Rio Tinto Aktie: Mega-Deal?
Rio Tinto sorgt heute in London für Aufmerksamkeit: Der Bergbaukonzern hat bestätigt, dass er erneut über eine mögliche Übernahme von Glencore spricht. Es geht um nichts weniger als die mögliche Entstehung des weltweit größten Minenkonzerns mit einem kombinierten Börsenwert von über 200 Milliarden US-Dollar.
Die Gespräche sind noch in einem frühen Stadium. Vorgesehen wäre eine Komplettübernahme von Glencore durch Rio Tinto in Form eines Aktientauschs.
Der Stand der Verhandlungen
Am Freitag hatten beide Unternehmen mitgeteilt, dass sie in vorläufigen Gesprächen über eine mögliche Kombination von Teilen oder allen Geschäftsbereichen stehen. Die derzeit favorisierte Struktur ist eine Übernahme von Glencore durch Rio Tinto über ein gerichtliches „Scheme of Arrangement“, ein im britischen Übernahmerecht übliches Verfahren.
Hintergrund: Ähnliche Verhandlungen waren bereits 2024 gescheitert. Damals lagen die Streitpunkte laut Berichten vor allem bei der Bewertung und beim Umgang mit Glencores umfangreichem Kohlegeschäft. Die jetzige Bestätigung der Gespräche markiert damit eine Wiederaufnahme dieses geplatzten Mega-Deals.
Die Börse reagierte am Freitag deutlich: Glencore-Aktien legten in London zeitweise um bis zu 10 % zu, während Rio Tinto um rund 2,2 % nachgaben.
Nach den Übernahmeregeln im Vereinigten Königreich hat Rio Tinto nun eine klare Frist: Bis 5. Februar 2026, 17:00 Uhr London-Zeit, muss der Konzern
- entweder eine verbindliche Absicht zur Abgabe eines Angebots veröffentlichen
- oder offiziell erklären, dass er kein Angebot vorlegt.
Kupfer als zentraler Treiber
Treiber hinter den wiederaufgenommenen Gesprächen ist vor allem der boomende Kupfermarkt. Das Metall gilt als Schlüsselrohstoff für die globale Energiewende und den Ausbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Die Preise notieren auf Rekordniveaus von über 13.000 US-Dollar je Tonne.
Ein kombinierter Konzern hätte im Kupferbereich ein enormes Gewicht. Er würde unter anderem
- Rio Tintos Oyu-Tolgoi-Mine in der Mongolei
- und Glencores umfangreiche Aktivitäten in Südamerika
unter einem Dach bündeln.
Der mögliche Zusammenschluss fügt sich in eine breitere Konsolidierungswelle im Rohstoffsektor ein. Erst im September 2025 war die Fusion von Anglo American und Teck Resources angekündigt worden. Marktbeobachter sehen darin zusätzlichen Druck auf Wettbewerber wie BHP, ihre eigene Strategie zu schärfen.
Ein entscheidender Streitpunkt der Gespräche von 2024 – Glencores Kohlesparte – könnte diesmal weniger blockierend wirken. Berichten zufolge ist Rio Tinto, das 2018 aus dem Kohlegeschäft ausgestiegen war, nun bereit, diese Vermögenswerte zumindest vorübergehend zu behalten. Für den seit August 2025 amtierenden CEO Simon Trott wäre der Deal die erste große Bewährungsprobe.
Ausblick und nächste Termine
Im Mittelpunkt steht in den kommenden Wochen zunächst die „put up or shut up“-Frist am 5. Februar. Bis dahin entscheidet sich, ob aus den Sondierungen ein formelles Übernahmeangebot wird. Ein solcher Mega-Deal würde voraussichtlich intensive kartellrechtliche Prüfungen auslösen und stünde vor der Herausforderung, zwei unterschiedliche Unternehmenskulturen zu integrieren.
Unabhängig von den Fusionsplänen bleibt der Termin für die Vorlage der Zahlen für das Gesamtjahr 2025 am 19. Februar 2026 bestehen. Zwischen diesen beiden Daten dürfte der Nachrichtenfluss klar von möglichen weiteren Details zur Transaktion bestimmt werden – inklusive der Frage, ob tatsächlich der größte Deal in der Geschichte der Branche auf den Weg gebracht wird.
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