Der Kölner Sender RTL muss bei der Formel 1 kurzfristig auf die Bremse treten. Wegen eines Streits um grenzüberschreitende Übertragungsrechte wurde die geplante Ausstrahlung des Großen Preises von China überraschend abgesagt. Während das Unternehmen eigentlich mit Premium-Sportarten Zuschauer binden will, zeigen sich nun die Tücken des europäischen Lizenzmarktes.

Streit um den "Spill-Over-Effekt"

Kern des Konflikts ist die technische Reichweite des Senders. Das deutsche Free-TV-Signal von RTL ist auch im Nachbarland Österreich frei empfangbar. Genau dort halten jedoch der ORF und Servus TV die exklusiven Formel-1-Rechte für ihren Heimatmarkt. Als RTL Berichten zufolge begann, gezielt österreichische Werbekunden für die Übertragung anzusprechen, eskalierte die Situation.

Nach offiziellen Beschwerden der österreichischen Rechteinhaber schritt das Formel-1-Management ein. Die Konsequenz: RTL zog sein Produktionsteam in dieser Woche nur wenige Tage vor dem Rennwochenende aus Shanghai ab. Ursprünglich hatte sich der Sender über eine Sublizenz von Sky die Rechte gesichert, um in der Saison 2026 eine begrenzte Anzahl von Rennen im Free-TV zu zeigen.

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An der Börse sorgten die Störgeräusche im traditionellen TV-Geschäft für leichte Abgaben. Zum Wochenausklang am Freitag rutschte der Kurs um 2,52 Prozent auf 34,85 Euro ab. Mit einem RSI-Wert (14 Tage) von 16,8 ist das Papier damit aktuell stark überverkauft.

Verhandlungen und strategischer Umbau

Aktuell laufen Verhandlungen, um den territorialen Konflikt für kommende Rennen zu lösen. Ob der nun ausgefallene Sendeplatz durch einen anderen Grand Prix im Kalender ersetzt wird, ist noch unklar. RTL versucht parallel, seine Abhängigkeit vom klassischen linearen Fernsehen und dessen volatilen Werbeerlösen zu verringern.

Die jüngsten Jahreszahlen für 2025 belegen diesen Umbau: Bei einem Gesamtumsatz von 6,0 Milliarden Euro wuchs das Digitalgeschäft deutlich. Die Zahl der zahlenden Streaming-Abonnenten kletterte auf 8,1 Millionen, was die digitalen Werbeerlöse auf 517 Millionen Euro trieb. Gleichzeitig konnte die Streaming-Sparte ihre Anlaufverluste signifikant reduzieren.

Trotz des Wachstums im digitalen Bereich bleiben exklusive Live-Sportevents ein zentraler Baustein, um im linearen Fernsehen ein Massenpublikum zu erreichen und hohe Werbepreise durchzusetzen. Die Beilegung des Lizenzstreits mit den österreichischen Sendern ist daher zwingend erforderlich, um die verbleibenden Formel-1-Übertragungen der laufenden Saison – darunter das fest eingeplante Rennen im belgischen Spa – vertraglich abzusichern.

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