SAP steuert auf eine entscheidende Woche zu. Vor den Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 schwankt die Stimmung zwischen Hoffnung auf eine Erholung und Sorge vor weiteren Enttäuschungen. Im Kursbild spiegelt sich diese Unsicherheit deutlich wider: Die Aktie hat sich zwar in den letzten Tagen leicht gefangen, bleibt aber klar unter ihren mittelfristigen Durchschnittslinien.

Die Zahlen als Stimmungstest

Am Donnerstag, 29. Januar, legt SAP die Ergebnisse für das Schlussquartal 2025 vor. Diese Veröffentlichung gilt als Gradmesser dafür, ob die jüngste Schwächephase übertrieben war oder ob sich tieferliegende Probleme im Geschäftsmodell abzeichnen.

Die Ausgangslage ist anspruchsvoll: Mit rund 200,95 Euro liegt der Kurs nur wenige Prozent über dem 52‑Wochen-Tief bei 189,84 Euro und deutlich unter dem Hoch von 280,40 Euro aus dem Februar 2025. Auch technisch bleibt der Gegenwind spürbar – die Aktie notiert spürbar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 233,23 Euro, der Abwärtstrend ist damit klar sichtbar.

Ein kurzer Blick auf die wichtigsten Eckdaten:

  • Aktueller Kurs: 200,95 €
  • 52‑Wochen-Tief: 189,84 €
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund –28 %
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt: rund –14 %
  • Veränderung 30 Tage: –16,6 %

Damit ist klar: Die kommenden Zahlen haben das Potenzial, den Trend zu bestätigen oder zu brechen.

KI als Unsicherheitsfaktor

Inhaltlich dreht sich viel um eine zentrale Frage: Wie stark wird Künstliche Intelligenz das Kerngeschäft von SAP verändern?

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?

Investoren zweifeln zunehmend an der Stabilität klassischer Lizenz- und Servicemodelle. Generative KI könnte Standardfunktionen schneller und günstiger verfügbar machen. Das würde die Preisgestaltung unter Druck setzen und langfristig auf die Margen wirken. Genau diese strukturelle Sorge lastet derzeit auf der Bewertung.

SAP kontert mit einer „AI first“-Ausrichtung und neuen Partnerschaften, etwa mit Fresenius. Damit soll gezeigt werden, dass KI nicht nur Risiko, sondern auch Wachstumsfeld sein kann. Ob der Markt diese Strategie honoriert, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob das Management am Donnerstag konkrete Zahlen und Beispiele zur Monetarisierung seiner KI-Angebote liefert.

Cloud-Geschäft als zweiter Prüfstein

Neben KI bleibt die Cloud-Transformation der operative Dreh- und Angelpunkt. SAP bewegt sich seit Jahren weg vom einmaligen Lizenzverkauf hin zu wiederkehrenden Cloud-Abos – ein Schritt, der kurzfristig bremst, langfristig aber Stabilität bringen soll.

Für das vierte Quartal rechnen Marktbeobachter mit:

  • währungsbereinigtem Cloud-Umsatzwachstum von rund 26 %
  • Wachstum des Cloud-Backlogs von über 25 %

Verfehlt SAP diese Marken, wäre das ein klares Signal, dass das Tempo der Transformation hinter den Erwartungen zurückbleibt. In diesem Fall dürfte der Verkaufsdruck auf die Aktie zunehmen, zumal der Kurs bereits in einem sensiblen Bereich nahe des Jahrestiefs notiert.

Zusätzlich erschwert ein laufendes Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission das Bild. Untersucht werden die Lizenzbedingungen im klassischen On-Premise-Geschäft. Damit rücken regulatorische Risiken wieder stärker in den Vordergrund – gerade in einem Segment, das ohnehin im Schatten der Cloud-Strategie steht.

Fazit: Donnerstag entscheidet die Richtung

Für SAP bündeln sich am 29. Januar mehrere zentrale Themen: die Glaubwürdigkeit der „AI first“-Strategie, das Tempo im Cloud-Geschäft und der Umgang mit regulatorischen Risiken. Gelingt es, die anvisierten Wachstumsraten in der Cloud zu erreichen und zugleich belastbare Perspektiven für KI-Umsätze zu liefern, hätte die Aktie eine realistische Chance auf eine technische Gegenbewegung weg vom 52‑Wochen-Tief. Bleiben die Kennzahlen dagegen hinter den Erwartungen zurück, dürfte der bestehende Abwärtstrend zunächst Bestand haben.

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 26. Januar liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...