Rocket Lab Aktie: Testpanne belastet
Rocket Lab steht mitten in einem ambitionierten Ausbau seines Geschäfts – doch ein technischer Rückschlag beim Neutron-Programm sorgt nun für Unruhe. Ausgerechnet die Rakete, die den Sprung in die lukrativere Medium-Lift-Klasse bringen soll, hat im Test versagt. Gleichzeitig setzen große Investoren weiter auf die Story, während Analysten sich deutlich uneins zeigen.
Neutron-Tankplatzer und Terminrisiken
Auslöser der aktuellen Diskussion ist eine bestätigte strukturelle Fehlfunktion am Erststufentank der Neutron-Rakete. Beim hydrostatischen Druck-Qualifikationstest kam es zum Riss des Tanks. Nach Unternehmensangaben ist dies Teil der üblichen Validierungsprozesse, Schäden an der Infrastruktur habe es nicht gegeben – dennoch muss ein neuer Tank gefertigt werden.
Genau hier liegt das Problem: Der Austausch verzögert die Testkampagne und kann den ohnehin eng getakteten Neutron-Zeitplan ins Rutschen bringen. Das Management hat angekündigt, auf der Q4-2025-Telefonkonferenz im Februar detailliert zu den Auswirkungen auf den Startkalender Stellung zu nehmen. Für Investoren steht damit die Frage im Raum, ob sich der erste Neutron-Start und die damit verbundenen neuen Erlösquellen weiter nach hinten verschieben.
Operativ liefert Rocket Lab parallel weiter im Kerngeschäft: Die erste Mission 2026, zugleich der 80. Start der kleineren Electron-Rakete, wurde erfolgreich abgeschlossen. Damit sichert das Unternehmen laufende Umsätze aus dem etablierten Small-Launch-Segment, während Neutron die langfristige Wachstumsfantasie repräsentiert.
Institutionelle Investoren bleiben engagiert
Trotz der technischen Probleme sind größere Adressen weiterhin auf der Käuferseite. Laut Meldungen vom 25. Januar 2026 hat Rakuten Investment Management 11.426 Rocket-Lab-Aktien erworben, mit einem Volumen von rund 547.000 US-Dollar. Die deutsche Universal Beteiligungs und Servicegesellschaft mbH hat ihre Beteiligung im dritten Quartal um 22,0 % ausgebaut und hält nun 227.988 Aktien im Wert von mehr als 10,9 Mio. US-Dollar.
Zusätzlich fällt die Position von Norges Bank ins Gewicht, die ein Engagement im Umfang von 164,75 Mio. US-Dollar hält. Diese Bewegungen deuten darauf hin, dass zentrale institutionelle Investoren die jüngste Volatilität eher als Chance interpretieren und an der langfristigen These festhalten: stabile Einnahmen aus Electron, flankiert von einem potenziell deutlich größeren Geschäft durch Neutron.
Kurzfristig zeigt der Kurs allerdings, wie sensibel der Markt auf neue Informationen reagiert. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten zwar vervielfacht, notiert aber aktuell etwa 8 % unter ihrem jüngsten 52-Wochen-Hoch.
Analysten zwischen Euphorie und Skepsis
Auf der Analystenseite prallen derzeit zwei Lager aufeinander. Morgan Stanley hat die Aktie am 16. Januar 2026 auf „Overweight“ hochgestuft und ein Kursziel von 105 US-Dollar ausgerufen. Bank of America geht mit einem Ziel von 120 US-Dollar noch einen Schritt weiter. Beide Häuser argumentieren im Kern mit dem strategischen Potenzial des Neutron-Programms und der starken Position im Markt für kleinere Trägerraketen.
Dem gegenüber steht eine vorsichtigere Sichtweise: KeyBanc hat die Aktie bereits am 15. Januar 2026 auf „Sector Weight“ abgestuft und sich dabei vor allem auf Bewertungsrisiken bezogen. Mit einem negativen Kurs-Gewinn-Verhältnis und einem Konsens-Kursziel von rund 72,92 US-Dollar liegt die durchschnittliche Analystenerwartung deutlich unter dem aktuellen Kursniveau von 88,90 US-Dollar.
Diese Diskrepanz macht die Situation klar: Während optimistische Stimmen auf erfolgreiche Neutron-Meilensteine und weiter starkes Wachstum setzen, warnen skeptische Beobachter vor einem bereits weit vorweggenommenen Zukunftsszenario im Kurs.
Wachstum trifft Kapitalbedarf
Jenseits der Schlagzeilen um den geplatzten Tank zeigt der Blick auf die laufenden Zahlen, warum Rocket Lab für viele Anleger spannend bleibt – und wo die Risiken liegen:
- Umsatz (TTM): 554,53 Mio. US-Dollar
- Quartals-Umsatzwachstum: +47,97 %
- Nettoergebnis (TTM): -197,63 Mio. US-Dollar
Das Unternehmen wächst also kräftig, schreibt aber weiterhin rote Zahlen. Parallel dazu signalisiert die Markttechnik ein heiß gelaufendes Papier: Der Relative-Stärke-Index (14 Tage) liegt mit 85,1 klar im überkauften Bereich, der Kurs notiert mehr als 30 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und über 80 % über der 200-Tage-Linie.
Unterm Strich steht Rocket Lab damit an einem entscheidenden Punkt: Die operative Zuverlässigkeit von Electron und das starke Umsatzwachstum sprechen für die Story, der Neutron-Testfehler, hohe Investitionen und eine ambitionierte Bewertung mahnen zur Vorsicht. Wie stark der aktuelle Rückschlag den Zeitplan von Neutron tatsächlich verzögert und damit die mittelfristigen Erlöserwartungen verschiebt, wird das Management mit dem Update zur Q4-2025-Bilanz im Februar konkret auflösen – dieser Termin dürfte den weiteren Kursverlauf maßgeblich prägen.
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