Redcare Pharmacy steht an mehreren Fronten unter Beobachtung. Operativ wächst das Geschäft stark, gleichzeitig drücken verfehlte Erwartungen, hohe Short-Positionen und ein bevorstehender Bond-Rückkauf auf die Stimmung. Entscheidend wird nun, ob das Unternehmen überzeugend zeigen kann, dass Wachstum und Profitabilität zusammenpassen.

Anstehende Anleihezahlung entschärft Refinanzierung

Diese Woche steht ein wichtiger Finanztermin an: Am 21. Januar 2026 muss Redcare Pharmacy 64,5 Millionen Euro an Inhaber einer Wandelanleihe zahlen, die ihr Kündigungsrecht ausgeübt haben. Damit wird eine bereits eingeleitete Refinanzierung abgeschlossen.

Zum Paket gehören:
- eine neue Wandelanleihe über 300 Millionen Euro mit Laufzeit bis 2032
- die Rücknahme von 157,9 Millionen Euro der älteren Wandelanleihe 2021/2028
- ein Restvolumen von 67,1 Millionen Euro der 2028er-Anleihe, das im Markt bleibt

Die Liquidität lag zum 30. September 2025 bei 265,6 Millionen Euro, nach 177,6 Millionen Euro Ende 2024. Die bevorstehende Zahlung verringert den Kassenbestand zwar spürbar, auf Basis der genannten Zahlen wirkt die Liquiditätslage aber beherrschbar.

Hoher Short-Interest trotz starkem Wachstum

Parallel zur Refinanzierung signalisiert der Markt deutliche Skepsis. Rund 14 % der ausstehenden Aktien sind leerverkauft – ein für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich hoher Wert. Diese Positionierung wird vor allem mit Sorgen um die Margenstabilität und den Wettbewerbsdruck im margenstärkeren OTC-Geschäft (nicht verschreibungspflichtige Produkte) begründet.

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Interessant ist der Kontrast zu den operativen Kennzahlen für 2025:

  • Konzernumsatz: 2,9 Milliarden Euro, +24 % im Jahresvergleich
  • Rx-Umsatz Deutschland: 503 Millionen Euro, nahezu Verdopplung (+98 %)
  • Q4-Umsatz: 794 Millionen Euro (Vorjahr: 675 Millionen Euro)
  • Aktive Kunden: 13,9 Millionen, Zuwachs um 1,4 Millionen

Trotz dieses Wachstums reagierte der Markt am 7. Januar 2026 deutlich negativ: Die Aktie gab an diesem Tag um etwa 8 % nach, weil der Q4-Umsatz rund 3 % unter den Analystenerwartungen lag. Auslöser war vor allem ein schwächer als prognostiziertes Geschäft im höhermargigen Non-Rx-Bereich, was die Margensorgen der Short-Seller nährt.

Bewertung mit Risikoaufschlag

Aktuell notiert die Aktie bei 62,65 Euro und damit rund 55 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 138,40 Euro aus dem März 2025. Auf Basis der 2025er-Umsätze ergibt sich ein Enterprise-Value-Umsatz-Verhältnis von etwa 0,56 – für ein wachstumsstarkes Unternehmen ein niedriger Wert, der auf einen deutlichen Risikoaufschlag schließen lässt. In den vergangenen zwölf Monaten summiert sich das Minus auf gut 48 %, zuletzt bewegte sich der Kurs knapp über dem 52‑Wochen-Tief.

Auch die Analysten sind weit voneinander entfernt. Die Kursziele reichen von 74 bis 214 Euro, der Konsens liegt bei etwa 142,75 Euro. UBS hat die Einstufung jüngst von „Sell“ auf „Neutral“ angehoben und ein Kursziel von 74 Euro genannt – das signalisiert weniger Pessimismus, aber noch keine klare Entwarnung.

Technische Lage: 60 Euro als Schlüsselmarke

Charttechnisch steht die Aktie unter Druck. Nach einer kurzen Erholung bis knapp 73 Euro Anfang Januar ist der Kurs wieder in Richtung der Unterstützungszone um 60 Euro zurückgefallen, die bereits Ende 2025 mehrfach gehalten hatte. Dieser Bereich gilt für technisch orientierte Marktteilnehmer als zentrale Marke.

Zusätzlich belasten verschärfte geopolitische Spannungen die europäischen Börsen insgesamt. Diese externen Faktoren verstärken die Verkaufsneigung in Werten, bei denen es ohnehin unternehmensspezifische Fragezeichen zur Profitabilität gibt – wie bei Redcare im OTC-Segment.

Nächster Katalysator: Zahlen am 4. März

Die nächste große Weichenstellung steht bereits fest: Am 4. März 2026 legt Redcare Pharmacy den vollständigen Jahresbericht 2025 sowie den Ausblick für 2026 vor. Im Fokus werden drei Punkte stehen: Erstens die Margenentwicklung im umkämpften Non-Rx-Geschäft, zweitens der Fortschritt beim Weg zur Profitabilität im verschreibungspflichtigen Bereich und drittens die künftige Cashflow-Generierung nach Abschluss der Anleiherückzahlung. Davon dürfte maßgeblich abhängen, ob der Markt den aktuellen Risikoabschlag bestätigt oder wieder etwas zurücknimmt.

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