Rheinmetall startet mit Rückenwind in das Börsenjahr 2026. Neue Exportdaten der Bundesregierung und ein großer Bundeswehr-Auftrag untermauern die hohe Auslastung des Konzerns – trotz politischer Verzögerungen bei Großprojekten in der Luftfahrt. Wie stabil ist dieser Aufschwung zum Jahresbeginn?

Rückenwind durch Exportdaten und Sektor-Stimmung

Auslöser der jüngsten Stärke waren am Freitag veröffentlichte Zahlen zu deutschen Rüstungsexportgenehmigungen für 2025. Zwischen dem 1. Januar und dem 8. Dezember wurden Ausfuhren im Wert von 8,40 Milliarden Euro genehmigt. Auffällig ist dabei die Entwicklung in der Türkei: Mit genehmigten Rüstungslieferungen von 726 Millionen Euro erreicht das Land den höchsten Wert seit 1999.

Am Markt wird dies als Signal gewertet, dass deutsche Rüstungslieferanten ihre Absatzmärkte stärker diversifizieren können. Als einer der zentralen Anbieter von Landsystemen und Munition dürfte Rheinmetall hiervon strukturell profitieren.

Parallel dazu zeigte sich der gesamte Verteidigungssektor robust. Die erneute Vertagung der Entscheidung über das europäische Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System) sorgte kaum für Verunsicherung. Anleger fokussieren sich derzeit vor allem auf das laufende Kerngeschäft an Land, wo Rheinmetall eine starke Position besitzt, statt auf politisch geprägte Großprojekte der Luftwaffe.

Der Kurs schloss den Freitag bei 1.587,50 Euro, was einem Tagesplus von 2,22 Prozent entspricht. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Zugewinn von rund 163 Prozent – ein Hinweis auf die außergewöhnliche Dynamik des Titels.

Großauftrag stützt langfristige Story

Der freundliche Jahresauftakt knüpft an ein sehr starkes Jahr 2025 an. Ein wichtiger Baustein: der kurz vor Weihnachten gemeldete Großauftrag der Bundeswehr über 200 zusätzliche Schützenpanzer vom Typ Puma, gemeinsam vergeben an Rheinmetall und KNDS. Das Volumen liegt bei rund 4,2 Milliarden Euro.

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Dieser Auftrag:

  • sichert eine hohe Auslastung der Kapazitäten über mehrere Jahre,
  • stärkt die Position im Segment der Landsysteme,
  • stabilisiert die mittel- bis langfristige Planungssicherheit.

Im Branchenvergleich wirkt das Geschäftsprofil widerstandsfähig, weil der Konzern weniger von einzelnen Projekten abhängt und breiter aufgestellt ist. Die Marktbewertung spiegelt die Erwartung wider, dass Verteidigungsausgaben in Europa und der NATO strukturell hoch bleiben.

Charttechnik und Kennzahlen: Überhitzungstendenzen

Trotz der fundamental soliden Lage zeigen die technischen Indikatoren ein anspruchsvolles Umfeld. Der aktuelle Schlusskurs von 1.587,50 Euro liegt nur geringfügig unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.602,49 Euro, aber bereits klar unter den längerfristigen Durchschnitten von 1.715,03 Euro (100 Tage) und 1.693,93 Euro (200 Tage). Gegenüber dem 52‑Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro ergibt sich ein Abstand von gut 20 Prozent.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • 12-Monats-Performance: +163,01 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: -20,43 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Tief (603,60 Euro): +163,01 %
  • RSI (14 Tage): 83,7 (deutlich überkauft)
  • 30-Tage-Volatilität (annualisiert): 76,88 %

Der sehr hohe RSI deutet auf eine überkaufte Situation hin, während die ausgeprägte Volatilität die Schwankungsanfälligkeit des Titels unterstreicht. Der 50-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell nahezu auf Höhe des Kurses – eine Bestätigung dieses Niveaus bekommt dadurch zusätzliche Bedeutung.

Ausblick: Nachhaltigkeit des Ausbruchs im Fokus

In der neuen Handelswoche richtet sich der Blick vor allem auf die Stabilität der jüngsten Bewegung. Aus technischer Sicht ist die Zone um 1.600 Euro eine zentrale Marke: Gelingt es, sich per Wochenschlusskurs darüber zu etablieren, wären erneute Angriffe auf die Hochs der vergangenen Monate ein realistisches Szenario.

Fundamental bleibt die Story von einem hohen Auftragsbestand, zunehmender Skalierung neuer Produktionsstandorte und erwarteter Margenverbesserungen im Munitionsgeschäft geprägt. Hinzu kommen mögliche Impulse aus einer breiter aufgestellten Exportstrategie, zu der das Management in den kommenden Wochen konkretisieren will, wie die jüngsten Regierungszahlen genutzt werden sollen.

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