Das Bundeskartellamt schlägt Alarm: RWE ist zu häufig unverzichtbar für die Stromversorgung in Deutschland. Die Wettbewerbsbehörde sieht kritische Schwellen überschritten und rückt die Marktmacht des Essener Konzerns in den Fokus. Für Anleger bedeutet das potenzielle regulatorische Unsicherheiten.

Unverzichtbarkeit als Problem

Im sechsten Bericht zur Stromerzeugung stellt das Kartellamt fest: RWE überschreitet die kritische Schwelle bei der sogenannten Pivotalität deutlich. Diese Kennzahl misst, wie oft ein Unternehmen zwingend benötigt wird, um die Stromnachfrage zu decken. Die Behörde sieht fünf Prozent der Jahresstunden als kritische Grenze – RWE liegt darüber.

Behördenchef Andreas Mundt macht deutlich: Die Marktstellung führender Erzeuger wird wieder zum Thema. Neben RWE nennt der Bericht auch LEAG und EnBW. Der fortschreitende Kohleausstieg und stillgelegte Kraftwerkskapazitäten verschärfen die Lage. Die verbliebenen steuerbaren Anlagen der großen Versorger werden dadurch häufiger systemrelevant.

Analysten bleiben gelassen

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Trotz der behördlichen Warnung halten die großen Investmenthäuser an ihren Einschätzungen fest. Bernstein Research bestätigte das Rating "Market-Perform" mit einem Kursziel von 55 Euro. Die Analysten verweisen allerdings auf die Volatilität im CO2-Emissionshandel, der bereits deutliche Schwankungen zeigte. Eine politische Überprüfung des Systems stehe zur Diskussion.

JPMorgan bleibt optimistischer und behält das Votum "Overweight" bei. Die US-Bank sieht RWE aufgrund langfristiger Verträge und der Kapazitätsdynamik gut aufgestellt – auch wenn regulatorische Debatten in Europa die Branche beschäftigen.

Rückkaufprogramm läuft weiter

Der Konzern selbst lässt sich von der Kartellamt-Debatte nicht beirren. Im Rahmen der dritten Tranche des Aktienrückkaufprogramms erwirbt RWE weiterhin eigene Aktien über die Börse. Diese Maßnahme stützt das Papier fundamental, während die kurzfristige Stimmung durch die kartellrechtlichen Bedenken gedrückt wird. Die Aktie notiert bei 51,84 Euro und liegt damit noch etwa fünf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Mitte Februar.

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