Mehr als 20 Prozent Kursgewinn in zwei Handelstagen — das klingt nach Trendwende. Bei Redcare Pharmacy ist die Lage jedoch komplizierter. Die Rally speist sich vor allem aus technischen Faktoren, während die strukturellen Probleme des Unternehmens unverändert bestehen.

Short-Seller als unfreiwillige Kurstreiber

Der Kursanstieg seit Montag ist zu einem erheblichen Teil auf Short-Covering zurückzuführen. Zahlreiche Leerverkäufer hatten Redcare im Visier und begannen nun, ihre Positionen zu schließen — was bedeutet: Sie kauften Aktien am Markt zurück, um ihre Wetten aufzulösen. Bei einer Aktie mit hohem Short-Interesse verstärkt dieser Mechanismus Kursbewegungen erheblich.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte eine Analyse von Bankhaus Metzler. Analyst Felix Dennl verwies auf ein Reformpaket für das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem, das 66 Vorschläge umfasst. Besonders relevant für Versandapotheken: eine mögliche Erhöhung der Zuzahlungen für GKV-Versicherte bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Auch Konkurrent DocMorris legte in Zürich zu, allerdings mit einem deutlich bescheideneren Plus von rund 1,6 Prozent.

Erholung von einem Tiefpunkt

Der Kontext relativiert die Kursgewinne. Seit Anfang Mai 2025 hatte die Aktie rund 76 Prozent verloren und war vergangene Woche auf ein Fünfjahrestief von knapp über 30,82 Euro gefallen. Trotz der jüngsten Erholung liegt das Papier seit Jahresbeginn noch immer rund 42 Prozent im Minus — damit belegt Redcare den vorletzten Platz im MDAX, nur der Gebrauchtwagenhandel Auto1 schnitt 2026 bislang schlechter ab.

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Strukturelle Belastungen bleiben

Die Rally ändert nichts an den fundamentalen Herausforderungen. Der Markteintritt von dm-med im Dezember 2025 und angekündigte ähnliche Pläne von Rossmann haben das OTC-Segment grundlegend verändert. Im Jahresbericht vom 4. März senkte Redcare seine Mittelfristziele deutlich: Das OTC-Wachstumsziel wurde von 16 auf 8 bis 10 Prozent reduziert, die angestrebte EBITDA-Marge von 8 auf 5 Prozent.

Die Zahlen für 2025 zeigen ein zweigeteiltes Bild. Der deutsche Rx-Umsatz verdoppelte sich nahezu auf 503 Millionen Euro, der Konzernumsatz stieg auf 2,94 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank die Bruttomarge von 22,3 auf 21,3 Prozent — eine direkte Folge des wachsenden Anteils margenarmer Rezeptmedikamente.

Rx-Geschäft als stabiles Fundament

Im regulierten Rx-Markt verfügt Redcare über eine belastbare Verteidigungslinie. Rossmann hat bestätigt, dass seine geplante Online-Apotheke keine verschreibungspflichtigen Medikamente anbieten wird. Gestützt auf die CardLink-Lizenz, die bis Januar 2027 gilt, und die Integration der GesundheitsID, peilt das Unternehmen für 2026 Rx-Erlöse von über 670 Millionen Euro an.

Am 6. Mai 2026 legt Redcare seinen nächsten Quartalsbericht vor — der erste unter der neuen Führung und damit der erste konkrete Indikator, ob der eingeleitete Strategiewechsel greift.

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