Die UBS hat am Freitag die finale Genehmigung für eine nationale Banklizenz in den USA erhalten — ein lang angestrebter Meilenstein für die Schweizer Großbank. Der Zeitpunkt ist jedoch nicht frei von Widersprüchen: Während die Bank ihren US-Fußabdruck strategisch ausbaut, kämpft sie gleichzeitig mit Abflüssen und einem drohenden Kapitaldruckaufbau aus der Heimat.

Lizenz öffnet neue Produktwelt

Die Zulassung durch das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erlaubt der UBS künftig, amerikanischen Kunden ein breiteres Angebot zu machen — darunter Giro- und Sparkonten sowie zusätzliche Kreditprodukte. Bislang operierte die Bank dort über eine staatlich gecharterte Industriebank mit entsprechend eingeschränktem Spielraum.

Der US-Markt ist die ertragreichste Region im Wealth Management der UBS, mit einem verwalteten Vermögen von 2,3 Billionen US-Dollar. Neue einlagenbasierte Produkte sollen Finanzberatern helfen, Kundenvermögen stärker zu konsolidieren und die Profitabilität zu steigern — die bislang hinter anderen Regionen zurückblieb. Konkrete neue Produkte werden allerdings frühestens Ende 2027 erwartet.

Abflüsse und Kapitalfragen belasten

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei UBS?

Die Lizenz allein löst die drängenden Probleme im US-Geschäft nicht. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die Bank in der Region Amerika Nettoabflüsse von 14,1 Milliarden US-Dollar, für das Gesamtjahr summierten sich die Abflüsse auf 6 Milliarden US-Dollar. Knapp 200 Finanzberater verließen die Bank. CEO Sergio Ermotti räumte ein, dass weitere Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung nötig sind — auch wenn er den Turnaround grundsätzlich auf Kurs sieht.

Zusätzlich rückt eine Entscheidung der Schweizer Regierung über verschärfte Kapitalanforderungen näher, die im April erwartet wird. Die UBS selbst bezifferte den potenziellen Kapitalbedarf unter den vorgeschlagenen Schweizer Regeln auf rund 22 Milliarden US-Dollar. Weitere Maßnahmen zu latenten Steueransprüchen und Softwarekapital könnten das CET1-Kapital um bis zu 11 Milliarden US-Dollar zusätzlich belasten.

Die Aktie notiert aktuell bei 31,70 Euro und damit rund 21 Prozent unter dem Stand vom Jahresanfang — der Kapitaldruckdiskussion dürfte dabei erhebliches Gewicht zukommen. Ob die Lizenz als Wachstumskatalysator mittelfristig überwiegt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Abflüsse im US-Wealth-Management gestoppt werden können.

UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 22. März liefert die Antwort:

Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...