % |
Zukunftsaussichten: Wo liegt der Hebel?
Wer hat langfristig die besseren Karten? Sartorius setzt auf Evolution statt Revolution. Durch die Digitalisierung von Laborprozessen und gezielte Zukäufe will sich der Konzern noch unverzichtbarer machen. Das Risiko: Wenn die großen Pharmakonzerne ihre Investitionsbudgets kürzen, spürt Sartorius das sofort in den Auftragsbüchern.
Evotec baut auf die "Co-owned Pipeline". Die Wette ist einfach: Gelingt auch nur einem der zahlreichen Partnerprojekte der Durchbruch, regnet es Lizenzgebühren, die direkt in den Gewinn durchschlagen. Zudem versucht das Unternehmen durch den Verkauf von Produktionsanlagen (Asset-Light-Ansatz) flexibler zu werden. Der Einsatz von KI in der Wirkstoffforschung soll zudem die Trefferquote erhöhen.
Chancen und Risiken im Check
| Sartorius AG Vz. | Evotec SE | |
|---|---|---|
| Vorteile | - Hohe Planungssicherheit durch Verbrauchsmaterial - Starke Preissetzungsmacht - Profitable Dividendenaktie |
- Enormer Hebel bei Forschungserfolgen - Übernahmephantasie - Skalierbare Technologie-Plattform |
| Nachteile | - Hohe Bewertung lässt wenig Fehler zu - Abhängig von Investitionszyklen der Kunden - Integrationsrisiken bei Zukäufen |
- Binäres Risiko (Alles oder Nichts bei Studien) - Keine Dividende - Hohe Volatilität zehrt an den Nerven |
Fazit: Substanz oder Spekulation?
Das Duell zwischen Sartorius und Evotec endet ohne klaren Sieger, denn es ist eine Entscheidung zwischen zwei Investment-Philosophien.
Sartorius bleibt trotz der jüngsten Kursdelle das Basis-Investment für den Life-Science-Sektor. Wer ruhig schlafen will und auf den langfristigen Trend zu mehr Biopharmazeutika setzt, greift hier zu. Der aktuelle Rücksetzer könnte für geduldige Anleger sogar eine Einstiegschance bieten, da die fundamentale Qualität des Geschäftsmodells unbestritten ist.
Evotec ist die Karte für den risikofreudigen Trader. Die Aktie bietet das deutlich größere Aufwärtspotenzial, sollte der Turnaround nachhaltig gelingen und die Pipeline liefern. Allerdings erkaufen sich Anleger diese Chance mit massiven Schwankungen und dem Risiko, dass Hoffnungen enttäuscht werden.
Am Ende lautet die Frage an den Anleger: Wollen Sie den sicheren Hafen ansteuern oder auf hoher See nach dem Schatz suchen?
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