Die Gerüchteküche brodelt: Rio Tinto und Glencore haben ihre Fusionsgespräche offiziell bestätigt. Was vor rund einem Jahr noch scheiterte, könnte nun Realität werden – ein Bergbau-Gigant mit einem Unternehmenswert von über 260 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden. Die Marktkapitalisierung des fusionierten Konzerns läge bei knapp 207 Milliarden Dollar.

Am Donnerstagabend bestätigte Glencore die vorläufigen Gespräche mit dem britisch-australischen Rivalen. Rio Tinto hat nun gemäß den britischen Übernahmeregeln bis zum 5. Februar um 17 Uhr Zeit, entweder ein konkretes Kaufangebot vorzulegen oder sich öffentlich von den Plänen zu distanzieren. Die Börse reagierte prompt: Glencore-Aktien sprangen am Freitag um 8,84 Prozent auf 4,49 Pfund, während Rio Tinto 1,99 Prozent auf 60,71 Pfund nachgab.

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Kupfer-Hunger treibt Konsolidierung

Der Rekordpreis von Kupfer bei über 13.300 US-Dollar je Tonne in dieser Woche macht die strategische Logik deutlich. Analysten warnen vor einer massiven Knappheit des Industriemetalls bis 2040. Rio Tinto will sich mit der Übernahme primär Zugang zu Glencores Kupferressourcen sichern.

Doch zwei Quellen, die der Angelegenheit nahestehen, enthüllten gegenüber Reuters einen weiteren Aspekt: Rio Tinto ist auch an Glencores Handelsabteilung interessiert. Goldman Sachs schätzt den Wert dieses Geschäftsbereichs auf 4 Milliarden Dollar bis 2030. Im ersten Halbjahr 2024 erwirtschaftete die Trading-Sparte bereits 1,4 Milliarden Dollar bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Auf dem Höhepunkt 2022, als die Rohstoffpreise nach Russlands Ukraine-Invasion explodierten, verdiente die Abteilung sogar 6,4 Milliarden Dollar.

Passt das zusammen?

Die kulturellen Unterschiede sind erheblich. Rio Tinto, gegründet vor über 150 Jahren, versteht sich primär als Bergbaukonzern und stieg 2018 aus dem Kohlegeschäft aus, um seine ESG-Reputation zu verbessern. Glencore hingegen handelt nicht nur Kohle, Öl, Flüssiggas und Metalle, sondern fördert auch Kohle und produziert Kupfer, Kobalt sowie Zink.

Derren Nathan von Hargreaves Lansdown bringt die zentrale Frage auf den Punkt: Wie passen Glencores Kohle- und Handelsaktivitäten zu Rio Tintos Geschäftsmodell und Nachhaltigkeitszielen? Die Anleger zeigen sich skeptisch – die Kursverluste bei Rio Tinto spiegeln die Sorge wider, dass eine Fusion nicht automatisch Wert für die Aktionäre schafft.

Regulierungshürden voraus

RBC-Analysten bezeichneten Kohle und Marketing als Knackpunkte. Wettbewerbsbehörden dürften den Deal kritisch prüfen – Vermögensverkäufe zur Beruhigung der Kartellwächter erscheinen wahrscheinlich. Berenberg-Analyst Richard Hatch sieht zwei Szenarien: Entweder Rio behält die Handelsabteilung und baut sie aus, oder verkauft sie – möglicherweise über ein Listing an einer US-Börse. Entscheidend bleiben dabei langfristige Lieferverträge, die dem Handelsgeschäft verlässlichen Zugang zu Rohstoffen garantieren.

Bold Baatar, der Rio Tintos Handelsoperationen von Singapur aus leitet, arbeitet bereits daran, die Trading-Aktivitäten des Konzerns auszubauen. Mit Glencores Expertise könnte Rio Tinto zur dominierenden Kraft im globalen Rohstoffhandel werden.

Ob BHP Group, aktuell weltgrößter Kupferproduzent, tatenlos zusieht, bleibt fraglich. Die Schaffung eines neuen Branchenriesen könnte Gegenbewegungen auslösen.

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