Rocket Lab- vs. AST SpaceMobile-Aktie: Infrastruktur-Macht trifft Vernetzungs-Vision
Die Weltraumwirtschaft boomt und könnte bis zum Jahr 2035 ein gigantisches Volumen von 1,8 Billionen US-Dollar erreichen. In diesem rasant wachsenden Markt kristallisieren sich zwei Unternehmen heraus, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber beide um die Gunst der Anleger buhlen: Rocket Lab USA und AST SpaceMobile.
Während Rocket Lab seine Position als etablierter Anbieter für Startdienste und Satellitensysteme bereits zementiert hat, betritt AST SpaceMobile Neuland. Das Ziel: Ein globales, weltraumgestütztes Breitbandnetzwerk für Mobiltelefone. Doch welche Aktie bietet das bessere Chancen-Risiko-Verhältnis in dieser technologischen Grenzzone? Ein datengestützter Vergleich der strategischen Ausrichtung, der Wachstumsdynamik und der Bewertung zeigt, wo die Reise hingehen könnte.
Kampf um die Pole Position im All
Beide Unternehmen stehen in den Startlöchern, um sich signifikante Stücke des wachsenden Weltraumkuchens zu sichern. Die Marktkapitalisierung beider Konkurrenten hat sich inzwischen stark angenähert. Rocket Lab bringt derzeit rund 35,4 Milliarden US-Dollar auf die Waage und operiert in den bewährten Sektoren der Startdienste und Raumfahrtsysteme.
Das Unternehmen hat sich mittlerweile als zweithäufigst genutzter US-Raketenstartanbieter etabliert und bedient eine gesunde Mischung aus kommerziellen Kunden und Regierungsaufträgen. Diese solide Basis verleiht der Aktie eine gewisse Bodenhaftung, die in der volatilen Raumfahrtbranche oft gesucht wird.
AST SpaceMobile hingegen spielt mit einer ähnlichen Marktkapitalisierung von rund 34,3 Milliarden US-Dollar ein ganz anderes Spiel. Das Unternehmen verfolgt das extrem ambitionierte Ziel, das erste Satellitennetzwerk aufzubauen, das sich direkt mit handelsüblichen Mobiltelefonen verbindet.
Dieser Markt für "Satellite-to-Phone"-Dienste steckt zwar noch in den Kinderschuhen, bietet aber ein gewaltiges adressierbares Marktpotenzial. Die Vision ist klar: Milliarden von Mobilfunknutzern, die derzeit keinen verlässlichen Breitbandzugang haben, sollen vernetzt werden. Für Anleger ist dies die klassische Wette auf eine disruptive Technologie.
Technologie im Härtetest: Wer liefert schneller?
Bei Rocket Lab liegt der Innovationsfokus auf der Weiterentwicklung bestehender Technologien. Das Herzstück der Zukunftsstrategie ist die Entwicklung der größeren, wiederverwendbaren Neutron-Rakete. Sie ist entscheidend für das langfristige Wachstum und die Fähigkeit, auch um schwerere Nutzlasten zu konkurrieren.
Doch hier gab es zuletzt Sand im Getriebe: Das Programm musste Rückschläge hinnehmen, darunter einen Testfehler, der das Debüt verzögern könnte. Ein Lichtblick bleibt die Abteilung für Raumfahrtsysteme ("Space Systems"), die Satellitenkomponenten entwickelt und herstellt. Sie hat sich als verlässlicher Umsatzbringer erwiesen und stabilisiert das Gesamtgeschäft.
AST SpaceMobile konzentriert sich voll und ganz auf den Aufbau seiner BlueBird-Satellitenkonstellation. Der Zeitplan ist sportlich: Bis Ende 2026 sollen 45 bis 60 Satelliten im Orbit sein, um globale Konnektivität zu gewährleisten.
Ein entscheidender strategischer Schachzug gelang dem Unternehmen kürzlich durch einen Vertrag mit Blue Origin. Die Nutzung der Schwerlastrakete New Glenn-3 könnte zum "Gamechanger" werden. Da diese Rakete bis zu acht BlueBird-Satelliten auf einmal transportieren kann, besteht die realistische Chance, den Zeitplan für die Bereitstellung des Netzwerks deutlich zu beschleunigen.
| Kennzahl | Rocket Lab USA (RKLB) | AST SpaceMobile (ASTS) |
|---|---|---|
| Marktkapitalisierung | ~35,4 Mrd. $ | ~34,3 Mrd. $ |
| Umsatz (TTM) | 554,54 Mio. $ | 18,53 Mio. $ |
| Kerngeschäft | Startdienste & Raumfahrtsysteme | Satellitengestütztes Breitband |
| Wichtigstes Pipeline-Projekt | Neutron-Rakete | BlueBird-Satellitenkonstellation |
Wachstum: Wer zündet den Turbo?
Beide Unternehmen befinden sich in einer aggressiven Wachstumsphase, schreiben aber noch keine schwarzen Zahlen. Rocket Lab meldete für die letzten zwölf Monate (TTM) einen Umsatz von 554,54 Millionen US-Dollar. Die Analysten sind optimistisch: Für das Jahr 2025 wird ein Umsatzanstieg auf 600 Millionen US-Dollar prognostiziert.
Bis 2028 könnte dieser Wert sogar auf 1,5 Milliarden US-Dollar klettern. Ein wichtiger Meilenstein für Anleger: Die Profitabilität wird für etwa 2027 erwartet. Das Unternehmen zeigt damit einen klaren Pfad in Richtung Wirtschaftlichkeit auf.
AST SpaceMobile steht noch ganz am Anfang seiner Monetarisierung. Mit einem TTM-Umsatz von lediglich 18,53 Millionen US-Dollar ist das Unternehmen faktisch noch ein Forschungs- und Entwicklungsbetrieb mit ersten Einnahmen. Doch die Wachstumsprognosen sind atemberaubend.
Experten erwarten, dass der Umsatz von 57 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf explosive 1,94 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028 springen könnte. Damit würde AST SpaceMobile umsatztechnisch an Rocket Lab vorbeiziehen. Die Gewinnschwelle wird jedoch nicht vor 2028 erwartet. Positiv zu vermerken ist das deutliche Umsatzwachstum im dritten Quartal 2025 sowie eine finanzielle Reichweite von etwa 7 bis 8 Quartalen basierend auf den aktuellen Barreserven.
Bewertung: Fantasie oder Wahnsinn?
Da beide Unternehmen noch keine Gewinne erwirtschaften, sind klassische Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) nutzlos. Anleger blicken stattdessen auf zukunftsgerichtete Metriken wie das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz (EV/Sales) und setzen diese ins Verhältnis zum Wachstumspotenzial.
Rocket Lab wird derzeit mit einem EV/Sales-Verhältnis (TTM) von 62,97 bewertet. Das ist sportlich, spiegelt aber die starke Marktposition wider. Die Bewertung von AST SpaceMobile hingegen ist hochspekulativ: Das voraussichtliche EV/Sales-Verhältnis liegt bei astronomischen 549x.
Dieser Wert zeigt, welch enorme Erwartungen der Markt in die disruptive Technologie setzt. Hier wird keine Gegenwart bezahlt, sondern eine fast perfekte Zukunft. Für beide Aktien gilt: Die Bewertung steht und fällt mit dem Erreichen kritischer operativer Meilensteine – dem erfolgreichen Start der Neutron-Rakete bei Rocket Lab und der fehlerfreien Inbetriebnahme des BlueBird-Netzwerks bei AST SpaceMobile.
Burggraben und Risiken: Wer steht sicherer?
Rocket Lab hat sich einen Wettbewerbsvorteil durch seine nachweisliche Erfolgsbilanz bei Raketenstarts erarbeitet. Hinzu kommt der integrierte "End-to-End"-Service, der sowohl den Start als auch die Satellitenherstellung umfasst. Diese Diversifizierung sorgt für eine stabilere Einnahmebasis im Vergleich zu reinen Startanbietern und schützt das Unternehmen besser vor Marktschwankungen.
AST SpaceMobiles wichtigste Verteidigungslinie gegen Konkurrenz sind die extrem hohen Eintrittsbarrieren. Der Aufbau eines globalen Satellitenkommunikationsnetzes erfordert immense Kapitalausgaben und die Bewältigung enormer technologischer Komplexität. Das schreckt potenzielle Nachahmer ab.
Der Erfolg hängt jedoch von einer makellosen Ausführung in den kommenden Jahren ab. Jeder Fehler im Weltraum ist teuer und zeitaufwendig. Zudem zeigte sich die Aktie zuletzt volatil, getrieben von der allgemeinen Marktstimmung und Gerüchten über einen möglichen Börsengang des großen Konkurrenten SpaceX.
Fazit: Rocket Lab ist die Wahl für Anleger, die auf bewährte Infrastruktur und diversifizierte Einnahmen setzen wollen, während AST SpaceMobile das Ticket für Risikofreudige ist, die auf den Durchbruch einer revolutionären Technologie mit explosiven Wachstumschancen spekulieren.
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