Der Essener Energiekonzern RWE navigiert derzeit durch ein schwieriges Marktumfeld. Während das Management mit massiven Aktienrückkäufen Vertrauen demonstriert, sorgt eine unerwartete regulatorische Verzögerung beim britischen Großprojekt "Dogger Bank South" für Unruhe. Investoren müssen nun abwägen, ob die langfristige Wachstumsstrategie durch diesen Dämpfer ernsthaft gefährdet ist oder ob die fundamentalen Daten überwiegen.

Die aktuelle Lage im Überblick:

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  • Kursentwicklung: 47,96 Euro (Schlusskurs Freitag)
  • Jahresperformance: +67,22 % auf 12-Monats-Sicht
  • Rückkauf: Über 270.000 Aktien allein um den Jahreswechsel erworben
  • Analystenziele: UBS sieht Potenzial bis 55 Euro

Genehmigung auf Eis gelegt

Die schlechte Nachricht erreicht die Anleger direkt von der britischen Insel. Die Regierung in London hat die Genehmigung für den geplanten Offshore-Windpark "Dogger Bank South" vorerst verschoben. Für RWE ist das ein empfindlicher Rückschlag, da das Projekt mit einer geplanten Kapazität von 3 Gigawatt eine zentrale Säule der Ausbaustrategie darstellt.

Diese regulatorische Unsicherheit wirft Fragen über die zeitliche Planung der zukünftigen Erträge auf. Zwar notiert die Aktie mit einem Abstand von rund 10 Prozent zum 52-Wochen-Hoch (53,42 Euro) weiterhin in Schlagdistanz zur Spitze, doch solche Verzögerungen belasten die Stimmung in einer Phase, in der die zügige Umsetzung von Großprojekten für die Bewertung am Kapitalmarkt entscheidend ist.

Management stützt den Kurs

Um einem möglichen Vertrauensverlust entgegenzuwirken, treibt die Konzernführung das Aktienrückkaufprogramm konsequent voran. Allein zwischen Ende Dezember und Anfang Januar erwarb das Unternehmen 274.639 eigene Anteile zu einem Durchschnittskurs von 46,54 Euro.

Marktbeobachter werten diese Maßnahme als stabilisierenden Faktor. Die Käufe signalisieren, dass das Management das aktuelle Kursniveau als attraktiv bewertet. Dies dürfte mit ein Grund sein, warum die Aktie trotz der Nachrichten aus London deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 45,05 Euro notiert und keine größere Verkaufswelle ausgelöst wurde.

Analysten erhöhen Kursziele

Ungeachtet der Störfeuer aus Großbritannien bleiben Experten auffallend zuversichtlich. Die Schweizer Großbank UBS reagierte nicht mit einer Abstufung, sondern hob das Kursziel sogar von 45 auf 55 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Auch JPMorgan sieht mit einem Ziel von 51 Euro weiteres Aufwärtspotenzial. Begründet wird dieser Optimismus unter anderem mit robusten Gaspreisen und operativen Fortschritten in anderen Segmenten.

Dazu zählt die kürzliche Inbetriebnahme der größten Wasserstoffanlage Europas im emsländischen Lingen. Dieser operative Meilenstein belegt, dass RWE seine strategische Transformation abseits des Windkraft-Sektors erfolgreich vorantreibt, auch wenn dies die kurzfristige Unsicherheit bezüglich des britischen Projekts nicht vollständig neutralisieren kann.

Die Verzögerung beim "Dogger Bank South"-Projekt ist zweifellos ein Ärgernis, ändert aber vorerst wenig am übergeordneten Aufwärtstrend der letzten zwölf Monate. Solange das Management die Kurspflege via Rückkauf fortsetzt und die Analystenerwartungen stabil bleiben, überwiegen die Chancen die momentanen regulatorischen Risiken.

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