Rekordumsätze, aber der Markt reagierte trotzdem mit einem massiven Kursabsturz. Redcare Pharmacy hat 2025 beim Rezeptgeschäft historische Zahlen geliefert – doch die Guidance für 2026 und anhaltende Verluste enttäuschten die Erwartungen der Analysten so deutlich, dass die Aktie auf ein Mehrjahrestief fiel.

Starkes Wachstum, schwache Marge

Der Konzernumsatz stieg 2025 um 24,1 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro. Besonders das Rezeptgeschäft (Rx) brummte: Erstmals überschritten die Rx-Erlöse die Milliarden-Marke und kletterten um 42,6 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. In Deutschland verdoppelte sich der Rx-Umsatz nahezu auf 503 Millionen Euro – die eigene Zielmarke von „mehr als 500 Millionen Euro" wurde damit knapp erreicht.

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Doch hinter der starken Topline lauern Schwachstellen. Das margenstarke OTC-Geschäft (rezeptfreie Produkte) verlor im Jahresverlauf spürbar an Schwung: Wuchs es im ersten Quartal noch um 19,7 Prozent, verlangsamte sich das Tempo im vierten Quartal auf 9,3 Prozent. Als Ursachen nannte das Unternehmen geringere Marketingausgaben und ein allgemein schwaches Marktumfeld. Gleichzeitig schrieb Redcare für das Gesamtjahr einen Nettoverlust von rund 35 bis 37,7 Millionen Euro.

Das bereinigte EBITDA verbesserte sich zwar deutlich – um 72 Prozent auf 57,4 Millionen Euro, was einer Marge von 2,0 Prozent entspricht. Im vierten Quartal rutschte die Marge jedoch auf 1,6 Prozent ab, nach 2,6 Prozent im zweiten und 2,4 Prozent im dritten Quartal. Der Trend zeigt damit in die falsche Richtung.

Guidance verfehlt Analystenerwartungen

Der eigentliche Auslöser für den Kurseinbruch war die Prognose für 2026. Redcare erwartet ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent, im deutschen Rx-Segment sollen die Erlöse auf über 670 Millionen Euro steigen. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mindestens 2,5 Prozent erreichen.

Das klingt nach Fortschritt – lag aber unter dem, was Analysten erwartet hatten. Der Quartalsumsatz im vierten Quartal verfehlte die Konsensschätzungen um rund 3 Prozent, das OTC-Segment sogar um etwa 9 Prozent. Für Anleger war das zu wenig: Die Aktie verlor am Tag der Veröffentlichung über 21 Prozent und notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 39,94 Euro – ein Rückgang von rund 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

CFO Hendrik Krampe verwies auf mittelfristige Margenziele von über 5 Prozent und langfristig über 8 Prozent, getrieben durch sinkende Marketingkosten, Automatisierungsgewinne in der Logistik und wachsende Erlöse aus Marktplatz und Retail Media. Der Weg dorthin bleibt jedoch lang – 2025 und 2026 bezeichnet das Unternehmen selbst als „Investitionshöhepunkt" mit Kapitalausgaben von 118,6 Millionen Euro, hauptsächlich für Automatisierung.

Das strukturelle Dilemma

Das Grundproblem ist bekannt: Das stark wachsende Rx-Geschäft bringt niedrigere Margen als das OTC-Segment. Je mehr Redcare beim Rezeptgeschäft zulegt, desto stärker muss das margenstarke OTC-Geschäft mitziehen, um die Profitabilität insgesamt zu verbessern. Genau das gelingt derzeit nicht überzeugend genug.

Konkrete Wegmarken stehen bereits fest: Am 15. April findet die Hauptversammlung statt, am 6. Mai folgt das Zwischenstatement zum ersten Quartal 2026. Dann wird sich zeigen, ob das OTC-Wachstum wieder anzieht – und ob Redcare den Markt mit klareren Signalen Richtung Profitabilität überzeugen kann.

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