SAP Aktie: Erste Abnutzungserscheinungen?
Drei Manager, 20.000 vertrauliche Dateien, ein schwerer Vorwurf: SAP kämpft gegen eine Klage, die das Geschäftsmodell erschüttern könnte. Während der Konzern mit der neuen EU AI Cloud europäische Kunden für sich gewinnen will, droht aus den USA juristisches Ungemach. Hat SAP Geschäftsgeheimnisse gestohlen? Und was bedeutet das für die ohnehin angeschlagene Aktie?
20.000 Dateien, ein gewaltiger Verdacht
Der US-Konkurrent o9 Solutions schlägt zurück – und zwar hart. Die Klage vom 25. November hat es in sich: Drei ehemalige Manager sollen systematisch über 20.000 vertrauliche Dateien abgegriffen haben. Darunter technische Architekturpläne und sensible Vertriebsstrategien. Der Vorwurf wiegt schwer: SAP soll diese Geschäftsgeheimnisse genutzt haben, um eigene Enterprise-Planning-Lösungen zu entwickeln.
o9 Solutions fordert nicht nur Schadensersatz. Ein mögliches Nutzungsverbot der betroffenen Technologien steht im Raum. Für SAP könnte das zum Problem werden – gerade in einem Bereich, in dem der Konzern stark wachsen will. Die Unsicherheit belastet die Aktie, die erst kürzlich auf ein 52-Wochen-Tief von 202,30 Euro abgestürzt war.
Die Fakten zur Klage:
- Zeitpunkt: Klageeinreichung am 25. November 2025
- Vorwurf: Unrechtmäßiger Download von über 20.000 Dokumenten durch drei Ex-Manager
- Betroffene Bereiche: Technische Architektur, Vertriebsstrategien, Geschäftsgeheimnisse
- Forderung: Schadensersatz und mögliches Nutzungsverbot
- Risiko: Erhebliche finanzielle und operative Konsequenzen für SAP
Europas KI-Hoffnung: Die EU AI Cloud
Ausgerechnet jetzt startet SAP seine große KI-Offensive. Die am 28. November vorgestellte "EU AI Cloud" soll europäischen Unternehmen ermöglichen, künstliche Intelligenz rechtskonform zu nutzen – ohne Datentransfer in die USA. Sämtliche Datenverarbeitungen und KI-Modelle bleiben innerhalb der EU. Das Versprechen: digitale Souveränität ohne Kompromisse beim Datenschutz.
SAP investiert über 20 Milliarden Dollar in diese Vision. Partner wie Mistral AI, Cohere und OpenAI werden über die Business Technology Platform integriert. Für den deutschen öffentlichen Sektor gibt es eine Speziallösung mit Delos Cloud. Die Botschaft ist klar: Europa soll nicht den Anschluss an US-Tech-Giganten verlieren.
Doch kann dieser strategische Schachzug die Unsicherheit durch die Klage kompensieren? Der Markt ist skeptisch. Trotz der technologischen Ambitionen liegt die Aktie weit unter dem Februarhoch von 283,50 Euro.
Analysten bleiben standhaft – noch
Die UBS lässt sich nicht beirren. Am 27. und 28. November bekräftigte die Schweizer Großbank ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 300 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von fast 45 Prozent. Die Begründung: Das Cloud-Wachstum bleibt intakt, der Auftragsbestand wuchs im dritten Quartal um 23 Prozent.
Doch da sind noch die Qualitätsprobleme bei S/4HANA – ausgerechnet beim Leuchtturmprojekt mit der Bundeswehr. Operative Stolpersteine häufen sich, während die Klage aus den USA wie ein Damoklesschwert über dem Konzern hängt. Die Stabilisierung bei 208,75 Euro am Freitag wirkt vor diesem Hintergrund fragil.
Die Frage bleibt: Reichen 20 Milliarden Dollar Investition und eine souveräne KI-Strategie, um den juristischen Gegenwind zu überstehen? Oder wird der Spionage-Vorwurf zum Bumerang für SAP?
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