Rocket Lab startet ins Jahr 2026 mit einem Auftrag, der die Dimensionen des Unternehmens neu definiert. Ein Großvertrag mit der US-Raumfahrtbehörde SDA katapultiert den Raumfahrt-Spezialisten in eine Liga mit klassischen Verteidigungsriesen. Doch wie viel nachhaltiges Potenzial steckt tatsächlich hinter der Euphorie rund um die Aktie?

Rekordauftrag verändert die Ausgangslage

Am 19. Dezember 2025 erhielt Rocket Lab einen „prime contract“ der U.S. Space Development Agency (SDA) über 816 Millionen US‑Dollar für die sogenannte Tracking Layer Tranche 3 (TRKT3). Damit übertrifft das Volumen den bisherigen Rekord-Verteidigungsauftrag des Unternehmens um 58 Prozent. Die Aktie hat seit der Bekanntgabe spürbar zugelegt und am Freitag bei 75,99 US‑Dollar geschlossen, was zugleich nahe am jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 77,55 US‑Dollar liegt.

Mit TRKT3 rückt Rocket Lab in den Kreis etablierter Verteidigungsadressen auf: Auch Lockheed Martin, Northrop Grumman und L3Harris erhielten identische Teile eines Gesamtvolumens von 3,5 Milliarden US‑Dollar. Jeder der vier Auftragnehmer soll 18 Satelliten für ein neues System zur Raketenverfolgung liefern.

Der neue Deal unterscheidet sich deutlich vom Transport Layer Tranche 2 Beta-Vertrag aus dem Jahr 2023:

  • Vertragsvolumen: 816 Mio. US‑Dollar vs. 515 Mio. US‑Dollar (2023)
  • Missionsprofil: Hochentwickelte Raketenverfolgung statt reiner Datenübertragung
  • Technologie: Infrarotsensoren zur Erkennung von Hyperschall-Bedrohungen
  • Zeitplan: Einsatzbereitschaft bis 2029 geplant

Die TRKT3-Satelliten sollen weltweit und dauerhaft Raketenstarts und -flüge erkennen, verfolgen und Daten für Abwehrsysteme liefern – insbesondere im Hinblick auf neue Hyperschallwaffen.

StarLite-Sensoren: Zusätzliche Umsatzchance

Finanziell endet die Story nicht beim reinen Auftragsvolumen. Alle 72 Satelliten der TRKT3-Konstellation – also auch die der Wettbewerber – sollen mit den StarLite-Sensoren und weiteren Komponenten von Rocket Lab ausgerüstet werden.

Laut Unternehmensangaben könnte die Gesamtsumme aus dem Großauftrag plus diesen Subsystem-Lieferungen auf rund 1 Milliarde US‑Dollar anwachsen. Neben den StarLite-Nutzlasten umfasst dies unter anderem Solarlösungen, Komponenten zur Lagebestimmung und -kontrolle sowie Software. In Summe entspricht das mehr als dem Doppelten der zuletzt erzielten Jahreserlöse – ein deutlicher Sprung in der Größenordnung des Geschäfts.

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Analysten reagieren mit Kursziel-Anhebungen

Die Wall Street hat die neue Größenordnung des Verteidigungsgeschäfts schnell eingepreist. Mehrere Häuser passten ihre Modelle nach oben an:

  • Needham: Kurszielanhebung von 63 auf 90 US‑Dollar, Einstufung „Buy“
  • Stifel Nicolaus: Neues Ziel 85 US‑Dollar, mit Verweis auf die Aufwertung von Rocket Lab zu einem Verteidigungs-Prime
  • Konsens: Rating „Moderate Buy“, durchschnittliches Kursziel 61,25 US‑Dollar

Auffällig ist, dass einige Kursziele inzwischen klar über dem aktuellen Niveau liegen und die Analysten den SDA-Vertrag als Bestätigung der strategischen Neuausrichtung in Richtung Verteidigung interpretieren.

Hohe Bewertung trotz wachsender Planbarkeit

Trotz der starken operativen Impulse bleibt die Bewertung anspruchsvoll. Die Aktie wird aktuell etwa zum 70‑fachen des Umsatzes der letzten zwölf Monate gehandelt, während das Unternehmen noch keine Gewinne schreibt. Analysten rechnen frühestens in zwei Jahren mit einem Übergang in die Profitabilität.

Gleichzeitig verbessern sich die Kennzahlen im Kerngeschäft:

  • Margenverschiebung: Die Startsparte erzielt inzwischen eine Bruttomarge von 36,6 %, die Sparte „Space Systems“ liegt bei 31,4 %.
  • Auftragsbestand: Durch den SDA-Vertrag verdoppelt sich der bisherige Auftragsbestand von rund 1,1 Mrd. US‑Dollar nahezu.
  • Umsatzsichtbarkeit: Die TRKT3-Erlöse verteilen sich über vier Jahre und entsprechen in dieser Phase jährlich in etwa der Hälfte des aktuellen Jahresumsatzes.

Damit stehen einem sehr hohen Multiple inzwischen deutlich bessere Visibilität und planbarer Cashflow gegenüber. Ob diese Kombination die Bewertung dauerhaft rechtfertigt, hängt entscheidend von der Umsetzung der Projekte und weiteren Vertragsgewinnen ab.

Electron mit perfekter Bilanz, Neutron als nächster Hebel

Operativ kann Rocket Lab außerdem auf ein starkes Jahr 2025 bei der Kleinrakete Electron verweisen. 21 Starts mit einer Erfolgsquote von 100 % untermauern die Rolle der Rakete als derzeit weltweit meistgenutztes System im Bereich kleiner Nutzlasten. Die letzte Mission brachte den QPS‑SAR‑15-Satelliten von Neuseeland aus ins All und markierte den 79. Electron-Start insgesamt.

Der Blick nach vorn richtet sich nun auf die mittelgroße Neutron-Rakete. Deren Erstflug hat sich in das erste Quartal 2026 verschoben. Neutron soll bis zu 13.000 Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit transportieren und dabei vollständig wiederverwendbar sein. Gelingt der planmäßige Start und die Etablierung im Markt, könnte Rocket Lab sein adressierbares Marktvolumen deutlich ausweiten – insbesondere bei größeren Regierungs- und kommerziellen Missionen, bei denen bislang andere Anbieter dominieren.

Fazit: Wachstumsschub mit Bewertungsrisiko

Rocket Lab verbindet zum Jahresauftakt eine historisch große Verteidigungsvereinbarung, steigende Margen und einen stark wachsenden Auftragsbestand mit einer Bewertung, die viel Zukunftserfolg vorwegnimmt. Zentral für die nächsten Quartale werden die konkrete Umsetzung des SDA-Vertrags und der erfolgreiche Neutron-Start im ersten Quartal 2026 sein – erst deren Fortschritt dürfte zeigen, ob das aktuelle Bewertungsniveau auf Dauer tragfähig bleibt.

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