Starker Cloud-Rückenwind, optimistische Analysten — und trotzdem ein neues 52-Wochen-Tief. Bei SAP klaffen Fundamentaldaten und Kursentwicklung derzeit weit auseinander. Der Grund liegt nicht nur im schwachen Marktumfeld, sondern auch in einem ernüchternden Bericht aus der eigenen Kundenbasis.

KI-Adoption läuft an SAP vorbei

Der DSAG-Investitionsreport 2026 liefert eine unbequeme Erkenntnis: Von den Unternehmen, die bereits KI-Anwendungsfälle produktiv betreiben, setzen 77 Prozent auf Nicht-SAP-Lösungen. SAPs eigene KI-Tools kommen lediglich auf drei Prozent Marktanteil im eigenen Kundenstamm.

Als Hauptursache nennt die DSAG die Komplexität der SAP-Lizenzmodelle und heterogene Systemlandschaften, die den KI-Einstieg bremsen. Viele Unternehmen arbeiten noch mit stark individualisierten On-Premises-Umgebungen, in denen neue KI-Funktionen kaum nutzbar sind. Nicht-SAP-Lösungen bieten schlicht den schnelleren Weg.

CEO Christian Klein reagiert mit einem strukturellen Umbau: Hunderte Mitarbeiter sollen in einer neuen Einheit die KI-Einführung beschleunigen. Ab Juli entstehen sogenannte „Forward Deployed Engineering"-Teams, die gemeinsam mit Kunden SAP-basierte KI-Anwendungen entwickeln. Gleichzeitig plant Klein den Abschied vom klassischen Abonnementmodell — künftig soll die Abrechnung verbrauchsbasiert auf KI-Nutzung erfolgen. Ein riskanter Schritt, der das bewährte Lizenzgeschäft strukturell verändert.

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Analysten halten an ihrer Einschätzung fest

Während der Kurs auf ein neues 52-Wochen-Tief von 152,80 Euro gefallen ist — rund 44 Prozent unter dem Jahreshoch vom Juni 2025 — bleibt die Analystengemeinde auffällig gelassen. Die Bank of America rief zuletzt zum Kauf auf, sobald der breitere Marktabverkauf nachlässt, und listet SAP unter ihren Top 25 für 2026. Das Analystenteam begründet dies mit einem KGV von 23 bei einer erwarteten Gewinn-CAGR von 18 Prozent bis 2028 — eine Bewertung, die gegenüber Wettbewerbern deutlich günstiger erscheint. Bernstein bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von rund 280 Euro.

Die operativen Zahlen stützen diese Sichtweise: Der Cloud-Umsatz wuchs 2025 um 23 Prozent auf 21 Milliarden Euro, der Cloud-Backlog erreichte 77,3 Milliarden Euro — ein Plus von 30 Prozent. Für 2026 peilt das Management Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an.

Am 23. April veröffentlicht SAP den nächsten Quartalsbericht. Dann zeigt sich, ob Kleins KI-Strategie erste messbare Spuren im Cloud-Umsatz hinterlässt — oder ob die Lücke zwischen Analystenzuversicht und Marktreaktion noch größer wird.

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