Der Essener Energiekonzern steht unter Druck: Das Bundeskartellamt attestiert RWE eine deutlich gestiegene Marktmacht im deutschen Strommarkt – und zieht damit erstmals konkrete Konsequenzen aus der Verknappung durch den Kohleausstieg. Parallel dazu macht CEO Markus Krebber eine klare Ansage: Investitionen in kleine Atomreaktoren kommen für RWE nicht infrage. Während im Heimatmarkt die Regulierung zuschlägt, setzt der Konzern auf Großbritannien: Für das 1,38-Gigawatt-Offshore-Projekt Norfolk Vanguard West wurde jetzt der Turbinenauftrag vergeben.

Marktbeherrschende Stellung überschritten

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, wird deutlich: „Unsere Analysen zeigen klar: Die Marktmacht der führenden Stromerzeuger in Deutschland hat erheblich zugenommen." Im Fokus steht vor allem RWE.

Das Kartellamt misst Marktmacht daran, wie häufig ein Erzeuger unverzichtbar für die Deckung der Stromnachfrage ist. Die kritische Schwelle liegt bei fünf Prozent dieser sogenannten pivotalen Stunden pro Jahr. RWE überschreitet diese Grenze mit 4,3 bis 11,1 Prozent deutlich.

Die Ursache ist hausgemacht: Mit dem Auslaufen der Reservekraftwerke im Frühjahr 2024 und weiteren Abschaltungen im Zuge des Kohleausstiegs wurde das Angebot spürbar knapper. Diese Verknappung treibt tendenziell die Preise und erhöht die Abhängigkeit von großen Anbietern.

Für RWE hat die Einstufung konkrete Folgen. Marktbeherrschende Kraftwerksbetreiber dürfen keine Erzeugungskapazitäten gezielt zurückhalten, um Preise in die Höhe zu treiben. Das Kartellamt wird das Verhalten des Konzerns künftig genauer unter die Lupe nehmen.

Krebber erteilt Atomkraft-Plänen Absage

Während die Politik über Mini-Kernkraftwerke debattiert, zieht RWE-Chef Markus Krebber einen Schlussstrich: „Stand jetzt ist eine Investition für ein privatwirtschaftliches Unternehmen in SMRs nicht darstellbar."

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Seine Begründung ist nüchtern kalkuliert. Kein Zulieferer weltweit könne derzeit eine Bauzeit zusagen oder zu fest vereinbarten Kosten anbieten. Auch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung sieht eine ganze Reihe ungeklärter Sicherheitsfragen. „Viele SMR produzieren neuartige radioaktive Abfälle, für die es heute keine Entsorgungslösung gibt", erklärt Base-Präsident Christian Kühn.

Zusätzlich warnt Krebber vor den Auswirkungen der US-Handelspolitik: Zölle träfen RWE während der Investitionsphase neuer Projekte empfindlich.

Offshore-Großprojekt nimmt Form an

Auf der internationalen Bühne setzt RWE derweil andere Akzente. Der Konzern hat einen festen Auftrag mit Vestas für Norfolk Vanguard West platziert – 92 Turbinen des Typs V236-15,0 MW mit je 236 Metern Rotordurchmesser und 15 Megawatt Leistung.

Das 1,38-Gigawatt-Projekt vor der britischen Küste soll nach Fertigstellung jährlich Strom für rund 1,5 Millionen Haushalte liefern. Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant, die finale Investitionsentscheidung fällt im Sommer 2026.

Abgesichert ist das Vorhaben durch einen Contract for Difference zu 91,20 Pfund pro Megawattstunde. Die Investmentgesellschaft KKR steigt als Partner ein und übernimmt jeweils 50 Prozent an den beiden Norfolk Vanguard-Projekten.

Investitionsrahmen und Aktienrückkauf

Für den Zeitraum 2025 bis 2030 plant RWE Investitionen von rund 35 Milliarden Euro – etwa zehn Milliarden weniger als ursprünglich vorgesehen. Die frei gewordenen Mittel fließen in einen Aktienrückkauf im Umfang von 1,5 Milliarden Euro, der bis Mai 2026 läuft.

Am 12. März legt RWE den Geschäftsbericht für 2025 vor und präsentiert den Ausblick für das laufende Jahr. Die Zahlen werden zeigen, wie der Konzern das Spannungsfeld zwischen regulatorischem Gegenwind im Heimatmarkt und internationalem Wachstum meistert. Mit einem Plus von über 78 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie zuletzt deutlich an Wert gewonnen.

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